Virtuelle Welt Immer mehr Räume im Metaversum

Hinter dem Metaversum steckt eine wachsende virtuelle Welt. Dass das Metaversum in Zukunft eine große Rolle spielen wird, zeigt nicht nur die Umbenennung von Facebook in Meta, finden unsere Datenkolumnisten.
09.11.2021, 14:49
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sven Venzke-Caprarese und Dennis-Kenji Kipker

Das Internet ist nicht so alt wie viele vielleicht vermuten. Vor gut 52 Jahren wurde am 29. Oktober 1969 die erste Internetverbindung hergestellt – damals noch im sogenannten „Arpanet“. Seitdem hat sich viel getan. Aus dem 1994 gegründeten kleinen Online-Buchhändler Amazon ist ein weltumspannender Konzern geworden. Internetseiten werden mittlerweile nicht mehr nur über langsame Verbindungen mit Hilfe von stationären Geräten abgerufen, sondern sind auf modernen Smartphones allgegenwärtig verfügbar. Aus dem World Wide Web, welches sich jahrelang nur durch den passiven Aufruf von Inhalten auszeichnete, ist mittlerweile das Web 2.0 hervorgegangen, dessen Inhalte die Nutzer aktiv erstellen und gestalten.

In diesem Zusammenhang sind neben Blogs und Foren auch eine Vielzahl sozialer Netzwerke entstanden. Doch auch hier macht die Entwicklung nicht halt. Unter dem Begriff „Web3“ entwickeln sich derzeit dezentralisierte Lösungen – insbesondere im Zusammenspiel mit Blockchain-Technologien. Ein neuer Trend sind dabei sogenannte „Non Fungible Tokens“, kurz NFTs, die unter anderem genutzt werden können, um Rechte an digitalen Kunst- oder Spielegegenständen zu repräsentieren und die mit teils sehr hohen Werten online und offline gehandelt werden.

Daneben gibt es einen weiteren Bereich, dessen Entwicklung sich derzeit abzeichnet, nämlich das Entstehen des sogenannten „Metaversums“ (auf Englisch „Metaverse“). Dass dies tatsächlich eine nicht zu vernachlässigende Entwicklung ist, zeigte vor Kurzem die Ankündigung von Facebook, sich in „Meta“ umzubenennen, um die Ausrichtung des Unternehmens in Richtung des Metaversums in den nächsten fünf bis zehn Jahren deutlich zu machen.

Doch was ist das Metaversum eigentlich? Erstmals wurde der Begriff im Jahr 1992 vom Schriftsteller Neal Stephenson im Roman „Snow Crash“ als eine digitale Welt beschrieben, die Nutzer mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen besuchen können und in der sie sich mittels ihrer virtuellen Abbilder (sogenannter „Avatare“) bewegen. Meta beziehungsweise Facebook macht an dieser Stelle jetzt ernst. So will das Unternehmen nach aktuellen Ankündigungen in der EU in Zukunft bis zu 10.000 Mitarbeiter einstellen und hat bereits im Jahr 2014 rund zwei Milliarden Dollar für den Aufkauf eines Herstellers von Virtual-Reality-Brillen ausgegeben. Unter dem Produktnamen „Horizons“ arbeitet das Unternehmen seit Jahren zudem an der passenden Software für eine neue Plattform im Metaversum.

Ein Blick abseits von Facebook zeigt, dass auch an anderer Stelle Räume im Metaversum entstehen. Angefangen mit Second Life im Jahr 2003 haben sich über die Jahre hinweg immer mehr Anwendungen entwickelt, die nun auch mit Virtual-Reality-Brillen immersiv wahrgenommen werden können – etwa „RecRoom“ oder „AltSpace VR“, die einen quasi in die virtuelle Welt eintauchen lassen. Aber auch das Unternehmen Mozilla, bekannt durch den Browser Firefox, entwickelt mit Hochdruck Anwendungen, die dem Metaversum zugeschrieben und bereits besucht werden können. So stellt die Firma unter dem Namen „Mozilla Hubs“ Räume zur Verfügung, in denen sich Nutzer mit anderen Nutzern und ihren Avataren virtuell treffen und diese Erfahrung auch über Virtual-Reality-Brillen machen können.

Noch spannender wird die aktuelle Entwicklung, wenn man das Metaversum und das Web3 zusammen betrachtet. So existieren mit Anwendungen wie „Cryptovoxels“ oder „Somnium Space“ Räume im Metaversum, in denen mit Blockchains verknüpfte Gegenstände dargestellt und in Virtual-Reality-Brillen – auch zusammen mit Freunden – erlebt werden können. Was sich zunächst kompliziert anhört, ist aber teilweise nur einen Klick entfernt. Wer zum Beispiel Cryptovoxels im Internet sucht, findet schnell den entsprechenden Zugang zu diesem Teil des Metaversums, der wahlweise auch normal im Browser und ohne VR-Brille aufgerufen werden kann.

Das Metaversum steckt zurzeit zwar noch in den Kinderschuhen. Es ist jedoch bereits jetzt erlebbar und wird sich in den nächsten Jahren vermutlich stark entwickeln. Wir dürfen beziehungsweise müssen uns in den virtuellen Realitäten also auf einiges gefasst machen – und das sowohl beruflich wie auch privat.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+