Bokeler Kleinode Knete direkt aus der Erde

Zum Tag der offenen Denkmals am 8. September haben drei Veranstalter gemeinsam mehrere Aktionen organisiert, die die Bokeler Kleinode in den Fokus rücken sollen.
26.08.2019, 15:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Andrea Grotheer

Bokel. Es ist wohl einer der ältesten Orte in der Ortschaft Bokel und kann gut und gerne als Kleinod bezeichnet werden: das große Moor. Der Moorerlebnispfad ist über die Straße Heidberg erreichbar und am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 8. September, einer der Treffpunkte zu einer Art Denkmalsrundreise durch die Kleinode Bokels. Zur Tour gehört außerdem das Sammelsurium von Nikolaus Pross, in dem der Modellbau im Vordergrund steht. Auch der dazugehörige Hof Haase, ein denkmalgeschütztes Anwesen aus dem Jahre 1817, kann besucht werden. Im Preussenhof im Ortsteil Kransmoor steht das dörfliche Leben im Mittelpunkt.

Für den Aktionstag, der mit bundesweit zur Besichtigung geöffneten Denkmälern als „das größte deutsche Kulturevent“ angekündigt wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Modern (e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ steht, hat sich in Bokel eine Kooperation gebildet. Mit dem Bürgerverein, dem Förderverein Großes Moor sowie Susanne und Nikolaus Pross haben sich gleich drei Veranstalter zusammengeschlossen, um Bokeler Kleinode zu präsentieren. „Es geht uns darum, dass man etwas besichtigen und auch mitmachen kann. Kompetente Ansprechpartner geben vor Ort Informationen", sagt Karl-Peter Krebsfänger, Ortsheimatpfleger von Bokel und Mitglied im Bürgerverein.

Besenbinder in Aktion

Das Mitmachprogramm startet um 10 Uhr im Moor: Neben einer Führung wird auch das Kneten von Torffiguren angeboten. „Man muss nur in die Erde greifen, dann hat man Knete“, sagt Klaus Hinze, Vorstandsmitglied des Fördervereins Großes Moor. Das Gebiet wurde 1986 in das Niedersächsische Moorschutzprogramm aufgenommen. 2003 wurde mit der Wiedervernässung begonnen. Vor Ort wird mit Erhard Küther auch der Schwiegersohn des letzten Torfgräbers und Besenbinders Harald Dehnenkamp sein. Dieser wird den interessierten Gästen das Besenbinden näher bringen. Das Moorprogramm endet um 11.30 Uhr.

Von 12 bis 14 Uhr öffnet in der Straße „Auf dem Brink 7“ das Sammelsurium. Dort hat Nikolaus Pross einen Ausstellungsraum geschaffen, in dem der Modellbau im Vordergrund steht. Zu sehen sind Schiffsmodelle genauso wie Eisenbahnen und Flugzeuge. Hauptthema ist die Entwicklung der Verkehrsträger in den 1930er- bis 1960er-Jahren. Für den Aktionstag hat der Sammler ein Kartonmodell eines Torfkahns entworfen, das Interessierte aufbauen können. Das Wohnhaus auf dem Grundstück ist ebenfalls zur Besichtigung geöffnet. Der Hof Haase wurde 1817 vom Bauherrn Carsten Haase und der Baufrau Adelheit Haasen, die laut Inschrift tatsächlich unterschiedliche Nachnamen hatten, errichtet. Seit 1993 leben Susanne und Nikolaus Pross in dem denkmalgeschützten Haus. Es steht als letztes seiner Art im alten Ortskern des Dorfes, dessen Name 1110 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 2500 Quadratmeter Grundstück gehören zu dem reetgedeckten Haus. Gemütlich eingerichtet ist die Wohndiele. Der Verschlag, in dem früher ein Pferd untergestellt war, bietet Platz für einen Flügel; der fest mit der Wand verbundene gemauerte Futtertrog in der Ecke zeugt noch von alten Zeiten. Das Bad war früher der Hühnerstall, in der heutigen Küche standen früher maximal zwei Kühe. Von 11 bis 17 Uhr kann der Hof Haase besichtigt werden.

Von 14.30 bis 17.30 Uhr öffnet der Preussenhof in der Feldstraße 17 im Ortsteil Kransmoor seine Pforten. Das 1863 erbaute Haus wurde zuletzt von Wilma und Herbert Preuß bewohnt. Enkelin Angela Albrecht hat gemeinsam mit dem Bürgerverein Bokel und der Unterstützung zahlreicher Stifter ein Museum daraus gemacht. Gezeigt werden Gerätschaften, Werkzeuge und andere Gegenstände des dörflichen Lebens. Ein Themenraum gibt einen Überblick über die Entwicklung der Waschmaschinen. Im Werkstattschuppen steht das Schmiedehandwerk im Mittelpunkt, unter der Überschrift „Schmiedeglut und Hammerschlag in der Dorfschmiede“ leitet Michael Burchert einfache Schmiedearbeiten an. „So kann man sehen, wieviel Arbeit darin steckt“, sagt der Bokeler, der beruflich mit nachhaltigem Bauen zu tun hat.

Weitere Informationen

Das Programm am 8. September: Bokeler Kleinode, Großes Moor (Heidberg): Führung/Torffiguren kneten/Besenbinden, 10 bis 11.30 Uhr; Sammelsurium (Auf dem Brink 7): Besichtigung/Torfschiff-Kartonmodellbau, 12 bis 14 Uhr; Preussenhof (Feldstraße 17, Ortsteil Kransmoor): Besichtigung/ Schmiedeglut und Hammerschlag in der Dorfschmiede, 14.30 bis 17.30 Uhr; Hof Haase (Auf dem Brink 7): Besichtigung, 11 bis 17 Uhr.

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