Warum New York von Hamburg schwärmt

Hamburg ist die schönste Stadt der Welt? Oh ja, oh ja, die Hamburger lieben ihre Stadt. Das ist nichts Neues.
10.06.2017, 00:00
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Von Mona Adams

Hamburg ist die schönste Stadt der Welt? Oh ja, oh ja, die Hamburger lieben ihre Stadt. Das ist nichts Neues. Doch jetzt hat keine Geringere als die „New York Times“ der Hansestadt eine Liebeserklärung gemacht, und die hat es in sich. Autor Davin O’Dwyer schwärmt von der großen Elbe, die das Herzblut dieses alten hanseatischen Hafens sei, mit Container- und Kreuzfahrtschiffen, der engen Verbindung aus Strand und Industrie: die große mechanische Choreografie sei ungewöhnlich und einfach faszinierend. Es ist der Elbstrand, der sein Herz flattern lässt, mit den Strandbars, dem Ahoi Strandkiosk und der Strandperle, charmant, friedlich, lecker. Astra, Weißweinschorle („white wine spritzer“) oder Fritz Kola würden zum Verweilen einladen. Oh ja, das ist wirklich schön. Die New York Times scheint gar nicht genug von Hamburg zu kriegen. Erst im April wählte sie die Kita „Piraten-Nest“ am Millerntor zum „coolsten Kindergarten der Welt“. Und im Januar kürte die Zeitung Hamburg als eines der zehn Top-Reiseziele fürs Jahr 2017 – als einzige deutsche Stadt. Jetzt ist auch klar, warum Trump beim G 20-Gipfel zunächst in Berlin schlafen wollte. Der Presse glaubt er ja bekanntlich kein Wort.

Auf Instagram werden täglich allein 95 hochgeladen – von Pizza und Sushi, über Selfies und Pärchenfotos. Eine Online-Reisevermittlung hat jetzt ausgewertet, welche Sehenswürdigkeiten am meisten fotografiert und hochgeladen wurden. Im Deutschland-Ranking landet, wie erwartet, die deutsche Hauptstadt mit der Berliner Mauer auf Platz eins der von Touristen am meisten fotografierten Hot-Spots. Hamburg schafft es mit gleich zwei Sehenswürdigkeiten in die Deutsche Top 15. Die Speicherstadt mit ihren alten Backsteingebäuden, den unzähligen Brücken und Wasserplätzen landet auf dem siebten Platz. Auf dem elften Platz folgt der Hamburger Hafen mit Wasser, Wasser, Wasser – untermalt entweder von Sonnenuntergang, dem Strandpanorama oder einem Containerschiff-Ausblick. Letzteres ist übrigens besonders gut vom Elbstrand zu bewundern, und da wären wir wieder bei der Lobeshymne der New York Times.

Genug von Liebesbekundungen, hin zu mehr Kultur. Die Büste der „Duckfretete“ zählt zu den bekanntesten Kunstschätzen des alten Ägypten und gilt als Meisterwerk der Bildhauerkunst der Amarna-Zeit. Sie ist derzeit in Hamburg zu sehen, genau wie die Gletschermumie „Dötzi“ aus der späten Jungsteinzeit beziehungsweise Kupfersteinzeit, die 1991 in Südtirol gefunden wurde. Auch das weltberühmte Ölgemälde von Leonardo da Vinci „Mona Duck“ ist Teil einer Ausstellung im Archäologischen Museum Harburg. Bis zum 4. Februar kommenden Jahres sind 300 berühmte Meisterwerke der Kunstgeschichte an der Elbe zu sehen – allerdings alle mit gelbem Schnabel und Federkleid. Da wären Genie Albert Duckstein, Evolutionsbiologe Charles Duckwin oder auch Revolutionär Che Duckevara: In Hamburg sind die Disney-Dynastie-Enten los, und die schmücken sich allesamt mit fremden Federn.

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