Digitale Lernallianzen an der KGS Leeste

Frischer Wind und neue Perspektiven

Praktische Erfahrung für Schüler, neue Ideen für Unternehmen und wertvoller Austausch: Das Projekt "Digitale Lernallianzen" verspricht Vorteile für alle Beteiligten. Auch die KGS Leeste hat dabei mitgemacht.
22.07.2021, 16:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek
Frischer Wind und neue Perspektiven

Die Beteiligten der „Digitalen Lernallianzen“ waren durchweg zufrieden mit dem Verlauf des Projektes, das zur Nachwuchsgewinnung für Unternehmen und Berufsorientierung für Schüler beitragen soll.

Niklas Golitschek

Landkreis Diepholz. Ein Pionierprojekt mit Fortsetzung: Die Beteiligten der „Digitalen Lernallianzen“ haben nun in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste den ersten Durchlauf der Aktion zur Nachwuchsgewinnung für Unternehmen und Berufsorientierung für Schüler Revue passieren lassen. Das Fazit fiel dabei durchweg positiv aus.

23 Betriebe hatten ihre Türen geöffnet und Schülern der KGS Leeste sowie der Graf-Friedrich-Schule (GFS) aus Diepholz einen vertieften Einblick gewährt. „Die Unternehmen haben sich tolle Sachen ausgedacht“, lobte etwa Eva Tymko, Projektmitarbeiterin bei der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft. In einem Online-Workshop erarbeiteten die Verantwortlichen zunächst Aufgaben für die Schülerteams, die anschließend bei Digitalisierungsprozessen ihre jugendlichen Perspektiven mit einbringen sollten.

Bei Wesemann Laboreinrichtungen in Syke bedeutete das etwa, dass sie einen Arbeitstisch für Schullabore mit entwarfen, wie Designerin Stefanie Reich ausführte: „Wir wollten Ideen von Schülern sammeln, die täglich mit den Möbeln zu tun haben.“ Unter dem Motto "Zukunft des Lernens" sei die Aufgabenstellung bewusst offengehalten worden, damit die Schüler ihre Ideen einbringen können. Sie wüssten schließlich am besten, wie die Kombination aus digitalen und analogen Möglichkeiten gelinge; welches Mobiliar und welche Peripherie sie dafür benötigen. „Es war spannend, das Projekt wachsen zu sehen“, berichtete Reich von einem regen Austausch, der pandemiebedingt rein digital stattfand.

Mit einem virtuellen Rundgang erhielten die Schüler zunächst einen Einblick hinter die Kulissen und erstellten anschließend ein 3D-Modell eines Arbeitstisches, wie sie ihn sich vorstellen. „Sie haben einen Platz für die Zusammenarbeit entwickelt“, erklärte Reich das Ergebnis. In dem Konzept habe dieser Aspekt im Fokus gestanden und digitale wie analoge Mittel an einem Ort verknüpft. Diese Ideen wollte das Unternehmen künftig aufgreifen, die Präsentation des Arbeitstisches hätten alle Abteilungen mitverfolgt.

Begeistert zeigte sich auch Torben Segelken von der Geschäftsleitung bei Carl Ostermann Erben in Stuhr, einem Vorstufenunternehmen für Etiketten- und Verpackungsdruck. „Mit Praktika haben wir uns schwer getan“, sagte er. Ohne große Personalabteilung fehlten die Ressourcen, passende Projekte anzubieten: „Da gab es auch schon enttäuschte Gesichter, weil keine Logos oder Produkte gestaltet wurden.“

Mit den "Digitalen Lernallianzen" habe sich das jedoch geändert. „Es gibt ein Thema, ein Ziel und man wird von der Handwerkskammer an die Hand genommen. Es gibt einen Ablaufplan und regelmäßige Meetings“, lobte er das Konzept. Zumal die Erfahrung gezeigt habe, dass Schüler in der Gruppe selbstbewusster an solche Projekte gingen als allein. In dem Unternehmen sollten sie neue Produktideen für den computergesteuerten Schneidetisch entwickeln und Vertriebswege suchen. Das Ergebnis: Aus dem Verschnitt bauten sie einen individualisierbaren Schmuckständer und fanden einen passenden Online-Shop dafür. „Die Ergebnisse sind konzeptionell gut und die Schüler haben eine tolle Marktanalyse erstellt“, schwärmte Segelken, der das Projekt mit der Gruppe fortführen will.

Einen Superhelden als Werbefigur zur Nachwuchsgewinnung erstellte Schülerin Pia Arnhold. „Wir haben uns in der Gruppe gut eingefunden“, bilanzierte sie. Die Schüler hätten dafür analysiert, hinterfragt und dazugelernt, um aus der Theorie einen kreativen Ansatz zu finden. Auch deren Ergebnis wolle das Unternehmen mit in die künftige Werbung einfließen lassen. Emily Suhling arbeitete an einem Werbebeitrag mit, mit dem das Unternehmen Berufskraftfahrer und Mechatroniker finden wollte. „Auf Instagram sind viele Jugendliche und Humor spricht sie extrem an“, fasste sie die Analyse für die Werbung zusammen und sagte rückblickend: „Das war eine ziemlich gute Erfahrung.“

KGS-Lehrer Patrick Arnold, Berufsorientierungs-Beauftragter für den Haupt- und Realschulbereich, fand ebenfalls lobende Worte für das Projekt: „Das hat sich total von klassischer Berufsorientierung abgehoben.“ Schulleiter Michael Krutschke sah den Mehrwert vor allem in den niedrigschwelligen Angeboten. „Das kann und sollte ein wichtiger Baustein in der Berufsorientierung werden“, sagte er. Die KGS Leeste beteilige sich daher gerne beim nächsten Durchgang, der für August dieses Jahres angesetzt ist. Interessierte Unternehmen können sich noch an den "Digitalen Lernallianzen" beteiligen. Weitere Informationen sind online unter www.hwk-psg.de/dila abrufbar.

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