Frage der Woche Wem gehört das Bremer Weserstadion?

Bremen. Alle zwei Wochen strömen Zehntausende Fußballfans ins Weserstadion, um dort die Fußballer von Werder Bremen anzufeuern. Aber wem gehört das Stadion eigentlich? Das klären wir in unserer Frage der Woche.
06.04.2012, 12:00
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Wem gehört das Bremer Weserstadion?
Von Daniel Stöckel

Bremen. Alle zwei Wochen strömen Zehntausende Fußballfans ins Weserstadion, um dort die Fußballer von Werder Bremen anzufeuern. Aber wem gehört das Stadion eigentlich? Das klären wir in unserer Frage der Woche.

Bis Ende Juni 2002 war die Bremer Sport- und Freizeit GmbH, die zu 100 Prozent in Besitz der Stadt Bremen war, Betreiberin des Weserstadions. Seit Juli 2002 wird das Stadion von der Bremer Weser-Stadion GmbH (BWS) betrieben.

An der BWS wiederum hat die Stadt Bremen, genauer gesagt die Bremer Wirtschaftsförderung, einen Anteil von 50 Prozent. Die andere Hälfte gehört dem Verein Werder Bremen als Hauptnutzer des Stadions.

Beide Gesellschafter stellen bei der BWS jeweils einen Geschäftsführer. Für die Stadt Bremen ist das Heinz-Günther Zobel, für Werder Bremen Klub-Finanzdirektor Hinrich von Hallen. Sämtliche wichtige Entscheidungen, die das Weserstadion betreffen (zum Beispiel Umbaumaßnahmen) müssen durch den zwölfköpfigen BWS-Aufsichtsrat abgesegnet werden, der aus jeweils sechs Vertretern (Stadt Bremen und Werder) gebildet wird. Den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden hat Manfred Müller inne, sein Vertreter ist der Staatsrat des Senators für Wirtschaft und Häfen, Heiner Heseler.

"Das Gelände, auf dem das Weserstadion steht, gehört der Stadt", sagt Zobel. Geregelt sind diese Besitzverhältnisse über einen sogenannten Erbbaurechtsvertrag, der vor zehn Jahren geschlossen wurde und noch weitere 40 Jahre läuft. Danach besteht die Option auf eine immer weitere Vertragsverlängerung, die somit theoretisch zeitlich unbegrenzt ist.

Das übrige Gelände, das nicht unmittelbar vom Weserstadion bebaut ist, ist von der BWS angepachtet. Dazu gehören unter anderem die so genannten Funktionsflächen wie der Vorplatz, das Trainingsgelände und die Parkplätze.

Um bei der Stadion-Modernisierung beteiligt zu sein, habe sich Werder im Jahr 2002 entschlossen, in die GmbH einzusteigen, sagt Harald Klingebiel, der seit Jahren Bremer Fußballgeschichte erforscht. Schließlich war Bremen zumindest zeitweise als möglicher Standort für die Fußball-WM 2006 im Gespräch. Die mit dem Stadion-Umbau verbundene Tieferlegung des Spielfeldes wurde von der Stadt Bremen finanziert, beim Umbau der Nordtribüne sind dagegen keine städtischen Gelder geflossen.

"Alle Gelder, die für weitere Ausbaumaßnahmen gebraucht werden, müssen aus dem Spielbetrieb erwirtschaftet werden", sagt Zobel. Dazu gehören Erlöse aus Eintrittsgeldern sowie Sponsoreneinnahmen. Die vergangenen Umbaumaßnahmen haben sich laut Zobel zum großen Teil selbst finanziert. "Werder ist durch den Umbau im Grunde überhaupt nicht belastet", so der Geschäftsführer. So könne der Klub jetzt zum Beispiel höhere Einnahmen dank neuer VIP-Logen erzielen.

Für die Zukunft sei es theoretisch denkbar, dass Werder seine Anteile an der BWS erhöht. Weil das Stadion ein wichtiger Imageträger ist, sei die Stadt Bremen stark daran interessiert, weiterhin an der BWS beteiligt zu sein, so Zobel.

"Das Weserstadion ist an seinem Standort Fluch und Segen zugleich", so Klingebiel. Einerseits entspreche das Gebäude den Vorstellungen von Eventmanagern zum großen Teil nicht mehr. Andererseits sei der familiäre Charakter dank der Einbindung des Stadions in das städtische Leben und die umliegende Kneipenszene ein Segen: "Das ist was anderes als ein Stadion auf der grünen Wiese irgendwo an einem Autobahnkreuz.

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