Abfallwirtschaft Geldsegen zum Goldjubiläum

1972 rückte der erste Müllwagen des kommunalen Müllzweckverbandes aus. Für 50 Jahre geordnete Abfallwirtschaft schütten Landkreis Diepholz und AWG nun 50.000 Euro aus.
17.05.2022, 17:39
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Geldsegen zum Goldjubiläum
Von Micha Bustian

Bassum/Landkreis Diepholz. Ehrlich? Das war mal anders? Keine Abfalltonnen Woche für Woche am Straßenrand? Keine regelmäßige Tour der Müllwagen? In der Tat: Das war mal anders! Vor 1972 gab es keine geordnete Abfallwirtschaft. Rechenkünstler werden es bemerkt haben: Das bedeutet, dass vor 50 Jahren, am 1. April 1972, in der Grafschaft Hoya das erste Fahrzeug des damals gegründeten kommunalen Müllzweckverbandes ausrückte, um die flächendeckend rausgestellten Mülltonnen zu leeren.

50 Jahre geordnete Abfallwirtschaft – zu diesem Anlass zeigen sich Landkreis Diepholz und die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) mit Sitz in Klövenhausen überaus großzügig. 50.000 Euro schütten sie aus für alle Vereine und Institutionen im Landkreis, die gemeinwohlorientiert arbeiten. Die Summe gibt's allerdings nicht in Gänze, ausgeschrieben sind 50 mal 1000 Euro. Dafür braucht's eine Beschreibung der Aktivitäten und die Preisgabe, wofür die 1000 Euro gebraucht würden. Ein passendes Formular finden Interessierte im Internet unter www.awg-bassum.de.

"Wir sind schon immer auf solche Gruppierungen zugegangen", erklärt AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler. Mit der Altpapiersammlung beispielsweise. 130 Vereine kümmern sich im Auftrag der AWG darum. "Davon haben beide etwas", findet Nieweler. "Die AWG freut sich über eine effiziente Papiersammlung und die Vereine über ein Nebeneinkommen." Andere Vereine reinigen etwa 100 Standplätze von Altglas- oder Kleidercontainern gegen ein Jahresentgelt. Die AWG unterstützt Reparatur-Cafés, Tafeln und umweltpädagogische Projekte, "denn letztlich sind sie alle Kunden der AWG".

Das intensive Wurzelgeflecht zwischen AWG und Vereinen sorgte dann schließlich auch für die Jubiläumsaktion. Was gibt es dafür zu tun? Erster Schritt: Computer starten, Browser öffnen und die Adresse www.awg-bassum.de eingeben. Oben auf der Website finden Teilnehmer ein verlinktes Banner zur Aktion. Zwei Klicks weiter öffnet sich das Anmeldeformular, das komplett am Rechner ausgefüllt und per E-Mail an info@awg-bassum.de geschickt werden kann. Dann heißt es: warten und hoffen.

"Eine Einsendung ist bis zum 30. Juni um 24 Uhr möglich", sagt AWG-Öffentlichkeitsarbeiter Dominik Albrecht. Sollten mehr als 50 Einsendungen eintrudeln, entscheidet das Los. Die Auslosung soll am 8. Juli ab 11 Uhr öffentlich stattfinden. Öffentlich bedeutet "über Live-Stream", also am Computer. So etwa wie die Auslosung der Spiele im DFB-Pokal. "Ich bin mal gespannt, wie das läuft", freut sich Albrecht jetzt schon darauf. Die Liste der Gewinner soll abschließend auf der AWG-Website veröffentlicht werden.

Laut Andreas Nieweler wurde vorher überlegt, alle Vereine und Institutionen anzuschreiben. "Aber erstens hatten wir keine vollständige Liste und zweitens: Was passiert, wenn wir jemanden vergessen?" Also läuft die Aktion über die eigene Internetseite, über die Presse und über die sozialen Netzwerke. Über Instagram wurden bereits 300 User informiert. Das allerdings wird deutlich getoppt von Facebook. Über diese Plattform wurden von Donnerstag bis Dienstag 16.375 Menschen erreicht, 35 teilten die Information und 24 haben bereits eine Bewerbung geschickt.

"Wir nehmen uns die Freiheit, bestimmte Bewerbungen gegebenenfalls abzulehnen", erklärt Andreas Nieweler abschließend. Wer religiös oder politisch fragwürdig tickt, werde vorab aussortiert. "Ich bleibe aber optimistisch, dass alle Bewerbungen mitmachen können."

Und noch eins muss klargestellt werden. Das übernimmt Britta Zender, beim Landkreis zuständig für öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. "Das auszuschüttende Geld wird nicht über die Abfallgebühren finanziert", erläutert sie. Andreas Nieweler ergänzt: "Das ist Geld der AWG-GmbH, es kommt aus Überschüssen. Wir wollen etwas zurückgeben."

Zur Sache

Der Rest vom Fest

50 Jahre "geordnete Abfallwirtschaft" - das muss doch gefeiert werden. Sicher: 50 mal 1000 Euro unter die Leute zu bringen (siehe Text oben) ist ein guter Anfang. Aber sonst? Sonst gibt sich die Abfallwirtschaftsgesellschaft mit Sitz in Klövenhausen eher zurückhaltend. Ein Tag der offenen Tür wäre ein passendes Event gewesen, aber wegen des Coronavirus "nicht in 2022", erklärt AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler. Immerhin: Ein Festakt ist geplant. Am 7. Oktober werden geladene Gäste im Barnstorfer Hotel Roshop auf das Jubiläum anstoßen.

Geplant ist zudem eine Wanderausstellung von Rathaus zu Rathaus. Das soll im Spätsommer beginnen. Und letztlich schreibt der bald in Rente gehende Öffentlichkeitsarbeiter Matthias Kühnling an einem Buch über 50 Jahre AWG. Dies steht, so Nieweler, kurz vor der Fertigstellung. 

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