Aktion gegen den Klimawandel

Der erste Schritt ist getan

Der Asendorfer Verein Climate Protection Activities will dem Klimawandel Grenzen setzen. Der erste Schritt ist getan: Auf einem Grundstück in Steimke wurden jetzt erste Bäume gepflanzt und Zäune gezogen.
19.04.2021, 14:05
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Der erste Schritt ist getan
Von Micha Bustian
Der erste Schritt ist getan

Auf und nieder, immer wieder: Rainer Bachkhaus (links) und Harald Helfers bohrten Löcher für die Zaunpfähle vor.

Micha Bustian

Asendorf-Steimke. „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Warum auch nicht, es hat ja Zeit.“ So kalauerte einst Heinz Erhardt. Und da in der Dichtung ja immer auch ein Stück Wahrheit liegt, hat Climate Protection Activities am Sonnabend ein Stück Wiese hinter der dem Gebäude der Deutschen Saatveredelung AG in Asendorf eingezäunt. Dieses Stück Grasland will der Asendorfer Klimaschutz-Verein mit Bäumen bepflanzen. Die wiederum sind in jungem Alter mit ihren zarten Trieben ein gern beknabbertes Opfer von Rehen. Und weil die bekanntlich hoch springen können, musste ein Wildzaun her.

Etwa ein Dutzend Aktivisten traf sich am Sonnabendmorgen auf dem sumpfigen Gelände am Steimker Weg. Menschen mit komplett unterschiedlichen Fähigkeiten, aber mit einem Ziel: den Klimawandel einzuschränken. Das einfachste Mittel dafür ist es, Bäume zu pflanzen. Denn die nehmen das Kohlendioxid, das maßgeblich für die Erderwärmung zuständig ist, auf und wandeln es in Sauerstoff und Wasser um. Beides überlebenswichtig.

An Willen fehlt es den Aktivisten von Climproact – so die Abkürzung für Climate Protection Activities – nicht. Siehe Sonnabend. In Zweier-Teams fand man sich zusammen, um das Areal wildsicher zu machen. Der Plan klang ziemlich einfach: Zwei bohren Löcher in den wasserdurchtränkten Boden, den Ralf Schlesselmann dem Klimaschutz-Verein überlassen hat. Dafür fanden sich Rainer Backhaus und Harald Helfers zusammen. Zwei weitere befestigten die 120 Zaunpfähle mit einer benzingetriebenen Ramme am Rand des Areals: Ralf Schlesselmann und Simon Kaminski. Wolfgang Witt, seine Frau Kerstin, Felix Wolf und weitere sorgten dafür, dass die Holzpfähle in der richtigen Form an der richtigen Stelle landeten.

Etwa eine Stunde dauerte es, bis sich das mit Gummistiefeln, Arbeitshandschuhen und FFP2-Masken ausgerüstete Dutzend eingespielt hatte. Ein Loch nach dem andern wurde gebohrt, ein Zaunpfahl nach dem anderen darin versenkt. Doch dann machte die Ramme schlapp. Doch Ralf Schlesselmann hatte eine Idee: Er besorgte einen Trecker samt Baggerschaufel und Fahrer, der die Zaunpfähle 80 Zentimeter ins Erdreich trieb. „Ohne diese Idee hätten wir die ganze Arbeit nie geschafft“, freute sich Climproact-Vorsitzender Wolfgang Witt, der ohnehin gedacht hatte, „wir schaffen das nie“. Nun sei er „froh und stolz“, dass es geklappt hat. Das erste Grundstück des Vereins ist umzäunt. Mehrere Rollen Wildzaun befestigte die Truppe mithilfe einer Seilwinde an den Holzpfählen.

Während dieser Arbeiten wurden sogar schon die ersten 50 Setzlinge gepflanzt. Ute und Frank Siegler aus Nordwohlde hatten Douglasien mitgebracht, Ulmen, Eschen, Ahörner und Erlen. Sie hatten diese Bäume ursprünglich für ein Waldgebiet in der Altmark gezüchtet. Doch dort waren sie nicht gewünscht. Also stehen sie nun in Asendorf. Als Anfang eines Waldstücks. Die größte Schwierigkeit, der Umwelt etwas Gutes zu tun, sei, geeignete Grundstücke zu bekommen, erklärte Wolfgang Witt in der Mittagspause bei Kaffee und Brötchen. Für Material wie Spaten, Pfähle, Gießkannen und Schubkarren spendete die Concordia-Stiftung 1050 Euro.

Das Ausmessen der Fläche wurde gesponsert, die Landesforsten hatten Bodenproben genommen und eine Liste dafür geeigneter Baumarten an Climproact weitergegeben. Aber den größten Teil machte der Verein selber – mit guter Laune und unbändigem Einsatz. „Auf unserer ersten vereinseigenen Fläche“, wie Wolfgang Witt voller Stolz berichtete.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+