Gemeinschaftsaktion Grasiger Vorgarten wird zur Insekten-Tankstelle

Mit Unterstützung zahlreicher Helfer hat die Nabu-Ortsgruppe Beverstedt den Vorgarten des Dorfgemeinschaftshauses in der Alten Schule an der Brunshauser Straße für die Nutzung durch Wildbienen hergerichtet.
01.05.2022, 23:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Palme

Stubben. Mit der Unterstützung zahlreicher Helfer hat die Ortsgruppe Beverstedt des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland den Vorgarten des Dorfgemeinschaftshauses in der Alten Schule an der Brunshauser Straße für die Nutzung durch Wildbienen hergerichtet.  Die Idee zur Umgestaltung entstand nach dem Umzug der Nabu-Geschäftsstelle aus Beverstedts Ortsmitte nach Stubben. Es musste viel Arbeit investiert werden. "Die eintönige Grasfläche bot kein schönes Bild und war kein Futterplatz für Insekten“, hatte die Nabu-Biologin Renate Gründling im Rückblick bedauernd festgestellt.  So musste die Gemeinde erst für das Abtragen der Rasenfläche sorgen. Dann veredelte Landwirt Henning Puckhaber die Fläche mit Findlingen.

Neben Stelen aus Eichenholz, die Löcher fürs Nisten aufweisen, runden die urigen Steine das Bild von der Insekten-Tankstelle ab, die mit unterschiedlich blühenden Pflanzungen aufwartet und als „Hingucker“ für Passanten auf der Brunshauser Straße taugt. Auch der Bürgerverein Stubben als Betreiber des Dorfzentrums lobt die Umgestaltung des Vorgartens. Der Vorstand des Bürgervereins  packte bei der Pflanzung der fast 100 Wildbienen-Trachtpflanzen kräftig mit an.

Auch der Nabu-Vorsitzende Wolfgang Müller ist von der ökologischen Aufwertung seines Büroumfeldes begeistert. „Die Fläche war sehr artenarm“, so Müller, der auch ein Lob für die Spendenbereitschaft einiger ortsansässiger Firmen parat hatte, „ohne deren Engagement  der Kampf gegen Wildbienen- und Insektensterben nicht gewonnen werden kann“.

Mit der Aktion möchte der Naturschutzbund seinen Auftrag auch öffentlichkeitswirksam machen und auf die „Wildbienen-Problematik“ hinweisen. Die Biologin Renate Gründling weist in ihrer Erklärung auf den Einsatz der Wildbienen bei der Pflanzenbestäubung hin. Die zwischen zwei und drei Millimeter Zentimeter großen Insekten siedeln in der Erde oder in Hohlräumen von morschem Holz. In ihrer kurzen Lebenszeit von nur vier bis acht Wochen bestäuben sie Nutzpflanzen und tragen damit zu einer reichen Ernte bei. Derzeit stehen über 50 Prozent der heimischen Wildbienenarten auf der Roten Liste. Stubbens Ortsvorsteher Gerhard Tienken (SPD) begrüßt das Engagement des Nabu und dessen Umzug ins Dorfzentrum.  „Das Büro der Naturschützer bereichert unser Dorfzentrum“, findet Tienken und zeigt sich über die gemeinsame Arbeit von Landwirten und Naturschützern zum Wohle der Allgemeinheit erfreut.

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