Friedhofssatzung Hagen erinnert an Grab-Bepflanzung

Die Gemeinde Hagen im Bremischen erinnert aus gegebenem Anlass an die aktuelle Friedhofssatzung. Demnach dürfen Grabstellen höchstens zu zwei Dritteln mit Steinplatten oder Kies bedeckt sein.
03.09.2020, 05:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Palme

Hagen. Die Bestattungskultur unterliegt einem stetigen Wandel und ist daher Ausdruck des Zeitgeistes. Zugleich gibt es aber auch örtliche Regelungen zur Gestaltung der Friedhöfe, die von den Besitzern einer Grabstelle einzuhalten sind. „Wir bemerken eine steigende Zahl von Gräbern, die mit großflächigen Steinplatten oder Kiesflächen bedeckt sind“, berichtet Birgit Hülseberg, die in der Hagener Bauverwaltung für die 13 Friedhöfe der Gemeinde zuständig ist.

Hülseberg weist aus gegebenem Anlass auf die Friedhofssatzung hin, in der die Grabgestaltung festgelegt ist. „Gemäß der Satzung vom Dezember 2019 dürfen nur zwei Drittel einer Grabstelle mit Kies belegt werden“, zitiert die Verwaltungsangestellte und ergänzt, dass also der verbleibende Rest von einem Drittel bepflanzt werden müsse. Diese Regelung helfe beim Verwesungsprozess und diene dabei zusätzlich auch dem Naturschutz. „Denn auf Kies oder Steinplatten können keine Insekten überleben“, betont Hülseberg.

Die Rathausmitarbeiterin verweist auf eine Expertise von Bodengutachter Michael C. Albrecht. Der Fachmann aus Hannover hat Reihengräber in unterschiedlichen Bodenstrukturen bewertet und kam dabei zu dem Ergebnis, „dass ein Grab mit einer Kies- und Vliesabdeckung unter speziellen Bodenverhältnissen eine erhöhte Bodenfeuchte verglichen mit bepflanzten Grabstellen hat." Und: Je höher der Wassergehalt, desto geringer die Luftkapazität des Bodens. Sein Fazit: "Sofern die Wassersättigung erreicht wird, ist keine Bodenbelüftung mehr gegeben und der Verwesungsprozess wird gestört." Diesen Hinweisen ist die Gemeinde Hagen in ihrer geänderten Friedhofssatzung gefolgt, da es nach Ablauf der Liegezeit sonst zu Problemen bei der Grabräumung kommen könnte.

In diesem Zusammenhang weist Hülseberg auf die Höhenbeschränkung von Bäumen auf dem Gräberfeld hin. Die Eigentümer sind laut Satzung dazu verpflichtet, den Wuchs auf 2,50 Meter zu begrenzen. Schließlich bittet die Verwaltungsangestellte die Friedhofsbesucher darum, die Äste in den Wasserstellen liegen zu lassen. „Was auf den ersten Blick unordentlich aussieht, soll Kleintieren, die ins Wasser gefallen sind, helfen aus der tödlichen Gefahr zu entkommen“, erklärt die Fachfrau und appelliert an die Tierliebe der Besucher.

Für Fragen zum Friedhofswesen der Gemeinde steht Birgit Hülseberg im Fachbereich 3 unter Telefon 0 47 46 / 87 62 zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme per E-Mail ist unter huelseberg@hagen-cux.de möglich.

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