Corona im Landkreis Diepholz

1000 Mitarbeiter von Spargelanbauer in Kirchdorf in Quarantäne

Nachdem bislang 42 Mitarbeiter des Spargelanbaubetriebs Thiermann in Kirchdorf mit dem Coronavirus infiziert sind, hat der Landkreis Diepholz nun Arbeitsquarantäne für rund 1000 weitere Mitarbeiter verordnet.
30.04.2021, 19:39
Lesedauer: 3 Min
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1000 Mitarbeiter von Spargelanbauer in Kirchdorf in Quarantäne
Von Esther Nöggerath
1000 Mitarbeiter von Spargelanbauer in Kirchdorf in Quarantäne

Am Donnerstag erfolgte eine Reihentestung unter den Mitarbeitern des Betriebs. Die genauen Ergebnisse werden für Sonnabend erwartet.

Álex Zea/DPA

Landkreis Diepholz. Nach einem Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten des Spargelanbauers Thiermann aus Kirchdorf hat der Landkreis Diepholz nun für rund 1000 Personen aus dem betrieblichen Umfeld eine Arbeitsquarantäne ausgesprochen. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, bedeutet die Arbeitsquarantäne eine „häusliche Absonderung mit Ausnahme der Wahrnehmung der beruflichen Tätigkeit“. Dies gelte jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die betroffenen Personen keine Symptome aufweisen und strenge Hygienemaßnahmen auf dem Arbeitsweg umgesetzt werden.

Wie berichtet, sind bislang 42 Corona-Fälle in Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Betrieb nachgewiesen worden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat im Auftrag des Gesundheitsamtes mittlerweile eine umfangreiche Reihentestung in dem Betrieb durchgeführt, deren abschließende Bewertung am Sonnabend erwartet wird. „Es zeichnet sich nach derzeitigem Stand ab, dass zwischen fünf und acht Prozent der durchgeführten Testungen nach ersten Rückmeldungen positiv sein werden“, teilt Landkreis-Sprecherin Mareike Rein mit. Zu Beginn der kommenden Woche soll zudem eine erneute Reihentestung der Mitarbeiter erfolgen.

Die Arbeitsquarantäne gilt laut Rein nicht für die positiv getesteten Personen. Diese seien von den anderen Mitarbeitern isoliert und in gesonderten Gebäuden untergebracht worden. „Die Unterkünfte werden in enger Absprache mit dem Betrieb überwacht und die Polizei ist ebenfalls über die Unterbringung informiert“, so Rein weiter. Die Versorgung der in Quarantäne befindlichen Personen erfolge durch den landwirtschaftlichen Betrieb. Der Spargelhof Thiermann selbst war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

56 Neuinfektionen am Freitag

56 Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat der Landkreis zudem am Freitag vermeldet. Gegenwärtig sind somit nun 429 Kreisbewohner nachweislich mit dem Virus infiziert. Insgesamt gibt es bislang 6221 bestätigte Corona-Fälle im Kreisgebiet. Ein Corona-Fall ist in der Notbetreuung der Grundschule „An der Hindenburgstraße“ in Diepholz bekannt geworden. Die betroffenen Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. Der Inzidenzwert lag laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag bei 100.

Eine separate Fallzahlen-Darstellung positiv getesteter Personen, bei denen die britische Virus-Mutation B.1.1.7 nachgewiesen wurde, erachtet der Landkreis nicht weiter als notwendig, da laut RKI inzwischen in mehr als 90 Prozent der untersuchten positiven Proben in Deutschland B.1.1.7 nachgewiesen werde. „Es wird weiterhin die Zahl der Neuinfektionen in Summe bekanntgegeben“, so Rein. Sollten Fälle weiterer Virus-Varianten im Landkreis Diepholz gemeldet werden, werde dies bekanntgegeben.

Aktuell befinden sich 1802 Kreis-Bewohner in Quarantäne. 5698 Personen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, konnten aus der Quarantäne wieder entlassen werden. In den Kliniken des Landkreises werden zurzeit zwölf Patienten mit Corona-Verdacht oder laborbestätigter Infektion behandelt. Keiner der Patienten wird intensivmedizinisch versorgt oder beatmet.

Positive Entwicklung in Sulingen

Eine positive Entwicklung der Fallzahlen hat der Landkreis im Bereich der Stadt Sulingen verzeichnet: So sei seit Wochenbeginn die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen, teilt die Landkreis-Sprecherin mit. Aufgrund der zuvor stark gestiegenen lokalen Infektionszahlen war am vergangenen Wochenende für Teile der Stadt Sulingen eine Maskenpflicht in Kraft getreten. Landrat Cord Bockhop bedankte sich bei den Bürgern für die hohe Akzeptanz der Infektionsschutzmaßnahmen, die innerhalb kürzester Zeit erste Erfolge erzielt hätten. „Der Landkreis wird über das Wochenende die weitere lokale und kreisweite Entwicklung des Infektionsgeschehens beobachten und Anfang nächster Woche prüfen, ob die Aufhebung der Maskenpflicht in Sulingen erfolgen kann oder ob unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens auf dem landwirtschaftlichen Betrieb und aufgrund der dezentralen Unterbringung der Mitarbeitenden gegebenenfalls weitergehende, großräumigere Maßnahmen angezeigt sind“, so Rein weiter.

Derweil geht es mit den Impfungen weiter voran: Bis zum Ende der Woche werden im Landkreis Diepholz rund 49.700 Erstimpfungen und 12.800 Zweitimpfungen gegen das Coronavirus erfolgt sein, berichtet die Landkreis-Sprecherin. Von den 7500 verabreichten Impfungen in dieser Woche würden rund 2400 auf die dezentralen Impfungen der über 70-Jährigen, die in Lemförde, Rehden, Siedenburg, Sulingen und Syke erfolgt sind, entfallen.

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