AWG Bassum

AWG prüft Einsatz von Wasserstoff

Fachleute untersuchen für die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) in Bassum, ob sich Wasserstoff in den Einsatz- und Nutzungsbereichen des Unternehmens lohnt. Der Einsatz muss auch wirtschaftlich sein.
03.12.2020, 15:09
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
AWG prüft Einsatz von Wasserstoff
Von Esther Nöggerath

Landkreis Diepholz. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) des Landkreises Diepholz betreibt bereits seit Jahren erfolgreich die Erzeugung von regenerativer Energie aus Abfall, Altholz, Biomasse, Wind, Photovoltaik sowie nachwachsenden Energiehölzern in Kurzumtriebsplantagen. „Lediglich beim Thema Einsatz von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie haben wir bislang bewusst eher einen beobachtenden Status eingenommen“, sagt Andreas Nieweler, Geschäftsführer der AWG. Doch das soll sich möglicherweise bald ändern.

Dafür ist es jedoch zunächst notwendig, die konkreten Bedingungen und Voraussetzungen zu prüfen. „Wir werden nichts machen, was nur gut aussieht und letztlich zusätzliches Geld kostet, ohne dass es ökologische Vorteile bringt“, erklärt Nieweler. Man beobachte seit einiger Zeit verschiedene Versuchsprojekte sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeit in größeren Unternehmen, speziell auch in der Entsorgungsbranche. Der AWG-Ansatz liege darin, diese Beispiele auf ein Unternehmen mittlerer Größe wie die AWG zu übertragen und daran anzuknüpfen. Parallel prüfe man, was öffentliche Fördertöpfe auch an Unterstützung leisten könnten.

So untersuchen aktuell von der AWG beauftragte Fachleute in einer Potenzialstudie die unterschiedlichen Einsatz- und Nutzungsbereiche von Brennstoffzellen und Wasserstoff in den Geschäftsfeldern der AWG. „Wir wollen dabei klären, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, Teile unserer regenerativ erzeugten und zurzeit anders genutzten Energie zukünftig zur Wasserstoffproduktion einzusetzen“, erläutert Nieweler.

Konkret gebe es bereits erste elektrisch beziehungsweise wasserstoffbetriebene Entsorgungsfahrzeuge am Markt, die vorzugsweise in städtischen Gebietsstrukturen testweise eingesetzt würden. In Bremen und Oldenburg etwa würden derartige Testeinsätze laufen und man sei mit den Verantwortlichen im Austausch. Allerdings sind die alternativ betriebenen Abfallsammelfahrzeuge deutlich teurer: Rund 2,5 mal so viel wie ein klassisches Fahrzeug kosten sie. Die Mehrausgaben könnten aber durch Fördergelder kompensiert werden, heißt es seitens der AWG. Darüber hinaus müsse man die technische Verlässlichkeit, Tageslaufzeiten, Tank- oder Aufladezeiten und Zuladungsgewichte im Arbeitsalltag erproben. Dies stelle sich in einem Flächenlandkreis auch anders dar als in einem verdichteten städtischen Gebiet. Das Thema soll auch nochmal in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates der AWG am 14. Dezember besprochen werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+