Landgericht Verden Zeugen sagen aus

Das Verfahren um den Lkw-Fahrer, der im November 2019 in Uenzen einen tödlichen Verkehrsunfall herbeigeführt haben soll, geht weiter. Das Landgericht Verden befragte beim zweiten Termin zwei Zeugen.
23.06.2022, 16:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Angelika Siepmann

Verden/Bruchhausen-Vilsen. Nachdem aus Krankheitsgründen bereits fünf geplante Termine ausgefallen sind, ist am Donnerstag der Prozess um den folgenschweren Frontalzusammenstoß zweiter Sattelzüge auf der Bundesstraße 6 bei Bruchhausen-Vilsen fortgesetzt worden. Ein 42-jähriger Mann aus Sulingen muss sich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden wegen Totschlags verantworten. Der ehemalige Lkw-Fahrer soll den Unfall am 11. November 2020 mit Suizidabsicht herbeigeführt haben. Ein niederländischer Berufskollege war dabei ums Leben gekommen.

Zum Auftakt der Hauptverhandlung war Mitte Mai lediglich die Anklageschrift vorgetragen worden. Die Verteidigung hatte im Anschluss eine Einlassung des Mannes in Aussicht gestellt. Davon war nun noch nicht die Rede. Der Vorsitzende Richter kündigte indes für den nächsten angesetzten Termin (30. Juni) an, man wolle den Angeklagten „vernehmen“. Die Kammer will dann auch dessen Lebensgefährtin befragen. Vor Antritt der verhängnisvollen Fahrt soll es einen Beziehungsstreit gegeben haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seinen eigenen Tod herbeiführen wollte, als er seinen Lkw im Bereich Uenzen gegen 17.15 Uhr im Feierabendverkehr auf gerader Strecke in Richtung Nienburg unvermittelt auf die Gegenfahrbahn lenkte. Durch die Wucht des Aufpralls war der Fahrer des entgegenkommenden Sattelschleppers aus den Niederlanden im Führerhaus eingeklemmt worden, der 63-Jährige starb vermutlich auf der Stelle. Eine Frau, die in ihrem Pkw einige Minuten „ein paar Autolängen“ hinter dem Laster des Angeklagten gefahren war, sagte jetzt im Zeugenstand, an der Fahrweise sei ihr zunächst nichts aufgefallen. Doch plötzlich sei der Wagen „nach links herübergezogen“, und dann habe es auch schon „geknallt“. Sie sei sofort an die rechte Straßenseite gefahren; ihre Tochter habe den Notruf verständigt.

Eine Polizeikommissarin schilderte unter anderem, wie man den Unfallort vorgefunden habe: „Viele Trümmer, Lkw-Teile, wie ein Schlachtfeld.“ Der schwer verletzte Angeklagte war in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert worden. Ob und in welchem Maße er alkoholisiert war, wurde offenbar nicht festgestellt. Dem Vernehmen nach wurde nicht die polizeilich angeordnete Blutprobe vorgenommen. Nach Angaben seines Arbeitgebers befand der Mann sich seinerzeit nicht auf der vorgesehenen Route. Kunden hatten schon das Ausbleiben einer avisierten Lieferung moniert und die Firma den Laster daraufhin „geortet“, wie es hieß.

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