Die Kandidaten: Sylvia Holste-Hagen (Grüne) "Erneuerbare Energie gehört massiv ausgebaut"

Die Twistringerin Sylvia Holste-Hagen tritt als Direktkandidatin für Bündnis 90/ Die Grünen im Wahlkreis 33 an. Für sie hat der Klimaschutz oberste Priorität, daher setzt sie sich für erneuerbare Energien ein.
17.08.2021, 15:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Claudia Ihmels

Seit zehn Jahren gehört Sylvia Holste-Hagen für Bündnis 90/ Die Grünen dem Twistringer Stadtrat an. Nun strebt die 59-Jährige ein weiteres politisches Amt an: Sie will als Direktkandidatin ihrer Partei für den Wahlkreis 33 (Diepholz-Nienburg I) in den Deutschen Bundestag. 

Welche inhaltlichen Schwerpunkte vertreten Sie?

Sylvia Holste-Hagen: Diese Wahl ist eine Klimawahl. Wir merken alle, welche Auswirkungen der Klimawandel hat. Im letzten Jahr haben große Teile Australiens gebrannt und viele Menschen und Tiere sind ums Leben gekommen. Auch in diesem Jahr gibt es Rekord-Temperaturen von mehr als 45 Grad Celsius und Brände sowie Hochwasser durch Starkregenfälle. Wir brauchen ein Klimaschutz-Sofortprogramm, das sofort startet. Wir dürfen keine weitere Wahlperiode verschlafen, sondern müssen sofort tätig werden. Die erneuerbare Energie gehört massiv ausgebaut, damit wir neben Elektrizität auch eine Mobilitäts- und Wärmewende umsetzen können. Unser Ziel ist die Klimaneutralität bis 2035. Daneben brauchen wir eine Strategie für Klimaanpassungsmaßnahmen, damit wir den schon heute auftretenden Wetterkatastrophen nicht schutzlos gegenüber stehen.

Wie werden Sie sich in Berlin für Ihren Wahlkreis einsetzen?

Ich bin Vorstandsmitglied einer BürgerInnen-Energiegenossenschaft und spüre die Auswirkungen der letzten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Dieses Gesetz ist kompliziert und behindert den weiteren Ausbau. Durch Ausschreibungsverfahren wird Windenergie eingeschränkt und Genossenschaften aus dem Verfahren gedrängt. Bei Photovoltaik gibt es einen „atmenden Deckel“, der einen großen Ausbau unwirtschaftlich macht. Dies alles möchte ich schnellstmöglich ändern. Ich setze mich ein für eine Energiewende vor Ort, besonders in Händen der Bevölkerung. Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt und vereinfacht werden. Wir brauchen flexible Netzstrukturen vor Ort und Speicherkapazitäten. Die Energiewende können wir nur gemeinsam erfolgreich gestalten. Hierfür werde ich mich in Berlin einsetzen.

Wie schätzen Sie die Verankerung in Ihrem Wahlkreis ein?

Seit zehn Jahren gehöre ich für Bündnis 90/ Die Grünen dem Twistringer Stadtrat an und engagiere mich auf vielen Gebieten der Kommunalpolitik. Auch betreibe ich mit vielen engagierten Mitstreitern seit gut zwei Jahren ein soziales Kaufhaus. Neben der direkten Mitarbeit im Kaufhaus bin ich als Vorsitzende des Vereins tätig, begleite die regionalen Klima-Aktionsgruppen, arbeite in einer BürgerInnen-Energiegenossenschaft mit und engagiere mich unter anderem für die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie in BürgerInnenhand bei Solar und Windenergie. Im Rahmen meiner Aktivitäten spüre ich in Gesprächen eindeutig den Wunsch nach Veränderung, damit die Zukunft eine Perspektive für alle bietet. Für diese notwendigen Veränderungen auch in meinem Wahlkreis möchte ich mich in Berlin einsetzen. 

Wenn Ihre Partei mitregiert, was sollte sofort umgesetzt werden?

Unsere erste Maßnahme ist das Klimaschutz-Sofortprogramm. Die erneuerbare Energie wird massiv ausgebaut und Kohlekraftwerke schnellstmöglich, spätestens bis 2030, vom Netz genommen. Neben konsequentem Klimaschutz ist die Vorsorge vor Extremwetterereignissen durch zum Beispiel eine Überprüfung der Infrastrukturen eine zentrale Aufgabe. Gegen das Artensterben werden wir den Pestizideinsatz verringern und den Einsatz von Glyphosat untersagen. Wir unterstützen die regionale Erzeugung von Lebensmitteln und setzen uns gegen Dumpingpreise ein. Bäuerinnen und Bauern müssen gut von ihrer Arbeit leben können.

Welche Aufgaben möchten Sie in Ihrer Fraktion übernehmen?

Durch meine Mitarbeit in der Genossenschaft kenne ich die Behinderungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Hier möchte ich tätig werden für einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energie in Händen der Bevölkerung für eine breite Akzeptanz und kommunaler Wertschöpfung.

Zur Sache

Geburtsort: Varrel (Sulingen)

Alter: 59

Beruf: Beamtin im Ruhestand

Parteizugehörigkeit: Bündnis 90/ Die Grünen

Politisch aktiv seit: Mitte der 1980er-Jahre Mitglied bei den Grünen (mit einer kleinen Unterbrechung Ende der 1980er-Jahre), außerdem früheres mehrjähriges Engagement in der Gewerkschaftsarbeit

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