Zum Kriegsende vor 75 Jahren Vereine und Institutionen im Landkreis gedenken der Opfer

Der 8. Mai ist in die Geschichte eingegangen als der Tag der Befreiung, an dem der Zweite Weltkrieg 1945 endete. Auch im Landkreis Diepholz wird dem Kriegsende gedacht.
07.05.2020, 18:00
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Von Eike Wienbarg und Esther Nöggerath

Der 8. Mai ist in die Geschichte eingegangen als der Tag der Befreiung, an dem der Zweite Weltkrieg 1945 endete. Jährlich wird auch im Landkreis Diepholz dieser Tag im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges feierlich begangen. Doch in diesem Jahr können aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden. Eine Mahnwache für diesen Freitag, 8. Mai, ist aber dennoch geplant. Außerdem soll überall in den Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Syke-Hoya ein Läuten der Kirchenglocken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren erinnern.

„Von den Kirchen der Gemeinden unseres Kirchenkreises werden am 8. Mai um 19.45 Uhr für 15 Minuten die Glocken läuten“, teilt Superintendent Jörn-Michael Schröder mit. „Dieser Klang, der die Häuser in unseren Gemeinden erreicht und verbindet, lädt zu einem gemeinsamen Innehalten ein." Man wolle an die Opfer von Krieg und Verfolgung damals und heute denken. "Wir wollen gemeinsam für den Frieden beten, damit wir unsere Verantwortung erkennen und wir nicht nachlassen im Bemühen um Frieden und Versöhnung." Dazu seien alle Menschen mit dem Klang der Glocken eingeladen.

Das „Wir sind mehr“-Bündnis Diepholz plant für diesen Freitag eine Kundgebung in Syke, mit der mittels Musik, Lyrik und kurzen Reden an den Tag der Befreiung erinnert wird und mit dem ein „deutliches Zeichen gegen rechte Geschichtsmythen gesetzt“ werde, heißt es seitens des Bündnisses. In diesem Zusammenhang kritisieren die Akteure Aussagen wie die des AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland harsch, der über das Kriegsende als „Tag der Niederlage“ sprach. Die Kundgebung ist von 17 bis 18.30 Uhr am Denkmal auf dem Rathausplatz geplant. Besucher werden dazu aufgefordert, wegen der Corona-Pandemie Schutzmasken zu tragen und den Mindestabstand von anderthalb Metern zueinander einzuhalten.

Auch der Kreisverband Syke vom Bund der Vertriebenen will am Freitag dem Kriegsende und der Menschen, die während der Flucht ihr Leben verloren, gedenken – allerdings ohne ein Treffen wegen der aktuellen Pandemie. „Die Erinnerung an diesen Teil des grausamen Krieges sollte nicht in Vergessenheit geraten“, findet Vorsitzender Gerd Gohlke.

Im Rathaus der Gemeinde Stuhr sollte am 8. Mai ebenfalls eine Veranstaltung zum Kriegsende und dem folgenden Europatag am Sonnabend, 9. Mai, stattfinden. Geplant waren unter anderem ein Vortrag des Vorsitzenden des Diepholzer Kreisverbandes der Europa-Union, Gerhard Thiel, und ein Film über den Zweiten Weltkrieg. Rund 120 Schüler der beiden Kooperativen Gesamtschulen (KGS) der Gemeinde waren ebenfalls eingeladen. Sie sollten Gespräche mit insgesamt neun Zeitzeugen im Alter von 81 bis 97 Jahren führen, berichtet Stuhrs Gemeindearchivarin Elisabeth Heinisch. Außerdem sollten eine Ausstellung von Brinkumer KGS-Schülern über das Arbeitslager Obernheide (wir berichteten) und die Schau zum 60. Jahrestag des Kriegsendes in Brinkum von Harry Schröder gezeigt werden. Der Historiker Hartmut Müller wollte zum Arbeitslager in Obernheide einen Vortrag halten, berichtet Mike Langhans, Fachdienstleiter Zentrale Dienste bei der Gemeinde Stuhr. „Das wäre eine tolle Veranstaltung geworden“, sagt er weiter. Daher solle diese möglichst nachgeholt werden, Zeitpunkt und Ausgestaltung hingen aber von den Entwicklungen der Corona-Krise ab, so Langhans.

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