Frage der Woche Wie deutsch ist der Europacup?

Bremen. Im Endspiel der Champions League treffen Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander. Doch: Wie deutsch ist der Europapokal wirklich? Damit befasst sich unsere Frage der Woche.
24.05.2013, 12:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Am Sonnabend schaut die Fußball-Welt nach London - und zugleich auf Deutschland. Denn im Endspiel der Champions League treffen Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander. Deutscher war die "Königsklasse" nie. Aber wie deutsch ist der Eurpapokal wirklich? Damit befasst sich unsere Frage der Woche.

Sowohl Bayern (2001) als auch der BVB (1997) gewannen bereits den Titel in der Königsklasse des Fußballs, ein rein deutsches Finale in der Champions League gab es allerdings noch nie - auch nicht im Vorgänger-Wettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister. Insgesamt ist der wichtigste Vereins-Pokal im Fußball eine spanische Angelegenheit: 22 Mal standen Teams von der iberischen Halbinsel im Endspiel, 13 Mal holten sie auch den Titel. Hinter Spanien, Italien und England ist Deutschland in Sachen Final-Teilnahmen (19) und Titel-Gewinnen (bislang 6, am Sonntag dann 7) auf Platz vier.

Angesichts der starken Auftritte von Bayern und Dortmund sprechen viele Experten aktuell von einer "Wachablösung" im europäischen Fußball. Tatsächlich ist die Champions League in den letzten Jahren immer deutscher geworden. Vor allem Dank der Münchner, die schon 2010 und 2012 im Endspiel standen, dort aber gegen Inter Mailand und den FC Chelsea verloren. Jetzt geht der Titel auf jeden Fall nach Deutschland - es wird der erste Europapokal-Titel einer deutschen Mannschaft seit 2001 sein. Der letzte Gewinner hieß natürlich: Bayern München.

Eine Ebene tiefer, im UEFA-Cup, hat es aber bereits ein rein deutsches Finale gegeben. 1980 ermittelten Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach. Denkbar knapp ging der Titel damals nach Frankfurt. Jupp Heynckes, der am Sonnabend als Bayern-Coach auf der Bank sitzt, wird sich daran ungern zurückerinnern: Er coachte damals die unterlegene Borussia. Bessere Erinnerungen wird Heynckes an das Jahr 1998 haben: Da gewann er als Trainer von Real Madrid erstmals die Champions League. Im für den deutschen Vereinsfußball denkwürdigen Jahr 1980 gab es aber nicht nur ein rein deutsches UEFA-Cup-Endspiel. Schon das Halbfinale war fest in deutscher Hand: Frankfurt hatte sich gegen Bayern München durchgesetzt, Gladbach warf den VfB Stuttgart raus.

Deutsche Aufholjagd

Aber zurück zur Champions League: Die, soviel ist schon jetzt klar, wird auch 2015 wieder ein deutsches Element haben. Denn das Finale wird im Berliner Olympiastadion ausgetragen, wie die UEFA am Donnerstag bekanntgab. Berlin war zuvor noch nicht Austragungsorts eines "Königsklassen"-Endspiels. Andere deutsche Städte hingegen schon: München (1979, 1993, 1997, 2012) war vier Mal Final-Gastgeber in Champions-League und Europapokal der Landesmeister, Stuttgart (1959, 1988) zwei und Gelsenkirchen (2004) ein Mal.

Ein wenig Deutsch wurde auch im Champions-League-Finale 2007 in Athen gesprochen. Zwar kickten dort der AC Mailand und der FC Liverpool um die Fußball-Krone, doch wurde das Spiel vom deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel geleitet. Dass es seither keinen deutschen Referee mehr in einem Endspiel gab, liegt auch daran, dass mehrfach ein deutsches Team im Endspiel stand. Dann darf nämlich kein Schiedsrichter aus einem der Teilnehmer-Länder eingesetzt werden. Entsprechend kommt der Unparteiische am Sonnabend aus Italien.

Und wie deutsch ist er nun, der Europacup? Historisch gesehen eher mittelmäßig. Am Sonnabend im Wembley-Stadion wird es Titel Nummer 17 geben, Spanien (33), England (31) und Italien (29) sind aber weit enteilt. Gefühlt hingegen ist er in den letzten Jahren ziemlich deutsch geworden. Das zeigt auch ein Blick auf die Fünf-Jahres-Wertung der UEFA, in die die internationale Ergebnisse der Klubs einfließen. Dort hat Deutschland zumindest Italien schon überholt - und macht weiter Jagd auf England und Spanien.

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