Hubert von Goisern stellt sein neues Album „Federn“ am Sonntag im Modernes vor Zwischen Weltmusik und Alpenrock

Bremen. Es ist eher eine Untertreibung, wenn man Hubert von Goisern als umtriebig bezeichnet. Der Musiker aus dem Salzkammergut, genauer gesagt aus Bad Goisern, hat Ende der achtziger Jahre zur „Steirischen“– der alpinen Variante eines diatonischen Knopfakkordeons – gegriffen und kurzerhand die traditionelle Folklore Österreichs mit Wucht und Wut gegen den Strich gebürstet: Alpenrock hieß seine Parole, manchmal konnte es auch Alpen-Rap sein und jodeln konnte Hubert Achleitner, wie er korrekt heißt, ohnehin.
13.05.2015, 00:00
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Von Christian Emigholz

Es ist eher eine Untertreibung, wenn man Hubert von Goisern als umtriebig bezeichnet. Der Musiker aus dem Salzkammergut, genauer gesagt aus Bad Goisern, hat Ende der achtziger Jahre zur „Steirischen“ – der alpinen Variante eines diatonischen Knopfakkordeons – gegriffen und kurzerhand die traditionelle Folklore Österreichs mit Wucht und Wut gegen den Strich gebürstet: Alpenrock hieß seine Parole, manchmal konnte es auch Alpen-Rap sein und jodeln konnte Hubert Achleitner, wie er korrekt heißt, ohnehin. Mit seiner Band, den Original Alpinkatzen, feierte der Musiker beachtliche Erfolge im deutschsprachigen Raum, aber dort wurde es ihm bald musikalisch zu eng.

Nun interessieren ihn Asien und Afrika. In Tibet machte er Aufnahmen der traditionellen Musik vom Dach der Welt und spielte mit tibetischen Musikern ein Album ein. Dann zog es ihn nach Ägypten und Tansania. Zuvor schon hatte Hubert von Goisern auch noch die Musik zu dem Film „Schlafes Bruder“ von Joseph Vilsmaier komponiert. Der Kontakt zum Filmregisseur ist bis heute nicht abgerissen, und so schrieb von Goisern im vorigen Jahr erneut Filmmusik zu dessen Dokumentarfilm „Österreich von oben und unten“.

Für Furore sorgte der Musiker im Jahr 2007, als er mit einem umgebauten Flussschiff sowie allerhand Musikern die Donau abwärts bis zur Mündung fuhr, an diversen Orten festmachte und Konzerte gemeinsam mit lokalen Gruppen auf der Schiffsbühne gab. Ein Jahr später folgte der zweite Teil dieser Reise. Dieses Mal ging es die Donau stromaufwärts, via Main-Donau-Kanal zum Rhein. Die Reise endete schließlich in Rotterdam. Erneut wurden in einigen Städten Konzerte gegeben – mit prominenten Gästen wie Klaus Doldinger, Konstantin Wecker oder der Gruppe Bap. Die musikalischen Resultate der beiden Reisen wurden auf CD und DVD dokumentiert.

Im vorigen Jahr drehte der Filmregisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) einen Dokumentarfilm über das Leben des vielseitigen Musikers, der sich mit klaren politischen Statements nie zurückhält, deshalb auch häufig in seiner Heimat angeeckt ist. Rosenmüllers Porträt über den 62-jährigen Musiker trägt den Titel „Brenna tuat’s schon lang“ und spielt damit auf seinen bisher letzten Chart-Erfolg „Brenna tuat’s guat“ an. Die filmische Musikerbiografie kommt jetzt in unsere Kinos.

Weil aber der Musiker mit dem Jodeldiplom sehr umtriebig ist, hat er mittlerweile auch ein neues Album vorgelegt.

Dafür ist er nach Nashville, Tennessee, in den USA geflogen, um sich im Zentrum der Countrymusik umzuhören. Herausgekommen ist die CD „Federn“. Auf deren Cover ist der Mann tatsächlich mit Federschmuck zu sehen. Musikalisch transferiert Hubert von Goisern aber Songs mit klassischem Country-Zuschnitt in österreichischen Dialekt, macht sich ebenso über Songs von Hank Williams her wie über das traditionelle „Amazing Grace“, oder er entwickelt aus einem Standard von Thelonious Monk den Blues „I bin ganz aloan“. Unter den fünfzehn Tracks finden sich aber auch einige Originalkompositionen von ihm. Es gibt zwar einige ruhigere Nummern, aber insgesamt rockt das Album, selbst wenn es mit Cajun oder Bluegrass liebäugelt, ziemlich heftig.

Am 17. Mai, 20 Uhr, stellen Hubert von Goisern und seine Band das Album im Modernes vor.

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