Neue Ausstellung in der Galerie Art Docks zeigt Arbeiten von 13 europäischen Künstlern / Vernissage an diesem Donnerstag

Wunder des Lebens, Wunder der Kunst

Bremen. Ein verunglücktes Containerschiff, ein Stück Natur in Form von Wald oder der Mensch an sich – das Leben hat viele verschiedene Facetten. Ebenso vielfältig, differenziert und bunt wie das Dasein selbst ist auch die neue Ausstellung in der Galerie Art Docks in der Überseestadt, die den passenden Titel „What A Wonderful Life“ trägt.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Wunder des Lebens, Wunder der Kunst
Von Esther Nöggerath
Wunder des Lebens, Wunder der Kunst

Radu Belcins „Unforeseen Event II“ ist in der Art-Docks-Ausstellung zu sehen.

frei

Ein verunglücktes Containerschiff, ein Stück Natur in Form von Wald oder der Mensch an sich – das Leben hat viele verschiedene Facetten. Ebenso vielfältig, differenziert und bunt wie das Dasein selbst ist auch die neue Ausstellung in der Galerie Art Docks in der Überseestadt, die den passenden Titel „What A Wonderful Life“ trägt.

Da gibt es etwa das gleichnamige Bild des ungarischen Künstlers Gábor A. Nagy, das wie ein Mosaik aus Buchstaben des berühmten Songtextes zusammengesetzt das Porträt einer Frau ergibt. Dabei spielt das Werk auch mit der Position des Betrachters: Aus der Ferne ist das Gesicht klar erkennbar, je näher man dem Bild kommt, desto deutlicher treten die Wörter und einzelnen Lettern hervor, während die Frau immer unkenntlicher wird. „Das sind aufgelöste Bildpunkte, das ist im Prinzip auch eine Art von Impressionismus“, sagt Uwe Goldenstein, der die Ausstellung kuratiert. Diesen Stil habe Nagy mit seinen Werken und der Verwendung von Songtexten in unsere Zeit weitergetragen.

Innovativ sind auch die Werke der ukrainischen Künstlerin Inna Levinson, die mit vertrauten Bildern aus der Kunstgeschichte spielt. „Bei ihr kippt das Ganze dann allerdings“, sagt Goldenstein. So wird etwa die trügerische Idylle bei Levinsons Werk „Die letzte Bootsfahrt“ von abgerissenen Köpfen oder einer pornografisch anmutenden Figur im Boot zerstört. Spielerisch ist auch das Material, das Levinson für ihre Arbeiten verwendet. Die Bilder sind aus Knetgummi gefertigt – und werden hinter Glas mit weißem Rahmen wie ein Fenster präsentiert.

Auf eine andere Ebene des Seins wechselt der Betrachter, wenn er das Bild „Unforeseen Event II“ des rumänischen Künstlers Radu Belcin, betrachtet. Eine in Weiß verhüllte Figur thront auf einer schwebenden Plattform, links und rechts von ihr ragen Äste in die Höhe und laufen ins Leere des dunklen Raums. Das Szenario hat etwas Düsteres, Bedrohliches an sich. „Das Ganze bleibt in der Schwebe und ist in einer Art Zwischenwelt gehalten“, erläutert der Kurator.

40 Werke, darunter zwei Skulpturen, umfasst die internationale Ausstellung. Neben Arbeiten der Künstler Gábor A. Nagy, Radu Belcin, Adam Bota, Konstantin Déry, Chandra Fanti, Maurizio L’Altrella, Inna Levinson, Nikolai Makarov, Nicola Samorì, Alexander Tinei und Alexander Zakharov werden auch Bilder zweier Bremer Künstler gezeigt – Tom Gefken und Karolin Kloppstech vertreten die Stadt würdig.

Die Vernissage von „What A Wonderful Life“ beginnt an diesem Donnerstag, 3. Dezember, um 19 Uhr. Danach ist die Ausstellung immer donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr bis einschließlich 14. Februar geöffnet.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+