Mein Bremen Von Punks und Oldtimern

Genau fünfzig Jahre liegen zwischen 1968 und heute. Der Aufbruch von damals spiegelte sich in den folgenden über 20 Jahren in nahezu allen Lebensbereichen wider.
30.03.2018, 21:03
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Von Punks und Oldtimern
Von Gesa Below

Genau fünfzig Jahre liegen zwischen 1968 und heute. Der Aufbruch von damals spiegelte sich in den folgenden über 20 Jahren in nahezu allen Lebensbereichen wider: vor allem im gesellschaftspolitischen, aber auch überall sonst. Ob das die Demonstrationen anlässlich der Rekrutenvereidigung im Weserstadion 1980 waren oder das irrwitzige Vorhaben, das Viertel mit der „Mozarttrasse“ im wahrsten Sinne überfahren zu wollen – die Gefühle waren stark und die Pläne hochfliegend.

1979 zogen die Grünen nach der Wahl, bei der sie 5,1 Prozent der Stimmen erhalten hatten, mit vier Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. Sie waren bundesweit die ersten grünen Landtagsabgeordneten! Das Sonntagsnickerchen auf einer Bank in Vegesack die bürgerliche Seite, Schlägereien in Bremer Kneipen machten die krawallige Stimmung deutlich.

Natürlich gab es neben den Umwälzungen in der politischen und gesellschaftlichen Landschaft auch das normale Arbeitsleben – das sich allerdings auch veränderte. Im Neustädter Hafen wurde 1968 der Containerterminal fertiggestellt; ab da gab es neben Stückgut eben auch die Ladungen in den Boxen.

Die Hafenarbeiter, die 1975 bei ihrer Pause im Neustädter Hafen fotografiert wurden, kannten das eine wie das andere – wie auch der Mechaniker in der Werkstatt auf dem Peterswerder, der 1977 einen alten Borgward wieder auf Vordermann bringt. Alt versus Neu, das musste sich nicht unbedingt widersprechen.

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Im Frühjahr 1968 posieren vier junge Männer voller Stolz in ihren VW-Käfern. Der Renault4 passt zwar optisch nicht in die Reihe, war aber zu der Zeit ein absoluter Erfolgsschlager für den französischen Autobauer. Das Auto besaß eine sogenannte Revolverschaltung und war das erste Großserienfahrzeug mit „fünfter Tür“. Es war vor allem bei Studenten, Handwerkern sowie jungen Familien äußerst beliebt wegen seines geräumigen Innenraums mit der schönen Heckklappe, weshalb er für das Arrangement dieses Fotos auch anders herum stehen musste.

Dreizehn Jahre später drängeln sich Bremer Punks mit Campino und seiner „Toten-Hosen“-Vorgängerband „ZK“ im Magazinkeller des Schlachthofs vor dem Mikro. Im Kulturverein Schlachthof auf der Bürgerweide, 1979 gegründet, traten ein Jahr später dann wirklich die „Toten Hosen“ zum allerersten mal auf – fälschlich angekündigt als „Toten Hasen“. Der Stimmung hat das nicht geschadet.

Die Fotos aus unserem dritten Magazin „Mein Bremen 1968 bis 1983“, die von unseren Leserinnen und Lesern und aus dem Staatsarchiv stammen, dokumentieren diese besonders bewegte Spanne zwischen 1968 bis hinein in die frühen 1980er-Jahre. In dem Magazin zeigen wir Ihnen einen Querschnitt aus der Zeit, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber doch aus vielen Bereichen: Das Heft ist in die Kapitel Freizeit und Familie, Fahren und Fliegen, Fußball und Werder, Stadt und Entwicklung, Gesellschaft und Aufbruch sowie Hafen und Fluss unterteilt.

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