Kirchengemeinde Bruchhausen-Vilsen „Das ist im Landkreis einzigartig“

Die Jugendarbeit der Kirchengemeinde Bruchhausen ist ausgezeichnet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Town-and-Country-Stiftung gab es jetzt 1000 Euro Fördergeld.
03.07.2019, 11:46
Lesedauer: 2 Min
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„Das ist im Landkreis einzigartig“
Von Micha Bustian

Bruchhausen-Vilsen. 1000 Euro. Einfach mal so. Das würde doch wohl jeder gerne ausgeben. Die Kirchengemeinde Bruchhausen darf es auch. Denn sie erhielt aus dem Topf der Town-and-Country-Stiftung 1000 Euro für ihr Projekt „Jugendliche stark machen“. Town-and-Country-Geschäftsführer Waldemar Truderung überreichte die Summe am Dienstag an den Bruchhauser Pastor Florian von Issendorff. Der freute und bedankte sich. Adressat seien allerdings die Jugendlichen. Und da vor allem die Teamer.

Vier von den jugendlichen Betreuern waren zur Übergabe erschienen. Lanie Delcambre, Leonie Töpperwien, Chris Völker und Josina Bösche mussten schon ein wenig nachdenken, ehe sie preisgaben, wie sie das Preisgeld denn ausgeben wollten. „Wir werden die 1000 Euro wahrscheinlich auf viele Projekte verteilen“, kündigte Delcambre, 16 Jahre jung, an. Jeder der Teamer habe kreative Ideen, in die es zu investieren lohne. „Jeder kann das Geld gebrauchen, jeder hat es sich verdient.“ Zwischen die vier Betreuer passt verbal kein Blatt Papier. Unisono bestätigen sie: „Die Arbeit hier macht einen Riesenspaß.“ Der größte Trumpf sei die Gemeinschaft.

Okay, das sagen sie in anderen Jugendorganisationen oder Vereinen auch. Doch irgendwie scheint bei der Kirchengemeinde Bruchhausen mehr dran zu sein. 50 Jugendliche stecken gerade im Konfirmandenunterricht, 20 davon möchten dann als Teamer weitermachen. Dann würden etwa 80 Jugendliche ehrenamtlich in Kirche und Gemeindehaus arbeiten. Noch mal zum Auf-der-Zunge-zergehen-Lassen: achtzig. Fußballvereine wären froh, wenn sie so viele Spieler hätten, geschweige denn Betreuer. „Das ist im Landkreis einzigartig“, findet Florian von Issendorff. „Und das wird durch den Preis noch einmal gewürdigt.“ Worte, die Waldemar Truderung ein Lächeln entlocken. Der Mann scheint mit seiner Entscheidung gut leben zu können.

„Jugendliche stark machen“ – das scheint‘s gut zu treffen. Die vier Teamer, die das Pressegespräch begleiten, sind selbstbewusst und höflich. Niemand von ihnen begnügt sich mit einem Ehrenamt. Das Quartett kümmert sich um die Konfirmanden, organisiert die Familienkirche, den Cross-16-Gottesdienst, sind im Jugendkonvent vertreten und, zumindest Josina Bösche, im Leitungsteam für Teamer. „Das bringt was fürs spätere Leben“, ist sich Chris Völker sicher. Er ist während des achten Schuljahres mit der Jugendarbeit in Kontakt gekommen, während des Konfirmandenunterrichts. Nach einem Jahr wurde er gefragt, ob er nicht Lust hätte, an Bord zu bleiben. „Ich wollte es mal ausprobieren. Jetzt bin ich schon seit drei Jahren dabei.“

Bisher wurde das Projekt „Jugendliche stark machen“ nebenbei von den Pastoren organisiert. Florian von Issendorff nennt dafür federführend seine Ehefrau Anja. Die bekommt im September Verstärkung, Leonie Töpperwien macht ein freiwilliges Soziales Jahr bei der Kirchengemeinde Bruchhausen. Vorher geht‘s aber noch gemeinsam nach Frankreich, in die Provence. Mit 54 Jugendlichen. „Das machen auch nicht mehr viele Gemeinden.“

Waldemar Truderung gefällt, was er sieht. Der Town-and-Country-Geschäftsführer ist mit seiner Wahl zufrieden. „Wir würden künftig gerne mehr Projekte solcher Art fördern“, kündigt er an. Er dachte da an 20 bis 30 Förderungen. Bundesweit werden 500 gemeinnützige Einrichtungen mit je 1000 Euro gefördert, zusätzlich pro Bundesland ein herausragendes Projekt. Vielleicht sollte sich die Gemeinde Bruchhausen darauf mal bewerben.

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