Autor und Wolfsberater Naturschützer mit kriminellen Ideen

Hermann Kück ist nicht nur Wolsberater, Jäger und Naturschützer, er schreibt auch gern Bücher. Gerade hat er einen Krimi herausgebracht. Als Naturschützer hält er zudem demnächst einen Vortrag.
21.10.2019, 17:52
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Von Andrea Grotheer

Lunestedt. Der Wolf lässt ihn nicht los: Hermann Kück ist seit sieben Jahren Wolfsberater im Landkreis Cuxhaven, hat zahlreiche Informationsveranstaltungen gemacht und war oft vor Ort, wenn angenommen wurde, dass ein Wolf Schaden angerichtet hatte. Jetzt hat er das Thema Wolf in einer Kriminalgeschichte verarbeitet. „Wolfsfieber – Ein nordischer Zeitgeistkrimi“ hat er sein Werk genannt. Es ist nicht sein erstes Buch.

In den vergangenen Jahren sind bereits einige Erlebnisbücher über Wildtiere von ihm erschienen. Zudem hat der Lunestedter dieses Jahr seine Erinnerungen und Erlebnisse als Jäger und Naturschützer in seiner ganz persönlichen Biografie „Die erfüllten Erinnerungen eines waidgerechten Jägers und Naturschützers“ zusammengefasst.

Schreiben statt fernsehen

„Bevor ich abends vor dem Fernseher sitze, schreibe ich lieber“, sagt Hermann Kück und schmunzelt bei diesen Worten. Das Bücherschreiben sei mittlerweile so etwas wie ein Hobby für ihn geworden. „Wenn ich anfange zu schreiben, sitze ich Abend für Abend daran. Es fließt mir zu. Wenn ich etwas geschrieben habe, habe ich das nächste Kapitel bereits im Kopf“, erzählt der Autor über den Entstehungsprozess seiner Bücher.

Die aktuelle Geschichte, die er auf knapp 120 Seiten in 40 kurzen Kapiteln zusammengefasst hat, sei ihm schon längere Zeit durch den Kopf gegangen. „Als Wolfsberater habe ich die Stimmung von Anfang an bis heute erlebt“, sagt Hermann Kück mit Blick auf die oft emotionsgeladene öffentliche Diskussion über das nach Deutschland zurückgekehrte Wildtier. „Völlig aus dem Ruder“ seien diese Emotionen manches Mal gelaufen, hat er beobachten müssen.

„Das hat sich alles relativiert“, findet Kück jedoch inzwischen. Heute gebe es in dieser Gegend nur noch ein paar Ecken, in denen sich Wölfe tatsächlich aufhielten. „Bei Gnarrenburg und bei Garlstedt gibt es seit zwei bis drei Jahren Rudel, die aber kaum mit Schäden auffallen“, berichtet er. Das Rudel im Cuxland, das in den vergangenen Jahren für Wirbel gesorgt hatte, existiere bis auf eine Wölfin nicht mehr und die habe keinen Nachwuchs. Momentan sei es bis auf wenige Übergriffe auf Rinder und Schaf sehr ruhig: „Wir können keine Reduktion des Wildes feststellen, in der Summe hat der Wolf auf die Population keinen Einfluss“, so Hermann Kück.

Mit dem Buch wolle er seine „Message“ rüberbringen. Die in der Geschichte vorkommenden Personen seien nicht authentisch, die Themen aber schon. „Ich habe sieben bis acht Personen eingebaut, die unterschiedlich mit dem Thema umgehen.“ Zu Beginn der Geschichte gehe es darum, dass jemand einen Wolf habe heulen hören, erzählt er.

Am Ende gibt’s Tote

Daraus entwickele sich etwas: „Die Leute reden sich die Köpfe heiß, doch nichts passiert“, verrät der Autor, der seinen Krimi in Eigenregie herausgebracht hat. Die Geschichte schaukle sich immer weiter hoch, am Ende gebe es mehrere Tote. Doch Stopp, mehr soll nicht verraten werden. Bebildert ist das Buch mit 36 Zeichnungen des Bokeler Karikaturisten Heinz Glaasker. Zum Preis von sieben Euro verkauft Hermann Kück sein Buch. Inklusive Postversand kostet es zehn Euro. Bestellungen nimmt der Autor unter der E-Mail-Adresse hk.for.nature@web.de entgegen.

Info

Zur Sache

Vortragsreihe: „Das geht uns alle an“

„Kein Platz mehr für natürliche und kleine Tiere?“ Diese Frage stellt Naturschützer und Buchautor Hermann Kück am Freitag, 1. November, ab 19.30 Uhr im Dorphuss in Lunestedt, Dorphuusstraße 7. In seinem Vortrag geht Kück auf den Rückgang der natürlichen Lebensräume und der Nahrungsgrundlagen für die heimischen Niederwildarten, Vögel und Insekten ein. Kück folgt einer Einladung des Arbeitskreis Dorphuus des Heimatvereins Beverstedt zur Veranstaltungsreihe „Das geht uns alle an“. Kück will mithilfe von aktuellen Kurzfilmbeiträgen und Luftaufnahmen auf die gravierenden Veränderungen in den Landwirtschaftsflächen und in der Kulturlandschaft sowie auf den dramatischen Rückgang heimischer Arten und deren Lebensräume hinweisen. Er versteht seinen Vortrag als Anregung zum Nachdenken und Handeln. Dem Vortrag schließt sich eine Diskussion an, bei der Kück und der Arbeitskreis zusammen mit den Zuhörern nach Lösungsansätzen suchen wollen. Eintritt: zwei Euro.

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