Im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung sind Werke von Christina Lüllmann und Usch Hartmann zu sehen Zwei Malerinnen bilden starken Kontrast

Starke Farben setzten einen sonnigen Kontrapunkt gegen den verregneten Nachmittag, als Jörg Hermann, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, die Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „Rückblicke“ begrüßte. „Wir haben die Wände extra für Sie neu gestrichen“, sagte er schmunzelnd. Gezeigt werden Bilder von Christina Lüllmann und von der im Januar verstorbenen Usch Hartmann. Die Laudatio hielt die Kunstwissenschaftlerin Carla Habel.
26.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Renate Schwanebeck

Starke Farben setzten einen sonnigen Kontrapunkt gegen den verregneten Nachmittag, als Jörg Hermann, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, die Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „Rückblicke“ begrüßte. „Wir haben die Wände extra für Sie neu gestrichen“, sagte er schmunzelnd. Gezeigt werden Bilder von Christina Lüllmann und von der im Januar verstorbenen Usch Hartmann. Die Laudatio hielt die Kunstwissenschaftlerin Carla Habel.

Unterschiedlicher könnten die Werke von zwei Künstlerinnen wohl kaum sein. Mit intensiven, klaren, gerne auch knalligen Farben springen die bunten Bilder von Christina Lüllmann dem Besucher des Ärztehauses sofort ins Blickfeld. Die Werke von Usch Hartmann dagegen sind eher zurückhaltend und weisen oft Grautöne auf.

„Triptychon“ heißt ein dreiteiliges Werk, das zugleich das Lieblingsbild der Künstlerin Christine Lüllmann ist. Sonniges Gelb konkurriert mit knalligem Rot. Ein Bild, das am verregneten Nachmittag der Ausstellungseröffnung Sonne ins Gemüt der Betrachter bringt. Dabei ist das Bild unter Umständen entstanden, die ganz und gar nicht heiter waren, wie Christina Lüllmann berichtet. Als sie mit diesem Bild begann, schaute sie nämlich gerade einen blutrünstigen skandinavischen Filmthriller. Christina Lüllmann: „Es ist aber trotzdem ein fröhliches Bild geworden.“

Große Schaffenskraft

Kommt die Fröhlichkeit aus ihr selbst heraus? „Ja, vielleicht. Ich hatte einen Energie-überschuss, weil ich nicht gehen konnte und mein Tag so lang war.“ Eine langwierige Erkrankung machte die Malerin immobil. „Ich habe damals manchmal an Frieda Kahlo gedacht, die nach einem Straßenbahnunfall mit einem Spezialgestell gemalt hat.“ Lüllmann hat allein im vergangenen Jahr etwa 60 ihrer bisher 80 Werke geschaffen. Und in diesem Jahr hat sie sich dann eben malend mit dem Weltgeschehen auseinandergesetzt. „Sandy“ heißt zum Beispiel das blaue Bild mit der angedeuteten Skyline und der dunklen Wolkenmasse und dem Sturm – wie der Wirbelsturm gleichen Namens. Ihren Bildern sind Bilder der im Januar verstorbenen Usch Hartmann gegenübergestellt. Christina Lüllmann blickt auf eine jahrelange gemeinsame Arbeit in der Ateliergemeinschaft Nord zurück. „Ich habe 2006 bei Jette Slangerod angefangen. Da war Usch Hartmann schon dabei. Wir sind ganz verschiedene Wege gegangen. Ich denke, der dänische Künstler Peer Kirkeby war ihr Vorbild. Er hat sie inspiriert, und sie hat sich mit ihm auseinandergesetzt.“

Leise und zurückhaltend wirken die Bilder von Usch Hartmann. Die dominierende Farbe ist Grau in allen Schattierungen. Im Gegensatz zu Christina Lüllmann verwendet sie auch konkrete Elemente. Etliche Bilder vermitteln eine Stimmung, die an Nebeltage denken lässt.

„In unserem Leben blicken wir oft zurück“, so die Laudatorin Clara Habel. „Unsere Erinnerungen sind das, was uns formt. Mit jedem Ereignis kommt ein neues Bild in unserem Rückblick dazu. Das ist etwas sehr Privates. Man kann auch lieber Bilder sprechen lassen als eigene Worte. Malerei auszustellen heißt, den Schlüssel dazu aus der Hand zu geben. Wir öffnen das persönliche Album unseres Lebens.“ Als sanft, fast transparent bezeichnete sie die Bilder der verstorbenen Psychotherapeutin Usch Hartmann. „Es sind Rückblicke in das Leben zweier ganz verschiedener Frauen, die die Malerei zusammengeführt hat.“

Die Arbeiten Acryl, Gouache und Pastellkreide sind noch bis zum 27. Dezember im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung an der Schwachhauser Heerstraße zu sehen. Montags bis donnerstags können die Bilder von 8 bis 16 Uhr besichtigt werden, freitags von 8 bis 14 Uhr.

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