Digitalisierung in der Waldschule Die Kreidetafeln hängen noch

Die Waldschule Hagen-Beverstedt kommmt voran beim Ausbau der digitalen Infrastruktur. 232.000 Euro sind an Fördermitteln aus dem Digitalpakt beantragt wurden, 208.000 Euro wurden schon ausgegeben.
03.12.2021, 16:20
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Von Andrea Grotheer

Hagen. Ein Raum, unscheinbar an einem Flur gelegen, mit unzähligen Kabeln und einem schwarzen Gerät mit Bildschirm und Tastatur als Mittelpunkt: Der Schulserver "IServ" ist das Herzstück bei der Umsetzung der Digitalisierung in der Waldschule Hagen-Beverstedt, einem Gymnasium in freier Trägerschaft.

„Wir haben im Rahmen des Digitalpakts 268.000 Euro zugesprochen bekommen und über vier verschiedene Anträge 232.000 Euro beantragt“, sagt Schulleiter Sven Fierek. Ausgegeben habe man davon aktuell 208.000 Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Mit Beginn der Sommerferien sei die Umstellung der Technik gestartet. „Wir haben 45 pädagogisch genutzte Räume mit WLAN-Access-Points ausgerüstet und an beiden Standorten ein schnelles Schulnetzwerk eingerichtet. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Gebäuden erfolgt zum Teil auch über Glasfaser“, so der Schulleiter. Aus den Mitteln des Digitalpakts seien auch Lehrerendgeräte angeschafft worden, für die die Anwendungsschulungen bereits laufen würden, berichtet er. „Wir wollen möglichst viele Lehrkräfte auf dem Weg der Digitalisierung mitnehmen“, lautet das Ziel. Man habe sich allerdings gegen interaktive Tafeln ausgesprochen, um auch bei einem Ausfall der Technik arbeiten zu können: "Die Kreidetafeln hängen noch“, versichert Sven Fierek.

Mit Server in Hagen verbunden

Generell gehe es nicht darum, die Schule komplett kreidetafelfrei zu halten. Ein Ausfall am Standort in Hagen würde auch die Zweigstelle in Beverstedt betreffen: „Beverstedt ist über einen VPN-Tunnel mit dem Server in Hagen verbunden“, erklärt Sven Fierek die Zusammenhänge. Während aktuell die Lehrkräfte ihre Geräte testen würden, sei für das Schuljahr 2022/2023 die Einrichtung von Projektklassen geplant, die für den Test von Schülerseite her ebenfalls mit Geräten ausgestattet werden sollen. Das Arbeiten erfolgen über Apps. „Wir möchten testen, welcher Gerätetyp am besten geeignet ist oder sogar überprüfen, ob wir gerätetypunabhängig arbeiten können“, sagt Sven Fierek über dieses ergebnisoffene Vorgehen. Rund 15.000 Euro an Kosten könne man pro Klasse für die Endgeräte rechnen. Den Eltern ist das Medienbildungskonzept der Schule bereits vorgestellt worden. Der Einsatz eigener Geräte der Schülerschaft sei, mit einer schriftlichen Vereinbarung, ab Klasse 9 auch jetzt schon möglich: „Aktuell sind so alles in allem etwa 250 Geräte im Einsatz, und Ziel dieses Halbjahres ist, eventuelle Schwachstellen zu finden“, so Fierek. Am Ende könnten circa 3000 Geräte online sein, blickt er in die Zukunft. Ab Sommer 2023 wolle man alle online bekommen. Eine Einschränkung gebe es, die Klassen 5,6 und 7 sollen nicht flächendeckend mit Technologie ausgestattet werden: „Wir möchten ihnen zunächst beibringen, händisch zu schreiben und sich zu organisieren, bevor sie ein Endgerät im Unterricht nutzen“, betont Sven Fierek. Ab Klasse 7 finden Medienkompetenztrainings statt, um die Kinder für den Umgang mit diesen Medien zu sensibilisieren.

Projekt E-Mobilität

Burkhard Teuber, Vorsitzender des Schulvereins, freut sich über die bereits geschafften ersten Schritte im Rahmen der Digitalisierung der Schule: „Ich bin froh, dass das durch die Schulleitung und das Kollegium so umgesetzt worden ist“, sagt er.

Umgesetzt werden konnte auch die jüngste Baumaßnahme an der Waldschule Hagen, an der in den vergangenen Jahren viel Neues entstanden ist: Der Schulhof wurde umgestaltet. Aufgrund der unterschiedlichen Höhen sei das eine echte Herausforderung gewesen, die die Schule ohne Landschaftsarchitekten in Angriff genommen habe: „Das Bauunternehmen hat das wunderbar umgesetzt und ohne Mehrkosten abgeschlossen“, so Burkhard Teuber. Im Rahmen der Baumaßnahme konnte dann auch noch ein weiteres Projekt der Schule gestartet werden: E-Mobilität. „Wir haben die Leitungen für drei Ladesäulen gleich mit installiert.“. Geladen werde mit Ökostrom. Im Herbst sei bereits ein Neunsitzer angeschafft worden, mit dem die Lehrkräfte nun zwischen den Standorten in Hagen und Beverstedt pendeln könnten – und das bis zu sieben Mal an einem Tag. „Der Wagen hat 300 Kilometer Reichweite, das lässt sich für die Kurzstrecke gut einrichten“, sagt Schulleiter Sven Fierek. „Sukzessive wollen wir die ganze Flotte umbauen.“

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