Vorsorge

Aus reiner Vorsicht

Der Landkreis Diepholz hat mit Hilfe des DRK in Bruchhausen-Vilsen eine Ausweichstation für Pflegebedürftige eingerichtet. Benötigt wird diese noch nicht, aber der Landkreis will damit Vorsorge treffen.
07.04.2020, 18:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Aus reiner Vorsicht

Die Zimmer wurden am Wochenende eingerichtet.

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Landkreis Diepholz/Bruchhausen-Vilsen. Als „Reserve für eventuelle Krisensituationen“ hat der Kreisverband Diepholz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Wochenende ein altes Senioren- und Pflegeheim in Bruchhausen-Vilsen wieder herrichten lassen. „Seit Montagmittag ist die Einrichtung einsatzbereit“, teilt Ulrike Hirth-Schiller, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands, mit.

30 Betten stehen dort nun zur Verfügung, um Personen aufzunehmen, die in der aktuellen Lage nicht mehr an ihrem angestammten Platz betreut werden können. „In so einer Zeit muss man einfach vorbereitet sein“, sagt Landrat Cord Bockhop zu der Einrichtung dieser Station. Angesichts des Umstands, dass der Landkreis drei Krankenhäuser und „viele, viele Pflegeeinrichtungen“ habe, gehöre es einfach zur Vorsorge in dieser Zeit, so Bockhop weiter. Der Landkreis will mit der Einrichtung gerüstet sein für den Fall, dass Personen, die nicht allein für sich sorgen können, anderweitig untergebracht werden müssen. Sie soll eine Alternative für Menschen sein, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, diese aber angesichts der aktuellen Lage vielleicht nicht mehr gegeben ist – zum Beispiel, wenn eine zu große Anzahl an Pflegepersonal mit dem Corona-Virus infiziert ist. „Dieser Fall ist noch nicht eingetreten“, betont Bockhop. Er weist aber auch darauf hin, dass sich angesichts der Pandemie der Bedarf entwickeln könnte. Dann erst mit der Einrichtung derartiger Stationen anzufangen, „ist zu spät“. Das müsse dann nicht einmal unbedingt etwas mit dem Corona-Virus zu tun haben, so der Landrat weiter. „Immerhin haben wir auch immer noch Grippezeit.“ Auch diese ist für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen gefährlich.

In dieser Einrichtung sollen aber ausdrücklich keine Corona- oder anderweitig Erkrankten untergebracht werden, betont der Landrat. Es handele sich auch nicht um ein Behelfskrankenhaus, sondern um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“ für die kurzfristige Unterbringung von pflegebedürftigen Menschen. Hauptamtliche Angestellte des DRK würden sich im Fall der Fälle dann um diese Personen kümmern. Einsatzbereit ist die Station ab sofort.

Am Freitag habe der Landkreis den Auftrag zur Einrichtung dieser Station erteilt, berichtet Ulrike Hirth-Schiller, und als Hilfsorganisation war das DRK „sofort bereit und in der Lage“ diese einzurichten. Mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern wurde das bis dahin leerstehende Haus innerhalb von nur zwei Tagen wieder hergerichtet. Das sei quasi „von null auf 100“ geschehen, so Ulrike Hirth-Schiller. Täglich waren dazu rund 25 Freiwillige im Einsatz. Erst zum Saubermachen, dann zum Einrichten. Betten, Schränke, Tische, Bettzeug, Vorhänge – alles, was für die Station benötigt wird, musste herbeigeschafft werden. Dazu zählt auch pflegerisches Material, von Einmalhandschuhen bis hin zu Pflegewagen, wie Ulrike Hirth-Schiller verrät. Das sei nur gelungen, weil das DRK auf seine ehrenamtlichen Helfer zurückgreifen konnte, wie Hirth-Schiller wissen lässt. „Aber das ist ja das Besondere an unseren Rot-Kreuz-Helfern: Wenn es darauf ankommt, sind sie sofort da.“ Ein Einsatz, den auch Bockhop zu schätzen weiß. „Ich kann mich nur immer wieder beim DRK bedanken“, sagt er zu dieser blitzschnellen Umsetzung. „Da wissen wir, was wir an ihm haben.“

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