Corona-Krise

Ein Zeichen des Zusammenhalts

Im Internet schließen sich Freiwillige aus Weyhe und Stuhr zusammen, um ältere und geschwächte Menschen vor dem Coronavirus zu schützen. Auch die Junge Union Weyhe hat eine neue Aktion ins Leben gerufen.
17.03.2020, 00:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Johannson
Ein Zeichen des Zusammenhalts

Für ältere und kranke Menschen ist der Einkauf inzwischen gefährlich geworden. Aus diesem Grund wollen Freiwillige ihnen so schnell wie möglich dabei helfen.

David Ebener / dpa

In den schweren Zeiten der Corona-Krise setzen Menschen in Weyhe und Stuhr auf Zusammenhalt. Sie wollen sich gegenseitig helfen und füreinander da sein. Vor allem um ältere und geschwächte Menschen der Risikogruppe vor dem Coronavirus zu schützen, rufen derzeit Freiwillige zu Aktionen im Internet auf. Im sozialen Netzwerk Facebook entstehen derzeit zwei Hilfsgruppen, deren Mitgliederzahlen stündlich anwachsen: „Corona in Stuhr – Wir helfen!“ und „Corona in Weyhe – Wir helfen!“. „Die Idee haben wir ins Leben gerufen, weil Solidarität und Gemeinschaft in Zeiten einer Krise, die uns alle fordert und verunsichert, besonders wichtig ist. Jetzt zählt nicht Egoismus, sondern Zusammenhalt und Hilfe“, betont Falk Brozio, Betreiber der Weyher-Gruppe.

In den nächsten Tagen sollen die beiden Aktionen durchstarten. „Es wird demnächst eine Telefonnummer geben, bei der Menschen aus Weyhe und Stuhr – die Hilfe benötigen – anrufen und ihre Bedarfe durchgeben können“, erklärt Brozio. Über die Rufnummer sollen dann die Kontaktdaten erfragt, die entsprechenden Bedarfe aufgenommen und in eine Liste eingetragen werden. Auf Grundlage dieser Liste koordiniert ein sogenanntes Backoffice dann die Unterstützung. Die Bedarfe sollen sich auf die Themen Einkauf, Medikamente und Tierbetreuung beziehen. „Wichtig ist, dass alle Hilfeleistungen kostenlos angeboten werden und auf Freiwilligkeit basieren“, sagt Brozio.

Der Administrator der Stuhrer Hilfsgruppe, Jan Laue, bittet noch um ein wenig Geduld: „Die Gruppe gibt es erst seit 72 Stunden. Das Backoffice-Team von sieben Personen leistet gerade bis in die späten Nächte hinein überwältigende Arbeit, sodass wir davon ausgehen können, Ende dieser Woche an den Start gehen zu können.“ Aktuell arbeiten die beiden Gruppen insbesondere an der Frequently Asked Questions (FAQ), um allen Helfern auch einen sicheren Ablauf gewährleisten zu können. „Wir haben Informationen vom Deutschen Roten Kreuz Diepholz eingeholt“, betont Laue und ergänzt: „Sobald wir die Telefonnummer herausgeben, soll es sofort und ohne Probleme losgehen.“

Helfen möchte auch die Junge Union Weyhe. Sie folgt dem Aufruf der Jungen Union Deutschlands, in der Corona-Krise kranken und älteren Menschen beim Einkauf von Lebensmitteln oder anderen Erledigungen zu helfen. Unter dem Motto „Ich bin ein Einkaufsheld“ können sich freiwillige Helfer und Hilfesuchende im Internet unter www.die-einkaufshelden.de anmelden. Dort werden sie einander der Region nach zugeordnet.

Obwohl die Aktion erst seit vergangenen Sonnabend läuft, hat die JU Weyhe bundesweit schon mehr als 4000 Registrierungen verzeichnen können – darunter sind 3500 Helfer. „Wir erhoffen uns in den nächsten Tagen positives Feedback von den Nutzern und gehen davon aus, dass die Aktion auch in anderen Gemeinden Einzug findet“, sagt die Vorsitzende Yasmine Goldschmidt und fügt noch einen Appell hinzu: „Bedürftige sollen sich auf keinen Fall schämen, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass alle zusammenhalten.“

Auch die Jusos Syke stehen älteren Menschen mit Rat und Tat zu Seite. Die stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Niedersachsen und der Juso-Arbeitsgemeinschaft Syke, Ronja Laemmerhirt, sagt: „Wir werden uns der Bundesaktion der Jusos anschließen und selbstverständlich Hilfe anbieten“. Bedürftige können sich unter ronja.laemmerhirt@spd-syke.de melden.

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