Museumseisenbahn Zeitreise ins Wirtschaftswunder

Für die "Kleinbahn im Wirtschaftswunder" hatte der Deutsche Eisenbahnverein ein spannendes Wochenende im Juli geplant. Aufgrund von Organisationsschwierigkeiten wird der Trubel jetzt eingeschränkt.
29.06.2022, 17:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss

Bruchhausen-Vilsen. Die 1950er-Jahre waren in der Bundesrepublik von Umbrüchen bestimmt: So kam etwa die Währungsreform, und auch das Kaufverhalten steigerte sich. Die Landkreise als Eigentümer der Kleinbahnen konnten sich eine Zukunft auf dem "platten Land" ohne das Transportmittel nicht vorstellen. Während der Jahre des Wiederaufbaus wurde Geld zur Modernisierung der Kleinbahn bereitgestellt, doch der Verkehr blieb bescheiden und der Straßengüterverkehr wurde zur Konkurrenz. Dennoch setzen die Kleinbahner alles daran, die Versorgung der Region zu sichern. 

Genau dieser Historie widmet sich wieder einmal die erste Deutsche Museumseisenbahn, wie traditionell öfter mal im Saisonfahrplan vorgesehen. Da werden am 2. und 3. Juli die Uhren an der Kleinbahnstrecke zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf zurückgestellt auf Zeiten mit bemerkenswerten Ereignissen. Im Fall des ersten Juli-Wochenendes insbesondere der Wirtschaftswunderzeit. Genauer gesagt: die Jahre des rapiden wirtschaftlichen Aufschwungs ab den 1950ern, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Vereins (DEV) haben nun allerdings einen Mehrzugbetrieb zusammengestellt – reduziert, wie aus dem Vereinsvorstand verlautet. Unter dem Motto "Die Kleinbahn im Wirtschaftswunder" soll also ein gut funktionierender Zugbetrieb zu erleben sein.

Die ursprünglich vorgesehenen Programmpunkte können nicht im vollen Umfang gestemmt werden, bedauert der Vorstand der Museumseisenbahn. „Um einen gesicherten Fahrablauf zu gewährleisten, gab es keine andere Wahl“, sagt Gunther Meckmann. Schließlich habe man sich gezwungen gesehen, noch einmal alle Risiken kurz vor der Veranstaltung sorgfältig abzuwägen. Aufgrund dessen wird nun ein abgespeckter Fahrplan angeboten, der auf dem üblichen Sonntagsfahrplan basiert.

So werden wieder zwei Zugpaare und ein Triebwagengespann zum Einsatz kommen. Jeweils um 11.15 und 14.15 Uhr wird sich ein Personenzug von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf auf den Weg machen, gezogen von einer Diesellok. Den Abschluss an beiden Fahrtagen bildet um 16.15 Uhr ein Triebwagenpaar. Die Personenzüge werden sich aus renovierten Waggons der Nachkriegszeit zusammensetzen. Zusätzlich werden drei passende Güterwagen mitgeführt, um ein realistisches Bild über die Wirtschaftswunderzeit zu vermitteln, die auch auf dem Lande durch eine spürbare Steigerung des Transportaufkommens sichtbar deutlich wurde.

„Dafür werden Güterwagen mit Personenwaggons zusammengestellt, sogenannte GmP-Züge. Das wird auch am kommenden Wochenende der Fall sein“, kündigt Pressesprecher Martin Thies an. Fahrkarten sind im Tourismusbüro Bruchhausen-Vilsen, an allen bekannten Vorverkaufsstellen von Nordwest-Ticket und telefonisch unter 04 21 / 36 36 36 erhältlich.  

Am Sonntag, 3. Juli, ist außerdem wieder der "Kaffkieker" zwischen Syke und Eystrup unterwegs und bietet mit einem Triebwagen aus den 50er-Jahren eine direkte Verbindung nach Bruchhausen-Vilsen. Die örtlichen Gasthäuser werden sich auf die Besucher einstellen. Dazu zählen auch die gastronomischen Betriebe in Bahnhofsnähe, verspricht der DEV.    

Vor mehr als 120 Jahren wurde die Kleinbahnstrecke nach Asendorf eröffnet. Das trifft auch auf die ursprüngliche Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf zu. Für diese Epoche sind ebenfalls besondere Fahrtage geplant, nämlich am Wochenende des 3. und 4. September. Und dann unter dem Motto: „Kleinbahn in der Kaiserzeit“.

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