Brokser Heiratsmarkt

Fünf tolle Tage

Fünf tolle Tage liegen hinter Bruchhausen-Vilsen. Fünf Tage mit Fressbunden, Fahrgeschäften, Partyzelten, Pferdemarkt, Junggesellenversteigerung und vielem mehr. Ein Rückblick.
30.08.2019, 11:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Braunschädel und Tobias Denne (Fotos) sowie Micha Bustian (Text)
Fünf tolle Tage

Kentucky Derby - Pferderennen mit Bällen.

Michael Braunschädel

Nein, Ralf Rohlfing hat noch nicht wieder sein Büro im Rathaus bezogen. Auch zwei Tage nach Ende des Brokser Heiratsmarktes nicht. Der Marktmeister ist immer noch mit dem Abbau beschäftigt, koordiniert, hilft, ist Ansprechpartner für die Schausteller, die jetzt weiterziehen. Dennoch kann Rohlfing schon eine Bilanz ziehen. „400 000 Besucher haben wir wohl wieder erreicht“, sagt der Mann von der Samtgemeindeverwaltung Bruchhausen-Vilsen. Und: „Die Schausteller sind im Großen und Ganzen zufrieden.“

Nun ja, das Wetter hat ja auch mitgespielt. Über fünf Tage, vom 23. bis zum 27. August, waren kaum Wolken zu entdecken. Die Sonne sorgte dafür, dass den Massen auf dem Marktgelände Bruchhausen-Vilsen ordentlich eingeheizt wurde. Die Getränkezulieferer mussten einige Male Nachschub anliefern, hatte Ralf Rohlfing beobachtet. „Getränke waren immer wieder mal vorzeitig ausverkauft. Vielleicht war es auch ein bisschen zu heiß.“ Allerdings auch nicht so heiß, dass die Menschen aus dem Luftkurort das Freibad dem Heiratsmarkt vorgezogen hätten. „Das ist der Vorteil, wenn der Markt nur fünf Tage dauert“, weiß der Marktmeister. „Beim Freimarkt in Bremen bleiben die Leute bei schlechtem Wetter einfach Weg. Kommen ja noch genug Tage. Das ist hier anders. Und die Leute wollen zum Markt.“

Für den Dienstag würden sogar viele Menschen Urlaub nehmen. Warum? „Das ist Tradition“, erklärt Ralf Rohlfing. Schon früher seien viele Menschen zum Pferdemarkt gegangen. „Das hat sich dann von Generation zu Generation weitergetragen.“ Inzwischen sei der Brokser-Markt-Dienstag Kult, „ein Muss für alle“, ein Ereignis, zu dem man „bloß nicht zu spät kommen“ sollte. Rohlfing erinnert sich noch an seine Schulzeiten. „Da haben wir gehofft, dass dienstags während des Brokser Marktes nach der dritten Stunde Schluss ist. Und dann: Nichts wie hin.“ Gut, natürlich wird dann auch das eine oder andere Bierchen getrunken. Dass die Betrunkenen die Familien vom Marktbummel abhalten, wie aus Schaustellerkreisen moniert, hat Ralf Rohlfing aber nicht beobachten können. In den Jahren 2017 und 2018 hatten die DRK-Sanitäter sogar keinen einzigen Betrunkenen, der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus musste. Ob das diesmal auch so war, mag Rohlfing nicht bestätigen. Aber er freut sich darüber, dass „viele Cliquen dafür gesorgt haben, dass Betrunkene gut nach Hause kommen“.

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