Ausflug zum Heiligenberg

Woher das Mineralwasser kommt - der Vilsa-Brunnen

Vor über 100 Jahren wurde die Vilsa-Quelle auf dem Heiligenberg entdeckt. Der Laubwald im Ortsteil Homfeld hat durch Bäche und Schluchten seine Ursprünglichkeit bewahrt und ist von Spazierwegen durchzogen.
13.08.2020, 05:02
Lesedauer: 4 Min
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Von Ulrike Troue (Text) und Michael Braunschädel (Fotos)
Woher das Mineralwasser kommt - der Vilsa-Brunnen

Das Erholungsgebiet Heiligenberg mit vielen Schluchten und Wasserläufen hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und ist von Wanderwegen durchzogen. In der Nähe wurde vor über 100 Jahren die Vilsa-Quelle entdeckt.

Michael Braunschädel

Wasser ist das verbindende Element: Es prägt den Luftkurort Bruchhausen-Vilsen ebenso wie das dort ansässige Familienunternehmen Vilsa-Brunnen. Während die Kommune auf das Erlebnis setzt und lohnenswerte Ausflugsziele rund ums Thema Wasser bietet, konzentriert sich der norddeutsche Marktführer unter den deutschen Brunnenherstellern darauf, die Qualität des reinen, natürlichen Mineralwassers zu sichern, indem Nachhaltigkeit und Naturschutz fest in der Firmenphilosophie verankert sind.

Das am Waldrand des Vilser Holzes idyllisch gelegene Wiehe-Bad ist in dieser Corona-Krise ein besonders beliebtes Ausflugsziel. Es gehört zu den wenigen Freibädern, in dem Schwimmer ohne vorherige Anmeldung ihre 50-Meter-Bahnen ziehen und Kinder im Nichtschwimmerbecken planschen können. Es gibt lediglich zweieinhalbstündige Zeitfenster. Für eine angenehm warme Wassertemperatur sorgt übrigens die Abwärme des nahe liegenden Vilsa-Blockheizkraftwerks

Weg zum Wasser, Vilsaquelle, Bruchhausen-Vilsen

Das Wiehe-Bad am Wald wird mit Abwärme des Vilsa-Blockheizkraftwerks beheizt.

Der benachbarte Kurpark und das Vilser Holz bieten sich für ausgedehnte Spaziergänge an. Abkühlung können sich Groß und Klein bei der Kneipp-Anlage auf der Waldlichtung hinter der Schwimmbadliegewiese verschaffen. Und hinter der Konzertmuschel gibt es auch einen Spielplatz.

Ganz vielfältige und viele Anregungen zum Ausprobieren liefert der große Wassererlebnisspielplatz. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände in der Nähe des historischen Bahnhofs der Ersten Museumseisenbahn Deutschlands und des Gartencafés „Volldampf“, wo die Bestellung mit einer Modelleisenbahn an den Tisch transportiert wird, können Kinder zum Beispiel durch Bewegung, Führung oder Druck die archimedische Spirale, das Schöpfrad oder den Fontänenhüpfer in Bewegung setzen.

Dass sich das Element Wasser dort mit allen Sinnen erleben lässt, dafür hat sich Vilsa-Brunnen eingesetzt und das Projekt durch finanzielle Unterstützung ermöglicht. „Kindern die Natur und das Element Wasser spielerisch näherzubringen, ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagt Geschäftsführer Henning Rodekohr. „Deshalb setzen wir uns in verschiedenen Projekten für Naturerlebnisse für Kinder und Jugendliche ein.“

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Am Wassererlebnisspielplatz lädt eine Infotafel Besucher dazu ein, die „Wasserspur“ aufzunehmen. Der Wasserlehrpfad verläuft zwischen diesem Spielplatz und Hauptkanal und informiert über Trinkwasser, Abwasser und Gewässerregulierung. Er ist als Rundwanderweg mit acht Schautafeln konzipiert, beginnt an der Straße Auf der Loge gegenüber des Schulparkplatzes und führt Richtung Hauptkanal und zurück.

Auf der „Wasserspur“ begegnet einem wiederum Vilsa: Beim Biotop im Brokser Moor wurde 2012 anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums ein eigener Laubwald gepflanzt. Heute wachsen auf der rund 4000 Hektar großen Fläche 20 0000 Stileichen, Roterlen, Buchen, Ebereschen, Moorbirken, Haselnuss- und Wildapfelbäume, Moorbirken, Hundsrosen und Schlehen. Ein Weg führt durch den Vilsa-Jubiläumswald, nähere Informationen liefert ein Hinweisschild neben der Ruhebank. Wer hier Pause macht, kann mit etwas Glück verschiedene Tierarten im Insektenhotel beobachten

Weg zum Wasser, Vilsaquelle, Bruchhausen-Vilsen

Mit etwas Glück sind beim Insektenhotel am Vilsa-Jubiläumswald Tiere zu beobachten.

"Mit dem Jubiläumswald wollen wir sowohl dem Ort als auch der Natur etwas Bleibendes schenken“, sagt Henning Rodekohr. Mit der Natur verantwortungsvoll umgehen und ihr etwas zurückgeben, ist ihm persönlich wichtig. Das Vilser Familienunternehmen setzt sich in regionalen und bundesweiten Umwelt- und Naturschutzprojekten für den Schutz der Quellen und Böden sowie dem Stopp des Klimawandels ein. Reines Mineralwasser ist ein Schatz der Natur.

Vor über 100 Jahren hat Johnny Dörgeloh die Vilsa-Quelle auf dem Heiligenberg entdeckt. Der dichte Laubwald im Ortsteil Homfeld hat durch Bäche und Schluchten seine Ursprünglichkeit bewahrt und ist von Spazierwegen durchzogen. Waldspielplatz, Kneipp-Anlage, historischer Ringwall, Forsthaus und Klostermühle als Gastronomie liefern weitere Anreize für einen Ausflug zum Heiligenberg. Dem Vilser gelang es, die dort entdeckte Quelle und den wilden Strom des Mineralwassers aufzufangen. Dörgeloh bot das Quellwasser als reines „Vilsa-Brunnen-Mineralwasser“ und „Citronen-Sprudel“ an.

Anna Rodekohr kaufte ihm 1928 den Vilsa-Brunnen ab und legte den Grundstein für die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens in der jetzt vierten Generation. Am Firmenstandort am Ortsausgang Richtung Homfeld werden 2,5 Millionen Flaschen am Tag abgefüllt, pro Jahr etwa 550 Millionen. „Jedoch nie mehr, als natürlich nachfließen kann“, sagt Henning Rodekohr. Derzeit sind neun Mineralwasserbrunnen in Betrieb. Durch die besondere Gesteinsformation dieser Gegend wird das unterirdische Wasserreservoir durch mächtige Tonschichten vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt.

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Vilsa-Brunnen

Vor mehr als 100 Jahren wurde die Vilsa-Quelle in der Nähe von Bruchhausen-Vilsen entdeckt, 1912 Vilsa-Brunnen ins Handelsregister eingetragen. 1928 übernahm Familie Rodekohr das Unternehmen und führt es heute in vierter Generation. In sechs Anlagen (3 Pet-Mehrweg, 2 Glas-Mehrweg, 1 Pet-Einweg) werden aktuell 111 verschiedene Artikel hergestellt, neben Mineralwässern auch Schorlen und Limonaden. Rund 550 Millionen Füllungen pro Jahr produziert das Unternehmen mit eigenem Labor zur Qualitätssicherung, das etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Betriebsbesichtigungen sind Corona bedingt erst wieder ab 2021 möglich.

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Unsere Serie „Weg ans Wasser“ ist eine Gemeinschaftsarbeit aller acht WESER-­KURIER-Regional- und aller vier Stadtteilausgaben. Die Idee dahinter: Wir wissen, dass die meisten unserer Leserinnen und Leser mobil sind und gerne bei ihren Tagesausflügen mal über den Tellerrand schauen wollen. Und da haben wir uns gedacht: Bitte, dann stellen wir ihnen doch mal Orte vor, die nicht in jedem Reiseführer stehen, sich gleichwohl für einen wunderschönen Kurztrip eignen – mit Rad, Pedelec, ÖPNV, was auch immer. Also: Viel Spaß – und ab ans Wasser.

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