Naturschützer besuchten Dorumer Klimamoor Interessanter Blick über den Tellerrand

Die Hagener „Moorfreunde“ haben sich bei einer vom BUND geführten Wanderung durch das Dorumer Klimamoor über die Fortschritte bei den dortigen Renaturierungsbemühungen informiert.
29.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Palme

Hagen. Der Blick über den Tellerrand ergab interessante Erkenntnisse über die Erfolge einer Moor-Renaturierung. Zehn Hagener Naturschützer reisten deshalb auf Einladung des BUND Wesermünde ins Dorumer Moor, um sich vom Moorexperten Uwe Peter die aktuelle Lage rund um die Renaturierungsbemühungen erklären zu lassen. Für den BUND begleitete Eike Rachor die geführte Wanderung durch das 2 130 000 Quadratmeter große Klimamoor und bereicherte den Ausflug mit seinen Fachkenntnissen über Flora und Fauna entlang der Wegstrecke.

„Natürlich hatten wir großes Glück, vom Regenschauer verschont worden zu sein“, erklärte Heino Hüncken als Sprecher des Aktionsbündnisses zur Rettung des Grienenbergsmoores nach Rückkehr zum Ausgangspunkt. Die geführte Wanderung zeigte, über welch lange Zeiträume eine Renaturierung angelegt werden muss. „Wir renaturieren hier seit 40 Jahren ein damals von Hand abgetorftes Hoch- und Niedermoor ohne industriellen Hintergrund“, erklärte Uwe Peter beim Blick in die vernässten Flächen. Im Dorumer Moor engagiert sich der Landkreis schon seit Jahrzehnten erfolgreich bei der Renaturierung. Für das Aktionsbündnis in Hagen gilt es, nachfolgende Generationen für das „Langzeitprojekt Renaturierung„ zu begeistern. In unserer schnelllebigen Zeit sicherlich keine leichte Aufgabe, zumal die Erfolge nicht direkt messbar sind und die Natur sich dabei nicht in ein Schema pressen lässt. Schließlich ist die Wiedervernässung eines Regenmoores stark vom Klima abhängig. „Woher soll das Wasser bei geringeren Niederschlägen und längeren Hitzeperioden kommen?“, fragten sich mehrere Teilnehmer. So bleibt den Naturschützern nur die Hoffnung auf feuchtere Jahre und die Forderung auf eine nachhaltige Lebensweise. Nur so gibt es die Möglichkeit zur annähernden Wiederherstellung der Moorstruktur – und das in einem Prozess von nicht in 20, sondern eher in 200 Jahren. „Die Exkursion ins Dorumer Moor mit den sehr kompetenten Erläuterungen von Uwe Peter hat uns gut gefallen“, erklärten zwei Teilnehmer nach der Rückkehr.

Danach scheint die Wiedervernässung eines Hochmoores nicht bis ins letzte Detail planbar, denn die Natur reagiert oft anders als vorhergesehen. Neben wertvollen Moorbereichen mit Moorlilien gab es auch Flächen, die trotz hohen Aufwandes durch Polderung mit hohen Erddämmen nicht den Weg zu einer typischen Hochmoor-Vegetation eingeschlagen haben, sondern eine Verbuschung mit Birke und Gagel zeigten. „Es war eine tolle Tour“, fand auch Hagens Ratsmitglied Leo Mahler. Er betonte die zentrale Erkenntnis, „dass das, was in über Jahrtausenden gewachsen ist, nicht in einem Jahrzehnt wiederhergestellt werden kann“. Auch müsse das Augenmerk auf den Randflächen des Grienenbergmoores liegen, damit darüber hinaus keine Nährstoffe von außen, besonders vom Autobahnparkplatz, ins Moor gelangen würden. Die Moorfreunde begrüßen den Abbaustopp und die beginnende Renaturierung als einen ersten Schritt und befürworten eine Kontaktaufnahme mit der Firma Compo. Dabei sollte es um Bekanntgabe des Termins zum Baubeginn und einer touristischen Öffnung des Grienenbergsmoores gehen. Als ein „Alleinstellungsmerkmal“ könnte die Darstellung der industriellen Nutzung in einem Rückblick gelten.

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