Fußball 1. Kreisklasse Cuxhaven

Lunes Neuzugang Christoph Roes mischt die Kreisklasse auf

Noch ist es ziemlich ruhig. Doch spätestens nach der Winterpause dürfte das Telefon von Christoph Roes kaum noch stillstehen.
19.12.2019, 17:28
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann
Lunes Neuzugang Christoph Roes mischt die Kreisklasse auf

Christoph Roes

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Lunestedt. Noch ist es ziemlich ruhig. Doch spätestens nach der Winterpause dürfte das Telefon von Christoph Roes kaum noch stillstehen. Schließlich führt dieser mit 21 Treffern zusammen mit Daniel Butzke vom TV Langen die Torjägerliste in der 1. Fußball-Kreisklasse Cuxhaven, Staffel II, an (siehe nebenstehende Übersicht) und sorgte dafür, dass sein FC Lune noch um den Aufstieg in die Kreisliga Cuxhaven mitspielt.

Bei Christoph Roes handelt es sich um den jüngeren Bruder von FC-Spielertrainer Martin Roes, der sich in seinem zweiten Pflichtspiel für den FC Hagen/Uthlede in der Saison 2017/2018 in der Landesliga einen Knorpelschaden zuzog und seine Laufbahn damit vorerst beenden musste. Während sich Martin Roes dann dem FC Lune anschloss, um diesen gemeinsam mit Kai Schmonsees zu trainieren, blieb Christoph Roes bei der SG Stinstedt. Diese schoss er mit seinen Toren in die Landesliga. Nach dem Abstieg in die Bezirksliga 4 zog sich die Fachkraft für Lebensmitteltechnik jedoch einen Kreuzbandriss zu. Somit verpasste er auch fast die komplette vergangene Rückrunde und musste tatenlos mitansehen, wie sein Klub die anvisierte Rückkehr in die Landesliga verpasste.

„Jetzt bin ich aber wieder komplett beschwerdefrei“, informiert der 23-Jährige. Das rechte Knie, das nicht operiert wurde, hält. „Christoph schlug bei uns ein wie eine Granate. Er erzielte seine 21 Treffer mit rechts, mit links und mit dem Kopf, obwohl er keine 1,80 Meter misst“, berichtet der FC-Vorsitzende Carl Gerken. Roes sei enorm antrittsschnell, habe eine sehr gute Schusstechnik und verfüge über eine herausragende Siegermentalität. „Dabei ist Christoph keineswegs eigensinnig, sondern sieht den besser postierten Mitspieler und legt uneigennützig auf“, betont Gerken.

Aufgewachsen ist der Neuzugang ebenso wie seine beiden älteren Brüder Martin und Jendrik Roes beim TV Donnern. Jendrik Roes kickt auch immer noch für diesen Verein in der 2. Kreisklasse Cuxhaven. Mit dem 26-Jährigen duelliert sich Christoph Roes besonders gerne im Tennis in Bexhövede. Früher bestritt der Goalgetter auch Tennis-Punktspiele für den TSV Düring. Im Fußball wechselte Christoph Roes in der Jugend zunächst für drei Jahre zur LTS Bremerhaven, ehe es ihn zum JFV Unterweser verschlug. Weil der JFV dann keine A-Junioren mehr besaß, gab er bereits mit 17 Jahren sein Debüt für die Herren der SG Stinstedt.

Der gelernte Stürmer, der in Stinstedt auch schon mal als rechter Verteidiger fungierte, läuft beim FC Lune als Achter in einem 4-3-3-System auf. Dies hält ihn aber nicht davon ab, die mit Abstand meisten Tore für seinen Verein zu markieren. „Meine Mitspieler meckern aber manchmal, dass ich nicht genug nach hinten arbeite. Dafür bin ich aber nicht fit genug“, erklärt der Torjäger, der sich gerade zum Industriemeister in der Lebensmitteltechnik weiterbildet und deshalb im Schnitt nur einmal in der Woche am Training teilnehmen kann. Da die Meisterschule auch noch ein ganzes Jahr dauert, ist ein Wechsel zu einem höherklassigen Verein zur kommenden Saison auch kein Thema – noch nicht.

„Bisher gibt es aber auch noch keine Anfragen. Ich würde es mir dann aber trotzdem erst einmal anhören“, versichert der 23-Jährige. Beim Oberligisten FC Hagen/Uthlede kenne er einige Spieler auch privat ganz gut. „In Hagen müsste ich aber einen extrem hohen Aufwand betreiben“, gibt der talentierte Spieler zu bedenken, der noch in einem guten Kontakt zu Stinstedts Trainer Stefan Gelhaar steht. Generell sei Roes jedoch kein großer Freund von vielen Vereinswechseln. Einen Wechsel wird Roes aber wohl auf jeden Fall noch vornehmen. „Ich möchte gerne meine Laufbahn zusammen mit meinen Brüdern beim TV Donnern ausklingen lassen, am liebsten mit meinem Vater Manfred als Trainer“, verrät Roes. Manfred Roes war für seine Söhne bislang nur Coach in der Jugend.

Bis dahin möchte Christoph Roes aber erst einmal den Aufstieg mit dem FC Lune in die Kreisliga verwirklichen. Diesen hat der 179 Zentimeter große Kicker angesichts eines Rückstandes von sieben Zählern auf den Herbstmeister SG Wittstedt/Driftsethe/Bramstedt auch für diese Serie noch nicht abgehakt. „Wir bestreiten gleich das erste Match nach der Winterpause gegen Wittstedt. Wenn wir das gewinnen, ist noch alles drin“, teilt Roes mit. Bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel sei sein Team in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft gewesen. Den Zweiten SG Wehden/Debstedt besiegte Lune zumindest im Pokal mit 5:2. „Da hätten wir auch zehn Tore schießen können. Spielerisch sind wir aus meiner Sicht die beste Mannschaft der Liga“, so Roes. Der Aufstieg sei ihm auch wichtiger als der Erhalt der Torjägerkanone, die der Deutsche Fußballbund erstmals auch in den unteren Ligen ausgibt.

Wenn Christoph Roes auch urlaubsbedingt nicht bereits drei Spiele verpasst hätte, wäre er vermutlich schon jetzt klar in dieser Wertung vorne. Gerade das versäumte Spiel gegen die Schießbude der Liga, SG Langenfelde, schmerzt: „Bei unserem 8:0-Sieg haben sogar die Verteidiger getroffen. Da wären mir wohl auch ein paar Treffer gelungen.“ So muss Roes darauf hoffen, dass ihm vor allem Daniel Fränzel und Christoph Grotheer auch in der Restrunde noch möglichst viele Tore auflegen, damit es mit der Torjägerkanone etwas wird. Und wenn es nicht mit dem Aufstieg klappen sollte, hatte Christoph Roes wenigstens Spaß. „Christoph ist auch nach den Spielen noch lange da“, berichtet Carl Gerken. Roes habe hier Freunde fürs Leben gefunden. „Ich spiele mit meinen besten Kumpels zusammen“, bestätigt der Goalgetter.

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