Umstrittene Bauleitplanung in Hagen Knappe Mehrheit für Aldi-Umzug

Mit knapper Mehrheit votierte der Hagener Rat jetzt dafür, die Bauleitplanung für ein „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“ am Amtsdamm 55 weiterzuführen. Grund: Aldi will dorthin umziehen.
17.07.2020, 05:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Luise Bär

Hagen. Der Hagener Gemeinderat beschloss mehrheitlich, die Bauleitplanung für ein „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“ am Amtsdamm 55 weiterzuführen. Auf der ehemaligen Hofstelle ist ein Aldi-Neubau geplant, das Unternehmen will aus dem Gewerbepark Döhrenacker in die Ortsmitte umziehen. Die Pläne werden demnächst für die frühzeitige Behörden- und Bürgerbeteiligung ausgelegt werden. Der Standort ist sowohl in der Politik als auch bei den Bürgern umstritten. Vor mehr als einem Jahr setzte der Gemeinderat das Bauleitverfahren aus, nachdem am Amtsdamm 29 (ehemals Schomacker-Neukauf) ein Netto-Einkaufmarkt in Planung war, dem der Vorzug gegeben wurde. Diese Pläne wurden zwischenzeitlich verworfen, sodass nun das Thema Aldi-Umzug in die Ortsmitte wieder auf der Tagesordnung stand.

„Aldi steht am richtigen Standort, die meisten Hagener sind gegen die Ansiedlung am Amtsdamm“, machte sich Gisela Schwertfeger (CDU), Ratsfrau und Hagener Ortsvorsteherin, gegen die Baupläne stark. „Die Bürger wollen das nicht, die Stimmung ist gekippt“, unterstützte sie Claudia Theis (Freie Wähler). Theis plädierte stattdessen für eine Wohnbebauung auf der Hofstelle, wie im zur Zeit gültigen Bebauungsplan vorgesehen ist. Außerdem werde sich das Verkehrschaos im Ort verschärfen. Auch der Linke Dietmar Buttler und die Grüne Karen Lingner-Bahr sehen im Aldi-Neubau am Amtsdamm keine Vorteile für die Gemeinde und ihre Bürger. Das sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende Udo Allmers anders. „Die Geschäftsleute freuen sich über Aldi im Ortskern, und ebenso wünschen sich besonders die älteren Hagener eine fußläufig zu erreichende Einkaufsmöglichkeit“, machte er deutlich, dass seine Fraktion mit großer Mehrheit den Plänen zustimme. Leo Mahler (SPD-Fraktionsvorsitzender) erinnerte an das beschlossene Nahversorgungskonzept, das eine Belebung des Ortskerns mit Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf vorsehe. Heiner Schöne (Wählergemeinschaft) forderte, eine auf Kosten des Investors zu errichtende Linksabbiegespur zum Amtsdamm 55 im Beschluss festzuschreiben. Mit diesem Antrag konnte er sich nicht durchsetzen. Von den 26 anwesenden Ratsmitgliedern stimmte die knappe Mehrheit mit 14 Stimmen für die Aldi-Pläne.

Bevor die Ratsmitglieder ihre Positionen zu dem Thema darlegten, konnten die anwesenden Bürger ihre Meinung vorbringe. Sie sprachen sich gegen die Aldi-Umsiedlung aus, wie bereits in der Vergangenheit (wir berichteten). Sie befürchten eine verminderte Lebens- und Wohnqualität durch Lärm und höheres Verkehrsaufkommen.

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