Fahrpraxis-Coach Martina Bertelmann hilft Betroffenen / Vortrag am kommenden Mittwoch im Gustav-Heinemann -Bürgerhaus Wenn das Autofahren Angst macht

Autofahren macht Spaß. Doch was passiert, wenn der Fahrspaß auf der Strecke bleibt und sich in Fahrangst verwandelt? Damit kennt sich Martina Bertelmann aus, die als Fahrpraxis-Coach Menschen mit Fahrängsten begleitet und ihnen hilft, mehr Mut und Selbstsicherheit zu finden. Der nächste öffentliche Vortrag von Bertelmann findet am Mittwoch im Bürgerhaus statt.
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Von Nadine Döring

Autofahren macht Spaß. Doch was passiert, wenn der Fahrspaß auf der Strecke bleibt und sich in Fahrangst verwandelt? Damit kennt sich Martina Bertelmann aus, die als Fahrpraxis-Coach Menschen mit Fahrängsten begleitet und ihnen hilft, mehr Mut und Selbstsicherheit zu finden. Der nächste öffentliche Vortrag von Bertelmann findet am Mittwoch im Bürgerhaus statt.

Ein Fallbeispiel: Eine Mutter will ihren Kindern etwas Gutes tun und fährt sie zu einer Geburtstagsfeier, weil die Party mit dem Auto am besten zu erreichen ist. Die junge Frau fährt nur selten Auto und kommt in eine Situation, wo ihr die Verantwortung zu viel wird. Die Kinder kreischen und streiten. Sich dabei auf den Verkehr zu konzentrieren, fällt der Fahrzeugführerin schwer, ebenso eine andere Umgehensweise mit der Situation zu finden.

„Autofahren beinhaltet auch, Verantwortung für sich und andere Menschen zu übernehmen. Manchmal können dabei schon kleine Ablenkungen zur Überforderung werden. Wenn dies öfter vorkommt, kann es leicht dazu führen, dass man das Autofahren immer mehr meidet und irgendwann gar nicht mehr fährt“, erklärt Bertelmann. Doch auch ohne Überforderung gebe es Lebenslagen, die dazu führten, dass die eigenständige Mobilität abhandenkomme. Ziehen junge Führerscheininhaber in ihre erste eigene Wohnung, haben sie oft kein Geld für einen eigenen Wagen. „Die Sicherheit, ein Auto zu steuern, schwindet mit jedem Jahr, in dem man nicht selbst fährt. Und schließlich empfindet man Zweifel an den eigenen Fahrfähigkeiten. Wenn man sich das Fahren nicht mehr zutraut und sich Fahrängste entwickelt haben, macht sich das spätestens bemerkbar, wenn Umzüge oder Transporte anstehen“, erläutert Fahrpraxis-Coach Martina Bertelmann, die früher als Architektin tätig war.

Auch bei der Planung von individuellen Reisen würden die Einschränkungen deutlich. Spontane Besuche bei Freunden auf dem Land würden zur Seltenheit, wenn nicht gar aufgegeben. Oder es ergebe sich eine neue Arbeitssituation, bei der Mobilität erforderlich ist. „Männern fällt es oft schwerer, sich Unterstützung zu holen, als Frauen, wenn diese motiviert sind, wieder mobil sein zu wollen.“

Die Angst hat verschiedene Gesichter, die sich in Unsicherheiten bis hin zu Panik zeigen könne, wie Martina Bertelmann berichtet. „Ungefähr vier Millionen Menschen sind in Deutschland von Fahrängsten betroffen. Das sind etwa acht Prozent der Bevölkerung mit Führerschein“, sagt die Expertin. Martina Bertelmann arbeitet in ihrem Coaching auch mit Entspannungsübungen. „Ich arbeite nach keinem Schema F. Ich schaue immer, wo die Person steht und beziehe sie in die Entscheidungen mit ein. Mir ist wichtig, dass sie sich in allem ernst genommen und wohl fühlen, um sich entspannen zu können. Nur so kann der Mut wachsen“, erklärt sie ihr Vorgehen.

Freude bereitet Bertelmann, wenn sie erlebt, wie die Kunden das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückgewinnen, wie unabhängig und selbstbewusst sie werden. „Doch es ist auch ein Erfolg, wenn ein Kunde nach der zweiten oder dritten Stunde merkt, dass das Autofahren einfach nichts für ihn ist. Diese Klarheit und das Stehen zu dieser Erkenntnis kann für diese Person eine Erleichterung sein.“

Der Vortrag von Martina Bertelmann findet am Mittwoch, 23. Oktober, um 19 Uhr im Raum B32 des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos auf www.entspannt-mobil.de und unter Telefon 0421/341690.

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