Fußball-Oberliga Niedersachsen Die Lage wird ernster für den FC Hagen/Uthlede

„Zweifelsohne befinden wir uns derzeit in keiner einfachen Situation“, sagte FC-Trainer Carsten Werde nach der 1:3-Niederlage gegen die FT Braunschweig.
16.09.2019, 10:49
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Die Lage wird ernster für den FC Hagen/Uthlede
Von Tobias Dohr

Hagen. Es war nur eine klitzekleine Szene, eine flüchtige Momentaufnahme, die wohl nur den wenigsten Zuschauern aufgefallen sein dürfte, die aber das ganze Dilemma des FC Hagen/Uthlede überaus zugespitzt auf den Punkt brachte. 73 Minuten waren in der Oberliga-Partie zwischen den Gastgebern und der FT Braunschweig bereits gespielt, die Partie beim Stande von 3:0 für die Gäste im Prinzip entschieden. Der nimmermüde Marlo Burdorf, der erneut ein Vorbild in Sachen Einstellung und Laufbereitschaft war, wollte noch einmal ein Zeichen setzen.

Wild entschlossen versuchte der FC-Kapitän zunächst Nils Wiese und nur Sekunden danach Maximilian Agge per taktischem Foul auszubremsen. Doch Burdorf kam einfach nicht an seine Gegenspieler heran. Zwei-, dreimal fischte der Hagener Führungsspieler wild nach dem Trikot der Braunschweiger, doch diese entwischten ihm immer wieder. Es hatte etwas vom berühmten Hase-und-Igel-Wettlauf. Egal, wie sehr sich die Hagener mühten, die Braunschweiger waren immer ein Stückchen schneller, einen Ticken abgezockter, ein Quäntchen ballsicherer. Und am Ende glückte den Hagenern nicht einmal mehr das taktische Foul. Der 3:1 (1:0)-Auswärtssieg der Gäste ging nicht nur deshalb vollauf in Ordnung.

„Zweifelsohne befinden wir uns derzeit in keiner einfachen Situation“, sagte FC-Trainer Carsten Werde hinterher. „Ich will und kann den Jungs das Bemühen heute gar nicht absprechen, aber das Momentum ist derzeit einfach nicht auf unserer Seite.“ Jenes Momentum hätte schon in der dritten Minute einen gänzlich anderen Verlauf möglich machen können. Braunschweigs Yannis Fischer war einer der ganz seltenen Stockfehler unterlaufen, Finn-Niklas Klaus sofort zur Stelle. Der Hagener Stürmer setzte den durchgestarteten Hussain Taha perfekt in Szene, doch der zögerte freistehend viel zu lange mit dem Torabschluss.

Doch mehr Nachlässigkeiten zeigten die Braunschweiger nicht. Stattdessen ließen die Gäste den Ball immer wieder gekonnt durch die eigenen Reihen laufen und erspielten sich so nach und nach immer mehr Feldvorteile und gingen völlig zurecht in Führung. Niklas Neudorf ließ im Zentrum gleich zwei Hagener ins Leere laufen und schob überlegt ein (24.). Dieser Rückstand war ein Wirkungstreffer, von dem sich die Hausherren lange Zeit nicht erholten. Immer wieder luden die FC-Kicker den Gegner durch teilweise unerzwungene Fehlpässe – oftmals sogar flach ins Zentrum – zum Toreschießen ein. Und die Grün-Schwarzen hatten großes Glück, dass die Braunschweiger aus diversen guten Möglichkeiten nicht mehr machten. Erst fünf Minuten nach Wiederanpfiff hatte der Hagener Anhang mal wieder den Torschrei auf den Lippen. Eine Freistoßflanke brachte Finn-Niklas Klaus per Kopf zu Berend Knoop, doch der bekam hinter seinen Kopfball keinen Druck mehr. Die Partie war nun deutlich ausgeglichener als noch in der ersten Hälfte, allerdings blieb es dabei, dass die Braunschweiger einen geordneteren Spielaufbau zu bieten hatten und in fast allen Aktionen irgendwie einen Tick strukturierter wirkten. Mit einem zu überhasteten Abschluss vergab Klaus dann eine weitere Gelegenheit der Hausherren – ehe Braunschweig im Gegenzug eiskalt zuschlug.

Über fünf, sechs Stationen ließen die Gäste den Ball – teilweise im Direktpassspiel – durch die eigenen Reihen laufen, spielten am Ende Maximilian Agge perfekt im Sechzehner frei, und der brauchte nur noch einzuschieben. Und nur zwei Minuten später war es erneut Agge, den die Hagener Hintermannschaft nach einem von Yannick Koch nach vorne abgeklatschten Schuss nicht stoppen konnten. Apropos Koch: Der Hagener Ersatzkeeper war erst wenige Minuten vor der Partie in die Startelf gerutscht, weil Yannick Becker sich beim Warmmachen am Rücken verletzt hatte.

Allerdings traf Koch am wenigsten Schuld an der Hagener Niederlage, die auch deshalb zustande kam, weil der Anschlusstreffer von Erik Köhler zum 1:3 am Ende zu spät fiel. Jedoch war dieser Treffer endlich mal herrlich, weil schnell und die Tiefe nutzend, herausgespielt gewesen.

Doch von jenen Szenen gab es am Sonntagnachmittag einfach viel zu wenige auf dem Platz an der Blumenstraße, der momentan weit entfernt davon ist, eine Festung zu sein. Stattdessen segelten die Bälle in den verbleibenden Minuten wieder allesamt hoch in den gegnerischen Sechzehner.

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