Bruvi-Park

Brokser Heiratsmarkt als Pop-up-Variante

Der Brokser Heiratsmarkt hat nicht stattgefunden. Dafür kommt jetzt der Bruvi-Park, ein Freizeitpark, der vom 11. September bis zum 4. Oktober öffnet.
09.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Brokser Heiratsmarkt als Pop-up-Variante
Von Micha Bustian
Brokser Heiratsmarkt als Pop-up-Variante

Freitag geht's los: Norman Hortmeyer ist einer der Aussteller des Bruvi-Parks.

Vasil Dinev

Er hat gehofft. Er hat getrauert. Er hat im August Urlaub gemacht. Ralf Rohlfing ist als Marktmeister der personifizierte Brokser Heiratsmarkt. Und er leidet immer noch, weil das Volksfest abgesagt wurde. Nun allerdings ein kleines bisschen weniger. Denn: Am Freitag, 11. September öffnet der Bruvi-Park. Bis zum 4. Oktober werden 40 Fahrgeschäfte, Spielbuden und Essensstände auf dem Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen stehen. „Gott sei Dank“, findet Schausteller Lars Stummer, „ich bin froh und glücklich darüber“.

Der Bruvi-Park ist kein Volksfest, sondern ein Freizeitpark, ein sogenannter Pop-up-Park. Pop-up-Parks sind zeitlich begrenzte und mobile Parks mit strikten Hygiene- und Abstandskonzepten. „Wie der Heidepark in Soltau, nur zehn Nummern kleiner“, erklärt Ralf Rohlfing und ergänzt: „Das ist kein Markt und auch kein Volksfest.“ Es werde eine relativ kleine Anzahl an Geschäften zugelassen, zwischen den einzelnen Anbietern werde ein großer Abstand gelassen. Genauer: sechs Meter, „um Ausweichmöglichkeiten zu haben“, wie es Lars Stummer formuliert. Und: Es werden keine Festzelte aufgebaut. Kein Tanz, keine Saufgelage, keine Party.

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Lars Stummer ergänzt das Portfolio. „Disco-Zelte wird es nicht geben“, bestätigt der Schausteller aus Bruchhausen-Vilsen. Dafür eine große kulinarische Palette. Aber: „Jedes Angebot gibt es nur einmal.“ Einmal Bratwurst, einmal Schmalzkuchen, einmal Fischbrötchen. Wer in Ruhe essen will, kann sich in einen der beiden Café-Gärten zurückziehen.„Hier kann man sitzen und zur Ruhe kommen“, erläutert Stummer. Und dabei in Ruhe eine Mahlzeit zu sich nehmen, dazu einen Kaffee „oder auch ein Bierchen“. Die Voraussetzungen sind allerdings die gleichen wie in der Gastronomie: Wer sich setzt, muss sich registrieren lassen, um gegebenenfalls die Nachverfolgung zu erleichtern.

Neben den Leckereien sind acht große Karussells geplant, lässt Lars Stummer wissen. Ralf Rohlfing wird da genauer, nennt mit „Heroes“, „Rock-Express“ und „Polyp“ drei Beispiele. „Da hat überwiegend der Kultgedanke entschieden“, ist er sich sicher. Große Experimente seien auf dem Bruvi-Park nicht zu erwarten. „Herkommen, bummeln, das ist familiengerecht“, sagt der Marktmeister. „Das sind keine drei Wochen Getümmel.“ Eben nicht so wie der Brokser Heiratsmarkt, bei dem mehr als 500 Stände, Buden und Fahrgeschäfte aufgebaut werden. Übrigens: Die gesamte Fläche wird eingezäunt, es wurde eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet. Denn es sind maximal 700 Besucher zeitgleich auf dem Gelände erlaubt. Besucher Nummer 701 muss draußen warten.

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Ralf Rohlfing hat bei diesem Pop-up-Park seine Finger nicht im Spiel. Er ist ja auch Marktmeister und nicht Parkmeister. Aber er weiß, wie viel Arbeit in der Planung steckt. Was es da neben den Schaustellern alles zu organisieren gibt: Verkehr, Parkplätze, Toiletten und so weiter. „Das war eine Menge Arbeit“, bestätigt Lars Stummer. Doch durch das späte Okay des Landkreises Diepholz am Freitag seien die Schausteller belohnt worden.

Am 11. September öffnet der Bruvi-Park. Bis zum 4. Oktober können Belustigungs-Junkies Mittwoch und Donnerstag von 15 bis 20 Uhr, Freitag von 15 bis 22 Uhr, Sonnabend von 14 bis 22 Uhr und Sonntag von 14 bis 20 Uhr das Marktgelände besuchen. Wer auf dem Gelände ist, ist auf dem Gelände. Niemand wird gedrängt oder aufgefordert weiterzuziehen, damit die auf den Platz können, die vor dem Eingang warten.

Die Schausteller sind froh, wieder ihre Dienstleistung anbieten zu dürfen. Der Flecken Bruchhausen-Vilsen hat das Areal, auf dem normalerweise der Brokser Heiratsmarkt stattfindet, unkompliziert zur Verfügung gestellt. Von der Samtgemeindeverwaltung kommt die ordnungsrechtliche Verfügung, „danach richten sich die Schausteller“, weiß Ralf Rohlfing. Die sind, so Lars Stummer, „froh, dass die Gemeinde so mitgezogen hat“. Die zu erwartenden Besucherzahlen seien zu gering, um damit Geld zu verdienen, „aber wir wollten auch zeigen, dass wir das hinkriegen“.

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