Kooperation mit Radio Bremen und RBB kommt auf den Prüfstand / Intendant Metzger: Zurzeit kein Grund zur Beunruhigung

WDR kündigt Vertrag über Funkhaus Europa

Bremen. Der kleinste Sender im Verbund mit dem größten. Radio Bremen zusammen mit dem WDR.
19.01.2015, 00:00
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WDR kündigt Vertrag über Funkhaus Europa
Von Jürgen Hinrichs
WDR kündigt Vertrag über Funkhaus Europa

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Der kleinste Sender im Verbund mit dem größten. Radio Bremen zusammen mit dem WDR. Seit 17 Jahren ist das so, so lange gibt es die Kooperation beim Hörfunkprogramm Funkhaus Europa. Jetzt hat der WDR nach Informationen des WESER-KURIER den Vertrag, dem später auch der RBB beigetreten ist, zum Ende dieses Jahres gekündigt. Vorsorglich, wie er betont, und aus rein formalen Gründen. Doch bisher haben solche Gründe nie eine Rolle gespielt, nie gab es eine Kündigung. Ist Funkhaus Europa in Gefahr? Droht dem Vorzeigeprogramm für kulturelle Vielfalt das Aus? Und das in Zeiten, in denen das Miteinander der Völker so oft und heftig beschworen wird?

„Der Schritt des WDR war angekündigt“, erklärt Radio-Bremen-Sprecher Michael Glöckner, „wir sind nicht kalt erwischt worden.“ Doch was bedeutet die Kündigung für das Programm und für die Redaktion, der nach Angaben von Glöckner in Bremen rund 20 Journalisten angehören? In einem Brief an die Gremien seines Senders hat Intendant Jan Metzger beteuert, dass es zurzeit für Radio Bremen keinen Grund zur Beunruhigung gebe. Der Redaktion sei zugesichert worden, sie zu informieren, sobald man etwas Neues berichten könne.

Radio Bremen ist nach Angaben des Senders mit drei Programmen am Funkhaus Europa beteiligt: Café Mondial (montags bis freitags, 14 bis 16 Uhr), Nova (die ganze Woche zwischen 16 und 18 Uhr) und Le Week (jeden Sonntag von 8 bis 12 Uhr). Darüber hinaus werden in Bremen für die Welle während der ganzen Woche die Nachrichten produziert.

Der WDR erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Zukunft von Funkhaus Europa nicht auf dem Spiel stehe. „Im Gegenteil, gerade in diesen Zeiten hat unser internationales und interkulturelles Hörfunkprogramm eine besonders große Bedeutung“, so der Sender. Bei der Kündigung handele es sich um einen verwaltungstechnischen Akt, der üblich sei, damit die Kooperation auf neue Grundlagen gestellt werden könne.

Welcher Art diese Grundlagen sein könnten, ob das Programmschema sich ändern soll oder es möglicherweise allein darum geht, Kosten einzusparen – darüber wollten WDR und Radio Bremen noch nicht Auskunft geben. Man befinde sich in intensiven Gesprächen, hieß es von beiden Seiten.

Der WDR hat nach eigenen Angaben mehr als 40 Stellen für Funkhaus Europa in seinem Personalplan. Seit dem Start des Programms am 30. August 1998 habe es bei der Zahl der Zuhörer eine permanente Steigerung gegeben, sagte ein Sprecher. Die Tagesreichweite liege mittlerweile bei rund 190 000 Hörern.

Entstanden war Funkhaus Europa als Fortsetzung der sogenannten „Gastarbeiterprogramme“ mit Inhalten in der jeweiligen Landessprache. Dieser Ansatz wurde 30 Jahre später als nicht mehr zeitgemäß eingeschätzt. Die Programme gibt es seitdem mit Funkhaus Europa in einem Guss, ergänzt von einem deutschsprachigen Angebot.

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