Resolution Für Toleranz und Menschlichkeit

Die fünf Bürgermeister der Win-Region haben eine gemeinsame Resolution für Toleranz und Menschlichkeit erarbeitet. Diese wollen sie nun am Freitag unterzeichnen und andere animieren, es ihnen gleichzutun.
10.03.2020, 17:17
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Für Toleranz und Menschlichkeit
Von Tobias Denne

Landkreis Diepholz. Ein Zeichen wollen sie setzen. Einen Impuls geben, um gemeinsam für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit zu kämpfen. „Wir haben die Ereignisse in Hanau, in Syke, den Fußballstadien zum Anlass genommen, um uns zu besprechen und diese Resolution zu verfassen“, sagt Bassums Bürgermeister Christian Porsch. Mit im Boot sind auch die Bürgermeister der anderen Win-Kommunen: aus Twistringen Jens Bley, aus Stuhr Stephan Korte, aus Weyhe Frank Seidel und Sykes Bürgermeisterin Suse Laue.

„Bei uns leben alle Kulturen. Und wir müssen uns der Situation stellen, dass es bei uns auch Menschen gibt, die intolerant und rassistisch sind“, sagt Laue. Damit auch möglichst viele Menschen diese Resolution unterschreiben, werden die fünf Bürgermeister am Freitag, 13. März, ab 17.30 Uhr vor dem Syker Rathaus, Hinrich-Hanno-Platz 1, mit gutem Beispiel vorangehen, das Schriftstück verlesen und danach unterzeichnen.

Auch die Bürger, die an dem Tag da sind, werden eingeladen, die Resolution zu unterzeichnen – wie auch die Stadt- beziehungsweise Gemeinderäte aus Bassum, Syke, Stuhr, Weyhe und Twistringen. „Eigentlich sollte jeder die Sätze verinnerlicht haben, aber es gibt immer wieder Entgleisungen in unserer Gesellschaft“, sagt Jens Bley. So heißt es etwa, dass die Unterzeichner Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit ablehnen und extremen Handlungen entgegentreten. „Demokratische Werte zu leben und immer wieder zu beleben, ist ein ständiger Prozess, der uns alle gemeinsam fordert“, ist zu lesen. „Eine gute und demokratische Diskussion führen wir gerne, aber auch so eine hat Grenzen“, weiß Suse Laue. Denn sie habe gemerkt, dass der Ton gegenüber den Politikern härter geworden sei.

Das kann auch ihr Amtskollege aus Weyhe bestätigen. „Wir müssen den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, zeigen, dass sie nicht allein sind“, fordert Seidel, der beobachtet hat, wie nicht nur ehrenamtliche Politiker, sondern auch Menschen, die sich für die Kirche engagieren, bedroht werden. Die Unterschriftenaktion am Freitag solle einen Impuls geben, damit auch Bürger merken, dass sie sich beteiligen sollen. Gerade im Internet sind Beleidigungen sowie Gewalt in der Sprache an der Tagesordnung und dürfen „nicht toleriert werden“, schreiben die Verwaltungs-Chefs. Daher kämpften sie für ein menschliches Miteinander, denn „Meinungsverschiedenheiten dürfen nicht in Feindschaft und Hass münden“.

Wer übrigens am Freitag keine Zeit hat, nach Syke zu kommen, und sich trotzdem mit seiner Unterschrift beteiligen will, kann das nach der Veranstaltung in den Rathäusern der fünf Kommunen machen. Dort werden die Unterschriftenlisten ausgelegt.

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