Fahrrad-Kiosk

Selbst auf Heilige ist kein Verlass

Der Auftakt am Freitag schien gelungen. Am Montag soll es eine weitere Genehmigung geben, damit die Schaustellerfamilie Stummer auch in Zukunft den Fahrrad-Kiosk in Bruchhausen-Vilsen anbieten kann.
08.05.2020, 17:49
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch
Selbst auf Heilige ist kein Verlass

Der Fahrrad-Kiosk der Familie Stummer hat am Freitag seine Premiere gefeiert. Wenn die Genehmigung am Montag vorliegt, dann kann das Angebot wiederholt werden.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. „Wir wollen der Corona-Krise ein Schnäppchen schlagen“, sagt Schausteller Henry Stummer aus Bruchhausen-Vilsen. „Unser Vorschlag: Steigen Sie aufs Fahrrad und radeln Sie zu uns zum Marktplatz.“ Ab sofort soll freitags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr Geld in die Kasse gespült werden mit dem Fahrrad-Kiosk der Stummers. Bei großem Zuspruch kann es auch später werden. Platz für parkende Zweiräder ist genügend vorhanden. Man kann natürlich auch zu Fuß oder mit dem Auto kommen. Mit den Söhnen Henry junior und Alex hat Stummer auf der Rückseite des Jugendhauses ein Areal umzäunt, gesäumt von Palmen in Kübeln. „Die haben wir in der Florawelt Schwarme geliehen, damit das Ganze Flair hat“, der Kommentar der Herren. „Die Zusage aus Diepholz für den heutigen Auftakt kam schnell. Am Montag soll dann beim Landkreis die Genehmigung eingeholt werden, Sitzplätze in gebührendem Abstand oder Stehtische anzubieten, um verweilen zu können. Das war vorher nicht möglich, weil kein Zeitplan zur Lockerung der Beschränkungen vorlag. Falls das nicht klappt, muss weiterhin to go von den Kunden gekauft werden“, erklärt Stummer.

Angeboten werden Getränke, Snacks, Eis, Crêpes, Früchte in belgische Schokolade gehüllt (getestet und köstlich befunden!), Mozzarellastangen, Salamispieße, Blumen- und Rosenkohl überbacken. Die Liste der Köstlichkeiten ist sehr viel länger. Die Auslage in den beiden Ständen äußerst verführerisch.

Dieses Jahr brachte den Stummers wie allen in ihrer Zunft beruflich bisher kein Glück. Der heilige Georg, Schutzpatron der Schausteller, ist derzeit wohl mit anderen Dingen beschäftigt, als sich um sein fahrendes Volk zu kümmern. Den Eindruck dürften zumindest Henry Stummer und seine Familienmitglieder haben. Musste schon das Après-Ski-Dorf am Bahnhof im Januar wegen Sturmtief Sabine vorzeitig abgebaut werden, fegte das Coronavirus alle Hoffnungen auf eine gute Saison, mit den Einschränkungen, die Pandemie glimpflich verlaufen zu lassen, davon. Statt Osterwiese, Jahrmarktstrubel, Einnahmen bei Fahrgeschäften und Verköstigungen folgte der weitere Nackenschlag: Auch der Brokser Heiratsmarkt ist in diesem Jahr gestrichen. „Selbst in Kriegszeiten ging immer irgendetwas“, weiß Henry senior. „Seit fünf Genrationen erlebten wir eine totale Schließung noch nie.“ Per Facebook unter „Fahrradkiosk“ gibt es Infos zum Angebot, auch telefonisch zu ordern zur Abholung ist möglich unter 01 73 / 6 18 45 45. Aber eigentlich sollte man sich den Gang über den roten Teppich an den Ständen entlang nicht entgehen lassen, um die Kauf- und Schmauselust anzuregen. „Wenn wir mit unserem Angebot den Nerv des Publikums treffen, macht es uns und hoffentlich auch die Kundschaft glücklich“, da ist sich das ganze Stummer-Team sicher.

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