Fußball-Oberliga Niedersachsen

FC Hagen/Uthlede: Viel Ballbesitz – keine Tore

„Man kann sich für 70 Prozent Ballbesitz nichts kaufen, wenn einem vorne Tiefe und Durchschlagskraft fehlen" - so lautete das Fazit von Trainer Carsten Werde nach dem 0:3 des FC Hagen/Uthlede gegen Bersenbrück.
07.09.2020, 08:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Timo Flathmann

Hagen. Der FC Hagen/Uthlede musste sich im Auftaktspiel der Fußball-Oberliga Niedersachsen dem TuS Bersenbrück mit 0:3 (0:1) geschlagen geben. Der Gast war in den Augen von FC-Trainer Carsten Werde die an diesem Tag „deutlich abgezocktere Mannschaft“.

Es gab in den 90 Spielminuten nicht diesen einen großen Grund, warum die Heimelf dieses Oberligaspiel verlor. Vielmehr waren es viele kleinere Dinge, die das Gesamtbild einer leistungsgerechten 0:3-Niederlage zusammensetzen. Die Elf von Carsten Werde biss sich regelrecht die Zähne am TuS Bersenbrück aus, der seinerseits wenig Fehler machte – und die der Heimelf gnadenlos bestrafte. Zwar hatten die Hagener mehr Ballbesitz, phasenweise sogar deutlich mehr, dem Team fehlte es an diesem Tag aber an einer großen Portion Durchschlagskraft, sodass die Gäste immer noch irgendwie ein Bein in den letzten oder vorletzten Pass stellen und so Chancen verhindern konnten. Das sah auch Werde so.

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„Man kann sich für 70 Prozent Ballbesitz nichts kaufen, wenn einem vorne Tiefe und Durchschlagskraft fehlen. Das war heute, leider Gottes, wieder das Manko.“ In den Augen des Coaches haben die offensiven Laufwege hinter die gegnerische Abwehrkette zu oft gefehlt, sodass diese Wege vom Passgeber nicht bedient werden konnten. Dies wurde in der Halbzeitpause laut Werde angesprochen und in der zweiten Halbzeit, auch durch die Einwechslung von Timo Stüßel, der nach 59 Minuten für den zumeist abgemeldeten Kilian-Lasse Tienken reinkam, etwas besser – der Torerfolg blieb aber aus.

Zum stockenden Offensivspiel kamen spielentscheidende Unaufmerksamkeiten in der Defensive dazu. Bersenbrück ging in Führung, als Markus Lührmann recht freistehend eine mustergültige Flanke von Max Tolischus einköpfte (16.). Der FC biss sich aber mehr und mehr ins Spiel und konnte immer bessere Ballbesitzphasen vorweisen. Mirko Franke hatte, nachdem er von Kai Diesing freigespielt worden war, in der 26. Minute die erste richtige Hagen-Chance, doch TuS-Keeper Nils Böhmann wehrte den Schuss zur Ecke ab.

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Finn-Niklas Klaus wurde, nachdem er zwei Bersenbrücker Spieler ausgetanzt hatte, kurz danach im Strafraum zu Fall gebracht, doch der Elfmeterpfiff blieb, vermutlich vertretbar, aus (32.). Klaus hatte noch eine Chance auf der Stirn, doch sein Kopfball nach einer Ecke zischte über das TuS-Gehäuse hinweg (36.). Auf der anderen Seite hatte Bersenbrück eine dicke Dreifachchance, die nach zwei Hagener Klärungsaktionen letztlich am Pfosten und dann im Aus landete (45.).

Die Führung spielte den Gästen ausdrücklich in die Karten. Das Team von Trainer Farhat Dahech zeigte durchaus Qualitäten beim Kontern und ließ aus dem Spiel heraus kaum etwas zu. „Nach der Führung hat sich Bersenbrück noch ein bisschen tiefer hinten reingezogen. Sie haben es mit ihrer Viererkette auch sehr souverän verteidigt, weil wir sie zu wenig vor Probleme gestellt haben mit der Art und Weise, wie wir agiert haben“, analysierte Werde. Die zweite Halbzeit begann sehr ereignisarm. Erst ein Freistoßknaller aus mehr als 20 Metern von Klaus, den Böhmann sehenswert parierte, weckte die Mannschaften wieder richtig auf (59.).

Nur eine Minute später entschied FC-Keeper Yannick Becker eine Eins-gegen-eins-Situation gegen Lührmann stark für sich. Beim 0:2 konnte dann aber auch Becker nichts mehr retten: Ein weiter Schlag von TuS-Keeper Böhmann landete direkt beim quirligen Moritz Waldow, der der FC-Defensive entwischte und gekonnt per Lupfer traf (68.).

Dieses Gegentor war merklich ein Tiefschlag für die Werde-Elf, die am Ende sogar noch das 0:3 schlucken musste, als Rechtsverteidiger David Leinweber flanken und Tolischus sich freilaufen und einköpfen konnte (79.).

Angesprochen auf die Gegentore zeigte sich Werde verständlicherweise angefressen: „Das darf nicht sein“, sagte der Trainer, der diese Fehler ganz sicher in den kommenden Einheiten ansprechen wird. Hauptaugenmerk sollen dann laut Werde aber auch die Durchschlagskraft und die offensiven Laufwege sein, um wieder mehr Torgefahr auszustrahlen.

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