Breitbandausbau im Landkreis Voll im Zeitplan

Seit Monaten ziehen die Bautrupps durch den Landkreis Diepholz. Ihr Ziel: Möglichst schnell die Leerrohre in den Boden zu bringen, damit bald das Glasfaser eingeblasen werden kann. Die Hälfte ist geschafft.
24.01.2021, 15:51
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Voll im Zeitplan
Von Tobias Denne

Landkreis Diepholz. Landrat Cord Bockhop spricht von einer Erfolgsstory. Kein Wunder, die Zahlen legen diesen Schluss ziemlich nahe. So wurden bis Jahresende 950 Kilometer an Trassen im gesamten Landkreis Diepholz verlegt. „Die Bautrupps sind gut dabei“, schwärmt Bockhop von der Geschwindigkeit. 900 Kilometer haben die Mitarbeiter noch vor sich. Auch die ersten Glasfasern wurden seit dem Start in Bassum im Juli (wir berichteten) bereits eingeblasen. Mittlerweile sind es rund 200 Kilometer. „Damit sind wir erst angefangen“, sagt der Landrat. Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, dann rechnen die Verantwortlichen mit den ersten funktionierenden Anschlüssen im zweiten Quartal.

Der Breitbandausbau im Landkreis kommt also voran und nimmt immer mehr Fahrt auf. Das ist auch nötig, schließlich hängen Fördermittel am Ausbau, die der Landkreis nicht verfallen lassen will. Zusammengenommen mit den weißen und den schwarzen Flecken stecken bald 300 Millionen Euro im Glasfaserausbau. 180 Millionen Euro davon kommen vom Landkreis für die weißen Flecken. Also jene, die grob gesagt eine langsamere Internetverbindung als 30 Mbit/s haben. Die übrigen 120 Millionen steckt die GVG Glasfaser mit ihrer Marke Nordischnet in den Kreis. Die sind für die schwarzen Flecken gedacht. „Unser Ziel ist es, eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser zu erreichen“, sagt GVG-Geschäftsführer Michael Gotowy.

Er freut sich darüber, dass auch im Pandemiejahr 2020 mehr als 18.000 Menschen gewonnen und rund 51.000 Wohneinheiten vermarktet werden konnten – mehr als 50 Prozent im Landkreis, an denen die Leerrohre vorbei liegen. „Die großen Veranstaltungen wurden uns ja wegen Corona genommen, aber man sieht, der Bedarf an Glasfaser steigt“, bedauert er. Denn auch er weiß, dass das Thema eines ist, bei dem viele Fragen aufkommen. „Wir setzen sehr stark auf die persönliche Beratung“, versichert er. Das ist derzeit nur per Telefon möglich. Und da das Unternehmen nicht einfach Menschen anrufen darf, gehen Mitarbeiter von Tür zu Tür und fragen, ob die Bewohner eine telefonische Beratung wünschen. „Der Weg zur Digitalisierung ist sehr analog“, bemerkt Landrat Bockhop.

Er rechnet damit, dass bis Ende des Jahres die weißen Flecken im Landkreis angeschlossen sind. Sicher kann sich das auch um ein paar Monate nach hinten verzögern, aber „wir sind der Treiber“, betont Bockhop. Er appelliert noch einmal an die Landkreisbewohner, sich zu informieren. „Wenn wer nicht will, dann ist das okay. Aber man sollte am Ende nicht jammern“, sagt er. Denn gerade gebe es die günstige Gelegenheit, schnelles Internet zu bekommen.

Und insbesondere in Pandemie-Zeiten hat sich der Stellenwert des Internets noch einmal deutlich gesteigert angesichts von Homeoffice und Homeschooling. „Vieles wird in die digitale Welt übertragen“, weiß Gotowy, der sich freut, dass sich auch in den schwarzen Flecken Menschen für Glasfaser entschieden haben. Bei diesen Anschlüssen hat der Landkreis seine Hand nicht mehr im Spiel. „Wir müssen eine gewisse Anzahl von Kunden erreichen, damit das wirtschaftlich für uns ist“, betont Gotowy. Derzeit läuft die letzte Vermarktungsphase in der Region Twistringen, Drentwede und Neuenkirchen. Diese wurde noch bis zum 31. März verlängert. Gotowy rechnet damit, dass Ende des Jahres 2023 auch die schwarzen Flecken angeschlossen werden, „aber dafür brauchen wir das Netz von den weißen Flecken“, erklärt er.

Sowohl Bockhop und Gotowy betonen die gute Zusammenarbeit. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Bockhop. Denn auch er weiß, dass jeden Tag etwas passieren kann, das den Zeitplan zerschießt. Als Beispiel nennt er die 850 Einzelfälle, die während der Vermarktungsphasen aufgekommen sind, um die sich später gekümmert werden soll. Oder Neubaugebiete, die zum Start vor zwei Jahren noch kein Thema waren. Dort werde die Grundversorgung mit einem veralteten Telefonanschluss mit Kupferkabel hergestellt. „Wir versuchen dann eine Lösung für die Anwohner zu schaffen“, versichert Bockhop, der sich darüber freut, dass die Arbeiten trotz der Umstände voll im Zeitplan liegen.

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