Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Deutscher Waldpädagogikpreis: Julia Grimpe-Nagel wird geehrt

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) vergab für 2020 ihren Preis für herausragende waldpädagogische Projekte. Unter 32 Bewerbern hatte sich die Umweltwissenschaftlerin Julia Grimpe-Nagel durchgesetzt.
17.10.2021, 16:44 Uhr
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss

Bruchhausen-Vilsen. Wald und Gesundheit oder auch Waldgesundheit war das Thema, zu dem sich Julia Grimpe-Nagel Gedanken gemacht hatte bei ihrer Bewerbung zum Deutschen Waldpädagogikpreis. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) vergab für 2020 – also zum zehnten Mal – ihren Preis für herausragende waldpädagogische Projekte und Initiativen. Unter 32 Bewerbern hatte sich die Umweltwissenschaftlerin mit ihrem Konzept an die Spitze gesetzt; ebenfalls unter den letzten fünf Nominierten.

Grimpe-Nagel ist seit 2017 als zertifizierte Waldpädagogin für die Niedersächsischen Landesforsten im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst aktiv. „Durch die reduzierte Nachfrage während der Corona-Pandemie habe ich die Zeit genutzt, um ein halbtägiges Walderlebniskonzept ‚Waldgesundheit’ für junge und ältere Erwachsene zu entwickeln“, schildert die Erlebnispädagogin und Outdoortrainerin ihre Motivation. „Leitidee ist, die Wirkung des Waldes auf die menschliche Gesundheit und umgekehrt das Verständnis für die Gesundheit des Waldes zu vermitteln.“

Also schrieb sie ein Konzept und reichte es im August vergangenen Jahres ein. Verliehen wird dieser Preis immer im Jahr darauf, ergo wieder vor einigen Wochen bei den Niedersächsischen Landesforsten in Braunschweig. 

Übungen und Impulsvorträge

Zum Inhalt ihres Konzepts erklärt sie: „Auf einer Waldwanderung von gut vier Stunden geht es durch drei verschiedene Waldformen, Buchen-, Fichten- und durch Mischwald.“ Neben Wahrnehmungsübungen wie einem individuellen Spiegelgang hält die engagierte Fachfrau unterwegs kurze Impulsvorträge über die verschiedenen Waldtypen und ihren Gesundheitszustand.

Umgekehrt informiert sie über die Wirkung des Waldes auf die Menschen. „Dazu gibt es interaktive Elemente, bei denen die Teilnehmer den Wald erspüren können“, so Grimpe-Nagel. Essbares aus dem Wald wird mitgenommen und zum Schluss gemeinsam zubereitet und als Powerfood aus der Natur gegessen. „Wir können ganz viel für unsere Gesundheit tun“, betont Julia Grimpe-Nagel. „Sich an der frischen Luft und im Wald bewegen, mit Menschen interagieren und Wildkräuter mit ihren vielen Inhaltsstoffen sammeln – es ist im Wald so viel möglich.“

Nach dem ersten Lockdown konnte Grimpe-Nagel das Konzept mit einer Gruppe am Forsthaus Heiligenberg testen. „Die Teilnehmer haben sehr positiv auf die Veranstaltung reagiert, sodass ich nun überlege, es für Menschen mit gesundheitlichen Problemen weiterzuentwickeln“, freut sich Grimpe-Nagel – ebenso über das Preisgeld von 3000 Euro, welches ihr dafür Spielraum verschafft.

Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen

Mit ihrer Firma „Querfeldein“ arbeitet Julia Grimpe-Nagel als zertifizierte Waldpädagogin und seit 2020 auch als Erlebnispädagogin und Outdoortrainerin nicht nur mit dem Waldpädagogikzentrum des Forstamtes Nienburg, sondern auch mit anderen Einrichtungen zusammen; so dem Forsthaus Heiligenberg und steht auch für private Veranstaltungen zur Verfügung. "Wir freuen uns über die Anerkennung", so Michael Knipping vom Waldpädagogikzentrum in Hahnhorst/Schwaförden. „Julia Grimpe-Nagel ist für uns eine wertvolle Unterstützung mit Umweltbildungs-Angeboten für die Schulklassen, die zum ein- bis zweiwöchigen Waldeinsatz zu uns kommen.“

Zur Begründung verlautete es von der SDW: „Julia Grimpe-Nagel von Querfeldein betrachtet das Thema Gesundheit in ihrem Projekt aus mehreren Blickwinkeln. Neben der individuellen Sicht steht die Gesundheit des Waldes im Fokus und was wir Menschen vom Wald lernen können. Das Projekt richtet sich an Interessierte jeden Alters, die etwas für sich machen wollen. In der nächsten Stufe sollen Jugendliche mit Krankheitshintergrund in Begleitung von therapeutischem Personal angesprochen werden.“

Zur Sache

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)

Dieser Naturschutzverband wurde 1947 gegründet und versteht sich als Teil des nicht staatlichen Naturschutzes: „Wir engagieren uns für den Wald und bieten allen interessierten Menschen eine Plattform, sich ebenfalls für den Wald zu engagieren“, lässt sich der Homepage entnehmen. „Wir sehen uns als Anwältinnen und Anwälte für die Natur und wollen die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch, Tiere und Pflanzen erhalten. Wir wollen das Verhältnis der Menschen zum Wald verbessern, denn die Menschen und vor allem die Jugendlichen entfremden sich von der natürlichen Umwelt immer mehr.“

Mittlerweile sind 25.000 Mitglieder in rund 350 SDW-Gruppen organisiert, die die aktive Naturschutzarbeit vor Ort durchführen. Mehr als 70 Jahre nach den Anfängen vermittele die waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung mehr als nur Wissen zum Wald, erfahren Interessierte. Man wolle Bewusstsein für die ganzheitliche Bedeutung von Wäldern fördern und Möglichkeiten bieten zur Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheitsbildung. Der Wald habe eine neue zusätzliche Funktion erhalten – die der Bildung.

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