Fußball-Oberliga Niedersachsen

Die Gespräche laufen, aber: FC Hagen/Uthlede noch ohne Neuzugang

Jetzt, da mit der Annuliierung der Saison Fakten geschaffen wurden, kann der FC Hagen/Uthlede besser planen. Und auch wenn im Hintergrund fleißig am Kader gebastelt wird: Noch gibt es keinen Neuzugang.
15.04.2021, 15:53
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Die Gespräche laufen, aber: FC Hagen/Uthlede noch ohne Neuzugang
Von Dennis Schott
Die Gespräche laufen, aber: FC Hagen/Uthlede noch ohne Neuzugang

Kam beim FC Hagen/Uthlede nicht wie erhofft zum Zuge und wird den Verein deswegen verlassen: Kubilay Denkgelen (sitzend).

Julian Berndt

Die Frage ist ihm zu theoretisch, um sie seriös beantworten zu können. Ob dem FC Hagen/Uthlede der Saisonabbruch nicht gelegen kommt, weil es sonst sehr schwer gewesen wäre, den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga Niedersachsen zu erreichen? „Was soll ich dazu sagen?“, entgegnet Trainer Benjamin Duray. Das sei alles hypothetisch. „Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass wir für unser Ziel alles hätten reinwerfen müssen, wahrscheinlich bis zum letzten Spieltag“, sagt Duray, um kurz danach nachzuschieben: „Aber da brauche ich mir jetzt keine Gedanken mehr drüber zu machen.“

Erleichterung, dass eine Saison, in der die Grün-Schwarzen lediglich fünf Punkte in acht Spielen geholt haben und zwischenzeitlich den Rücktritt von Durays Vorgänger Carsten Werde verkraften mussten, noch ein gutes Ende genommen hat, sieht definitiv anders aus. Und so sagt Benjamin Duray zum vor gut zwei Wochen vorgenommenen Saisonabbruch durch den Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV): „Wir nehmen es, wie es ist.“ Nicht mehr, nicht weniger.

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Die aktuelle Situation hat für den FC Hagen/Uthlede jedoch einen großen Vorteil. Denn mit dem nun sicheren Verbleib im niedersächsischen Oberhaus haben die Verantwortlichen bessere Argumente, um Spieler an die Blumenstraße zu holen. Das war ja die große Schwierigkeit in den vorangegangenen Wochen und Monaten gewesen: die Planbarkeit. „Das ist auf jeden Fall besser, weil wir wissen, wo wir spielen. Das war schon in diversen Gesprächen der ausschlaggebende Punkt gewesen. Und wir konnten bis zum Abbruch nicht verlässlich sagen, dass wir weiterhin in der Oberliga spielen. Der Abbruch gibt uns einen Schub“, erklärt Hagens Teammanager Gunnar Schmidt und ergänzt, dass es in den Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen seiner Erfahrung nach immer um zwei Fragen gehe: „Wer ist der Trainer?“ Und: „In welcher Liga wird gespielt?“

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Und obwohl in beiden Fragen Klarheit herrscht – der FC Hagen/Uthlede verlängerte bekanntlich vorzeitig mit Benjamin Duray – und der Transfermarkt nach Bekanntgabe des Saisonabbruchs ordentlich in Schwung geraten ist, konnte der Oberligist noch keinen Vollzug vermelden. Die Betonung liegt hierbei allerdings auf „noch“. „Wir sind in Gesprächen“, sagt Trainer Benjamin Duray (wenig) zum aktuellen Stand der Spielersuche. Mehr lässt sich der 41-Jährige nicht entlocken. „Wenn es etwas zu verkünden gibt, dann werden wir das tun“, sagt er. Etwas konkreter wurde dafür Teammanager Gunnar Schmidt. Namen nennt er freilich nicht. Aber er berichtet von einem Spieler, der bereits zugesagt habe und auch seinen aktuellen Verein in Kenntnis über seinen Wechsel gesetzt hat. Bevor der Wechsel aber öffentlich gemacht wird, will sich der FC Hagen/Uthlede mit dem abgebenden Verein noch einmal in Verbindung setzen. So ist es bei den Grün-Schwarzen eigentlich Usus. Und daran wollen sie auch nicht rütteln. Man darf also gespannt sein.

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Nichts Neues aufseiten der Zugänge, dafür aber bei den Abgängen. Wie berichtet, verlassen Kubilay Denkgelen (geht zum Bremen-Ligisten ESC Geestemünde) und Hussain Taha (geht zum Bezirksligisten VSK Osterholz-Scharmbeck) den Fußball-Oberligisten. Coach Duray berichtet von „vernünftigen Gesprächen mit den beiden“, am Ende überwog bei den Spielern der Wunsch nach einer Veränderung. „Ich habe Kubilay eine Einschätzung gegeben, wo ich ihn in der neuen Saison sehe. Dabei konnte ich ihm nicht die Spielzeiten versprechen, die er sich vielleicht wünscht“, erzählt Trainer Benjamin Duray. Und auch wenn der FC Hagen/Uthlede in Hussain Taha, dem zweiten Abgang, einen Stammspieler verliere, und dieser künftig sogar zwei Ligen tiefer spiele, müsse man die Beweggründe verstehen, so Duray. „Der Wechsel hat ja persönliche Gründe“, weiß Hagens Coach. Beim VSK kann Hussain Taha, von allen nur „Nuno“ genannt, wieder mit seinen Freunden kicken und will mit ihnen den Aufstieg in die Landesliga schaffen. „Aber auch für ihn werden wir eine Alternative finden. Da bleibe ich ganz entspannt, weil es einfach das normale Geschäft ist, dass Spieler kommen und gehen“, so Duray.

Info

Zur Sache

Festhalten am Pokalwettbewerb

In der Meisterschaft sind Fakten geschaffen worden. Die Saison der Fußball-Oberliga ist annulliert. Anders sieht es hingegen im Niedersachsen-Pokal aus. Hier hätte der FC Hagen/Uthlede am 4. November eigentlich das Achtelfinale gegen den Ligakonkurrenten TB Uphusen ausspielen sollen – und soll es auch nach wie vor ausspielen.

Günter Distelrath, der Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV), bestätigt die Absicht, am Pokalspielbetrieb festhalten zu wollen. „Die Teilnehmer am DFB-Pokal sollen, sofern es die Verfügungslage zulässt, sportlich ermittelt werden. Andernfalls kommt auch hier eine alternative Entscheidungsfindung in Betracht. Gleiches gilt für den Pokal auf Kreis- und Bezirksebene“, sagt Distelrath. „Ich könnte mir vorstellen, dass man die Pokalspiele während der Vorbereitung austragen kann“, sagt Hagens Teammanager Gunnar Schmidt. Trainer Benjamin Duray erklärt: „Ich denke, dass der Verband bestrebt ist, ein Zeitfenster zu finden, in dem die Spiele stattfinden können. Wenn es soweit ist, wollen wir vorbereitet sein.“ Für die kommenden Monate und die folgende Saison setzt NFV-Präsident Distelrath auf ausreichenden Impfstoff und Selbsttestungen. „Ich hoffe, dass wir in Deutschland die Probleme mit dem Corona-Impfstoff in den Griff bekommen. Mit der zunehmenden Durchimpfung der Bevölkerung wird die Pandemie ihren Schrecken verlieren. Darauf hoffen wir alle. Im Sinne der Gesundheit und im Sinne des Fußballs.“

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