Häufung im Landkreis Diepholz Vermehrter Betrug per Kurznachrichten

In den vergangenen drei Monaten haben sich Betrugsfälle per Kurznachrichtendienst im Landkreis Diepholz gehäuft. Die Polizei warnt vor der Masche, bei der sich Betrüger als Sohn oder Tochter ausgeben.
14.08.2022, 14:06
Lesedauer: 2 Min
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Vermehrter Betrug per Kurznachrichten
Von Alexandra Penth

Landkreis Diepholz. Die Fälle von Betrugsversuchen über Kurznachrichtendienste wie Whats-App haben im Landkreis Diepholz rapide zugenommen. Laut Polizeisprecherin Marei Tatgenhorst sind zwischen Mai und Juli in der Polizeiinspektion 83 Fälle angezeigt worden, wovon 26 für die Täter erfolgreich waren. "Daraus ergibt sich mittlerweile allein im Landkreis Diepholz ein Gesamtschaden von circa 62.350 Euro", sagt Tatgenhorst. "Hallo Mama ich bin's. Wollte dir kurz Bescheid geben, dass mein Handy kaputt ist." Mit solchen oder ähnlichen Nachrichten beginnt oft die Betrugsmasche, bei der es die Täter insbesondere auf ältere Menschen abgesehen haben. 

Die Betrüger geben sich über Whats-App mit einer neuen Nummer als Tochter oder Sohn aus und äußern, dass ihr Handy defekt sei und sich die Handynummer geändert hätte. Die Geschädigten werden dann aufgefordert, die alte Rufnummer zu löschen und die neue einzuspeichern. Es wird zudem angegeben, dass ein Telefonat oder eine Sprachnachricht nicht möglich seien, da das Mikrofon nicht funktioniere. In einer geschickten Gesprächsverwicklung in einem Chat wird durch die vermeintliche Tochter oder den vermeintlichen Sohn suggeriert, dass sie eigentlich dringend eine Überweisung tätigen müssten, was aufgrund des alten, defekten Handys nicht möglich sei. Die Eltern werden daher um Vorkasse gebeten und es wird eine deutsche Iban zwecks Überweisung übermittelt.

"Hauptsächlich wird dabei dazu gedrängt, dass die Überweisung in Echtzeit getätigt wird", so die Polizeisprecherin. Oftmals stellt sich dann erst im Nachhinein heraus, dass die Überweisung nicht für die richtigen Kinder getätigt wurde und die Geschädigten meist um Geldbeträge im vierstelligen Bereich erleichtert wurden. "Es wird außerdem davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer ebenfalls sehr hoch ist", sagt Tatgenhorst. Es sollte sich jedoch niemand davor scheuen, bei einem entstandenen Schaden die Polizei sowie auch die eigene Bank zu verständigen. Möglicherweise kann noch eine Rücküberweisung veranlasst werden.

Die Polizei warnt erneut vor derartigen Kontaktaufnahmen insbesondere über Whats-App und SMS von vermeintlichen Angehörigen. Es sollte aufgrund solcher Nachrichten nie Geld gezahlt oder überwiesen werden. Die Polizei rät dazu, misstrauisch zu sein und in solchen Fällen persönlichen Kontakt zu Angehörigen herzustellen. Insbesondere wird empfohlen, immer erst unter der vermeintlich alten Rufnummer des Kindes zurückzurufen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/enkeltrick-betrueger-nutzen-whatsapp/ oder www.polizei-praevention.de/aktuelles/angebliche-whatsapp-familien-kontakte-bitten-erneut-um-hilfe-bei-ueberweisung.html abrufbar. 

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