Brokser Heiratsmarkt

Die Suche hat ein Ende

Er steht in einer Reihe mit Gerhard Schröder, Henning Scherf und Willi Lemke: Grant Hendrik Tonne wird am 23. August als Heiratsvermittler des Brokser Heiratsmarktes auftreten.
12.04.2019, 18:40
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Die Suche hat ein Ende
Von Micha Bustian

Bruchhausen-Vilsen. Kleines Ratespiel. Er ist nicht niedersächsischer Ministerpräsident, kein Bremer Bürgermeister und auch nicht Manager von Werder Bremen. Mit dem Klang der Namen Gerhard Schröder, Henning Scherf und Willi Lemke kann der am Freitag bekannt gegebene Heiratsvermittler des Brokser Heiratsmarktes zugegebenermaßen nicht mithalten. Muss er aber auch nicht. Er ist ein Kind der Region, hat sich bis zum Kultusminister hochgearbeitet und wird die Kult-Kirmes am Freitag, 23. August, eröffnen. Und? Von wem ist hier die Rede? Richtig: Grant Hendrik Tonne.

„Wir waren gestern in Hannover“, verriet Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann gestern mit einem schelmischen Lächeln. Fast hätte er seinem Flecken-Kollegen Lars Bierfischer zugezwinkert und auf den Oberarm geboxt. Zumindest machte es den Anschein. Wie auch immer: Die beiden freuten sich diebisch darüber, dass so früh bereits Klarheit herrscht. Grant Hendrik Tonne wird am 23. August die weißen Handschuhe überstreifen, den schwarzen Zylinder aufsetzen und wahrscheinlich einige Anekdoten von sich geben. Als Nienburger müsste er den Brokser Markt ja in- und auswendig kennen. Drei Böllerschüsse später drehen dann die ersten Autoscooter ihre Runden. Und der niedersächsische Kultusminister dreht seine Runde mit Größen aus der Lokalpolitik und -wirtschaft.

„Er kommt schon um 13.30 Uhr und hat richtig Zeit“, freut sich Bernd Bormann. Für etwa drei Stunden habe Grant Hendrik Tonne zugesagt. Der SPD-Politiker habe sich bei der Übergabe der Einladung am Donnerstag in der Landeshauptstadt „sehr gefreut“, wie Bormann beobachtet hat. Er wolle ein bisschen Zeit mitbringen,„die Bahnfahrt macht er auf jeden Fall mit“. Dann sei auch ein kleiner Austausch möglich: „Vielleicht kommen wir ja dazu, über die Personalversorgung an den Schulen zu sprechen“, hofft Bormann. Und da ist es dann wieder, dieses anfangs erwähnte schelmische Lächeln.

Lars Bierfischer ist vor allen Dingen froh, dass „die Zusage so früh kam“. Im vergangenen Jahr wurde noch im Juli gesucht, der SYKER KURIER spekulierte damals über einen Auftritt von Claudio Pizarro in Bruchhausen-Vilsen. Wurde nichts. Dafür kam Jan Arning, Hauptgeschäftsführer des niedersächsischen Städtetages. Nie gehört? Nachvollziehbar. Grant Hendrik Tonnes Name hat zumindest in unserer Region einen gewissen Hall. Ein Landesminister, das ist dem Anlass durchaus würdig. Dazu ein Junge aus der Nachbarschaft.

Grant Hendrik Tonne wurde in Bad Oeynhausen geboren. Der 43-Jährige schaffte 1995 sein Abitur in Petershagen und schloss ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bremen an. Die logische Abfolge: erstes juristisches Staatsexamen, Referendariat, zweites Staatsexamen. Seitdem ist der vierfache Vater als selbstständiger Rechtsanwalt in Stolzenau tätig. Seine politische Familie hat Tonne in der SPD gefunden. Tonne schloss sich 1996 den Jusos an, war zweimal ihr Vorsitzender im Unterbezirk Nienburg. Zeitgleich schaffte er den Sprung in den Gemeinderat von Leese, sitzt seit 2001 im Kreistag des Landkreises Nienburg. 2008 und 2013 zog er über die Landesliste in das niedersächsische Parlament ein. Seit dem 22. November 2017 ist er niedersächsischer Kultusminister.

„Er hat vor Monaten schon gesagt, dass er sich das Amt des Heiratsvermittlers vorstellen könnte“, sagt Bernd Bormann. Jetzt hat Grant Hendrik Tonne zugesagt und damit zwei Bürgermeister richtig glücklich gemacht.

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