Kampf um Wildblumen Naturschützerin kämpft für Wildblumen am Deichrand

Die Sandstedterin Linda Frerichs ärgert, dass Wildblumen am Deich in Sandstedt und Rechtenfleth einfach abgemäht werden. Sie wirft dem Wasser- und Bodenverband Doppelmoral vor.
14.08.2020, 05:15
Lesedauer: 1 Min
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Von Andreas Palme

Sandstedt. Linda Frerichs kämpft engagiert für Flora und Fauna. Wenn es um den Erhalt unsrer Umwelt geht, scheut die Sandstedterin keinen Diskussionen. Besonders stört sich Frerichs am Mähen der Wegeseitenränder entlang des Deichverteidigungswegs zwischen Offenwarden und Rechtenfleth. „Hier wachsen zahlreiche Blumen, die den Bienen und Hummeln als Nährstofflieferant dienen“, erklärt die Sandstedterin. Neben Margeriten und anderen verbreiteten Wildblumenarten wachsen dort auf dem etwa einen Meter breiten Streifen zwischen Straße und Schafschutzzaun wilde Malven und die Wiesen-Flockenblume. Auf dieser lassen sich Bienen, Hummeln, Schwebfliegen sowie verschiedene Schmetterlingsarten beobachten. Die lange Blütezeit, die bis in den Herbst hinein dauert, macht den farbenfrohen Korbblütler zu einer bedeutenden Nahrungsquelle für Insekten. „Leider wird der Randstreifen von Wasser- und Bodenverband und einigen Anliegern immer wieder gemäht“, berichtet Frerichs erbost. „Und so werden die bunten Blüten regelmäßig völlig vernichtet.“

Die Naturschützerin fragt sich, warum der Naturschutz dort „mit Füßen getreten wird“, obwohl andernorts mit viel Engagement Blühstreifen auf Ackerböden angelegt werden. „Hier könnte durch weniger Mäheinsatz mehr Umweltschutz erreicht werden“, findet Frerichs und erkennt eine „Win-win-Situation". Für den Wasser-und Bodenverband im Altkreis Wesermünde gilt hier jedoch eine Güterabwägung. Dort hat der Hochwasserschutz auftragsgemäß Vorrang vor den Interessen des Naturschutzes. „Die Deiche sind technische Bauwerke, die einem besonderen Schutz bedürfen“, erläutert Kathy Müller vom Wasser- und Bodenverband auf Nachfrage. Daher kann eine unkontrollierte Ausbreitung von Wildpflanzen die Grasnarbe schädigen und die Schutzfunktion der Deiche gefährden. Beispielhaft nennt Müller die Verbreitung von Breit- und Spitzwegerich, der die Grasnarbe großflächig schädigt. Daher beauftragt der Verband das Mähen der Flächen an den Deichverteidigungswegen vier Mal im Jahr. „Es tut auch uns in der Seele weh, wenn hier die bunten Blüten abgemäht werden“, bekennt Müller. Als Beitrag zum Naturschutz habe der Verband deshalb eine Fläche an der Schäferei in Rechtenfleth ungemäht für Insekten stehen lassen.

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