Verein Climate Protection Activities

Aufbau von Klimamanagement aus Asendorf

Der Asendorfer Klimaschutzverein will künftig seine Mitgliedsunternehmen beim Aufbau eines Klimamanagements und bei der Erstellung eines ökologischen Fußabdrucks unterstützen.
06.06.2021, 18:08
Lesedauer: 3 Min
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Aufbau von Klimamanagement aus Asendorf
Von Micha Bustian
Aufbau von Klimamanagement aus Asendorf

Wo ökologische Fußabdrücke entstehen, will der Verein Climproact helfen (Symbolfoto).

Christoph Hardt/www.imago-images.de

Asendorf/Landkreis Diepholz. Der Klimawandel – thematisch unendliche Weiten. Der Asendorfer Verein Climate Protection Activities, kurz Climproact,  ist angetreten, ihm entgegenzutreten. Bäume werden auf vereinseigenem Grund gepflanzt (wir berichteten), über sogenannte E-Fuels wird aufgeklärt. Jetzt will der Klimaschutzverein seine Mitgliedsunternehmen auch beim Aufbau eines Klimamanagements und bei der Erstellung eines ökologischen Fußabdrucks unterstützen.

"Die geplante Klimaneutralität in der Europäischen Union betrifft auch deutsche Unternehmen", stellt der Climproact-Vorsitzende Wolfgang Witt klar. Ihm zufolge will die EU ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent senken. "Das kann nur im Gleichschritt mit Unternehmen und Verbrauchern erfolgen." Nur: Noch gibt es in Deutschland keine bindende Gesetzgebung zur Klimaneutralität von Unternehmen. Vorgaben und Regeln dazu werden allerdings voraussichtlich in naher Zukunft auch für Klein- und Mittelstandsunternehmen wie im Landkreis Diepholz definiert. "Leitplanken und Standards für ein aktives Klimamanagement sind bereits heute im Detail verfügbar", lässt Witt wissen.

Die Asendorfer Klimaschützer haben ihr Know-How dahingehend erweitert. Vertreter des Vereins haben an einer Fortbildungsreihe im Bereich Klimamanagement teilgenommen. Ihnen wurden Kenntnisse über Anforderungen, Normen und Konzeptionen zum Erreichung der Klimaneutralität zertifiziert.

Wolfgang Witt gibt einiges von dem erworbenen Wissen preis. "Auf dem Weg zur Klimaneutralität müssen Unternehmen zunächst ihre Emissionen berechnen und in einer Klimabilanz darstellen", hat er gelernt. In der Klimabilanz würden vorrangig die direkten Emissionen, darüber hinaus aber auch die indirekten Emissionen aus dem Bezug von leistungsgebundener Energie dargestellt. Aber auch die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Prozesse sollten in der Klimabilanz Berücksichtigung finden.

"Da insbesondere die nachgelagerten Aktivitäten oft schwer zu berechnen sind, entscheiden sich viele Unternehmen für eine Cradle-To-Gate-Betrachtung", so Wolfgang Witt. Ihm zufolge bedeutet dies, dass die Emissionen von der Entstehung eines Produktes bis zur Auslieferung berücksichtigt werden, „von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor“ also. Die Emissionen nach der Werkstor-Auslieferung – beispielsweise Transport, Nutzung oder Entsorgung – können ebenfalls berücksichtigt werden, sind jedoch aufwendiger zu ermitteln.

Unternehmen, deren Interesse jetzt geweckt ist: Climproact unterstützt beim Aufbau eines Klimamanagements und bei der Erstellung eines ökologischen Fußabdrucks. Aber eben nur Mitgliedsunternehmen. "Der ökologische Fußabdruck kann sowohl für das Unternehmen als auch für Produkte erstellt werden", erklärt Wolfgang Witt. Wie auch immer: An vorderster Stelle steht immer die Vermeidung von Emissionen, gefolgt von der Emissionsreduzierung. Erst nachrangig könne die Kompensation von Emissionen Berücksichtigung finden, das heißt die Beteiligung an Klimaschutzprojekten.

"Dieser noch junge Unternehmensbereich benötigt viel Wissen und unterliegt einer hohen permanenten Veränderung", rät Witt dazu, sich Hilfe zu holen. Hilfe vom Asendorfer Klimaschutzverein Climproact. Denn: "Es lohnt sich. Ein erfolgreiches Klimamanagement bietet große Chancen, sich als Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen." Weitere Informationen finden interessierte Firmen im Internet unter www.climproact.org.

Zur Sache

Natur durch Technik retten

Der Asendorfer Klimaschutzverein Climate Protection Activities setzt sich dafür ein, Menschen bewusst zu machen, dass jeder Einzelne eine Verantwortung für die Umwelt trägt und ein Umdenken in Sachen Ressourcen-Verbrauch erforderlich ist. Der Verein möchte über die Auswirkungen von Klimaveränderungen aufklären und dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen.

Der Verein unterstützt zur Reduzierung von Kohlendioxid deutsche, europäische und weltweite Aufforstungsprojekte, ist aber auch technologieoffen und möchte die Vorteile unterschiedlicher Technologien und Übergangslösungen diskutieren und darstellen. So unterstützt Climproact E-Fuels und setzt sich für die Zulassung synthetischer Kraftstoffe ein. Heißt: Die klimaschädlichen Treibhausgase sollen auch durch technische Innovationen reduziert werden.

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