Fußball-Niedersachsenpokal

Koch hält: FC Hagen/Uthlede steht im Achtelfinale!

Dank einer vor allem kämpferisch überzeugenden Leistung steht der FC Hagen/Uthlede im Achtelfinale des Niedersachsenpokals. Im Elfmeterschießen setzte sich der Oberligist beim Rotenburger SV durch.
15.10.2020, 16:41
Lesedauer: 3 Min
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Koch hält: FC Hagen/Uthlede steht im Achtelfinale!
Von Dennis Schott
Koch hält: FC Hagen/Uthlede steht im Achtelfinale!

In die Bresche gesprungen und sofort geliefert: Yannik Koch (links) hütete am Mittwochabend unverhofft das Tor des FC Hagen/Uthlede und sicherte mit einem gehaltenen Elfmeter den Einzug ins Achtelfinale.

Julian Berndt

Hagen. Es war nichts für Fußballfeinschmecker. Das Spiel des FC Hagen/Uthlede beim Rotenburger SV in der Qualifikationsrunde des Niedersachsenpokals war vor allem durch viel Kampf geprägt. Das ist es bei den Hagenern eigentlich immer, am Mittwochabend blieb ihnen indes kaum ein anderes Mittel. Die Grün-Schwarzen hatten so viele Ausfälle zu verzeichnen, dass Trainer Benjamin Duray lediglich zwei Auswechselspieler zur Verfügung standen. Auch musste er kurzfristig auf Stammkeeper Yannick Becker verzichten. Es passte aber irgendwie zu diesem Spiel, dass ausgerechnet Ersatztorwart Yannik Koch zum Matchwinner avancierte. Mit seinem gehaltenen Elfmeter sicherte er dem Fußball-Oberligisten beim 6:4 (1:1, 0:0)-Erfolg den Einzug ins Achtelfinale, wo der FC Hagen/Uthlede am 4. November beim TB Uphusen antritt.

Dass Ersatzkeeper Koch hinterher der gefeierte Held war, passte deshalb so gut ins Bild, weil er stellvertretend für die Spieler stand, die unverhofft in die Startelf gerutscht waren – und einen guten Job machten. „Die Jungs haben sich in jeden Ball geschmissen“, hob Trainer Duray, der zudem bereits nach 28 Minuten André Stüßel ersetzen musste, hervor. Der Rotenburger SV hatte Schwierigkeiten, sich gegen die aufmerksam verteidigenden Gäste durchzusetzen. So entwickelte sich ein Spiel, in dem sich beide Mannschaften in vielen Zweikämpfen aufrieben. „Sehr umkämpft, sehr wild, sehr unruhig“ – so umschrieb Hagens Neu-Coach das wenig ansehnliche Spiel. Aber auf das „wie“ kam es den Hagenern ja auch nicht an.

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Führung nach verunglückter Flanke

So unverhofft sich die Mannschaft zusammensetzte, so unverhofft gingen die Gäste schließlich in Führung. Als sich Marlo Burdorf auf der rechten Seite durchsetzte, wollte er eigentlich in die Mitte flanken. Doch der Ball rutschte dem Hagener Kapitän so günstig über den Fuß, dass er über RSV-Schlussmann Tom Knaak hinweg im Tor einschlug (62.). Der Treffer eröffnete den Gästen natürlich eine viel größere Chance auf ein Weiterkommen, nun konnten sie sich noch mehr auf die Defensive fokussieren. Doch nur sechs Minuten später mussten sie den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Foul von Christoph Müller entschied Schiedsrichter Felix Bahr auf Strafstoß. „Kann man geben, muss man aber nicht. Vielleicht war es auch die Summe der Fouls vorher“, meinte Coach Duray. Rotenburgs Björn Mickelat jedenfalls ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und markierte den Ausgleich (68.).

Es begann die Phase, in der die Hagener Abwehr ein ums andere Mal unter Druck stand – und auch etwas Glück besaß, nicht in Rückstand geraten zu sein. Der RSV besaß drei aussichtsreiche Möglichkeiten, während die Hagener selbst kaum noch zu gefährlichen Vorstößen kamen. Einmal wurde es jedoch brandgefährlich, als der RSV-Keeper einen Freistoß von Christoph Müller in der Nachspielzeit gerade so an den Pfosten lenkte.

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Also musste das direkt im Anschluss ausgetragene Elfmeterschießen über Wohl und Wehe der Hagener entscheiden. Bereits den zweiten Elfmeter parierte Koch aber und gab den danach antretenden FCH-Schützen die nötige Sicherheit. Tatsächlich sollten Fabio Hausmann, Moritz Hannemann, Sören Wegner, Mirko Frank und Marlo Burdorf allesamt treffen.

„Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Es ging darum, das Ding zu gewinnen“, meinte Hagens-Coach Benjamin Duray hinterher. Natürlich blieben ihm die spielerischen Defizite nicht verborgen. „Aber das war auch nicht der Maßstab, dafür haben wir zu viel geändert“, fügte er hinzu. Vor dem schweren Auswärtsspiel bei Kickers Emden gelte es nun erst einmal, sich zu regenerieren. Dem FC Hagen/Uthlede stecken zwei schwere Spiele binnen vier Tagen in den Knochen, und noch ist nicht klar, wie sich die Mannschaft am Sonnabend zusammensetzen wird. Aber auf eines kann sich Trainer Duray verlassen. Wen er auch aufstellt, er bekommt 100 Prozent Einsatz zurück. Das hat das Pokalspiel bewiesen.

Weitere Informationen

Rotenburger SV - FC Hagen/Uthlede 4:6 (1:1,0:0) n. E.

Rotenburger SV: Knaak; Y. Chwolka, Karpus, van den Berg, Lohmann (46. Mickelat), Andresen (46. Muniz), Denker, L. Chwolka, J. Friesen, Bossert (90. Müller), M. Friesen

FC Hagen/Uthlede: Koch; Burdorf, Denkgelen, Franke, Tienken, Hannemann, Stüssel (28. Dosse), Hausmann, France, Müller, Elmali (77. Wegner)

Tore: 0:1 Marlo Burdorf (62.), 1:1 Björn Mickelat (68./FE)

Schiedsrichter: Felix Bahr (SV Ahlerstedt/Ottendorf)DSC

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