Corona-Sonderprogramm

Land und Kunst bekommt Hilfe

In vielen Bereichen stellt der Staat in diesem Jahr Corona-Förderungen bereit. So erhalten beispielweise kulturelle Einrichtungen finanzielle Hilfe - so auch der Verein Land und Kunst.
21.12.2020, 16:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Yannik Sammert

Asendorf. Nachdem kulturelle Zentren in den Sommermonaten wieder Besucher empfangen konnten, mussten sie ihre Pforten Anfang November grundsätzlich schließen. Doch während des erneuten Lockdown gibt es zumindest für eine Einrichtung in Asendorf erfreuliche Neuigkeiten: Im Zuge des Corona-Sonderprojekts „Land intakt – Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ ist nämlich der Verein Land und Kunst ausgewählt worden. Das heißt: Er wird nun mit 13 800 Euro vom Bund unterstützt.

Zuvor sei ein „gewisser Aufwand“ von Nöten gewesen, erläutert Peter Henze, der Geschäftsführer des Vereins. So musste unter anderem dokumentiert werden, wofür das Geld gebraucht wird. Außerdem wurde die Bewerbung sorgfältig geprüft. Bis zur Zusage habe es somit fast ein halbes Jahr gedauert. „Nun freuen uns über die Bezuschussung, denn angesichts von Corona stehen wir vor besonderen finanziellen Schwierigkeiten“, betont der Geschäftsführer.

Unter anderem fallen für Einrichtungen wie Land und Kunst durch die Pandemie verursachte Investitionen an. Für genau diese ist die Förderung gedacht. Und die Nachfrage nach der Aktion „Land intakt“ ist laut dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig (CDU) hoch. So wurden die Gesamtmittel inzwischen von 1,5 auf 2,76 Millionen Euro angehoben. Unterstützt werden Kulturzentren mit bis zu 25 000 Euro, sofern sie in ländlichen Räumen mit maximal 20 000 Einwohnern angesiedelt sind. Eine Bedingung ist zudem, dass 25 Prozent der gesamten Investitionen finanziell von den Zentren oder Dritten getragen werden. Die Ausschreibung läuft noch bis zum Jahresende.

Geld gut verplant

Die knapp 14 000 Euro, mit denen Land und Kunst unterstützt wird, scheinen zwar zunächst einmal viel Geld zu sein, aber letztlich sei die Summe schnell verbraucht, merkt Henze an. „Wir müssen zum Beispiel Corona-Schutzwände und Desinfektionsmittel finanzieren“, schildert er. Auch technische Anschaffungen wie eine Kamera und Tablets sind notwendig, um zumindest ein digitales Programm bieten zu können. Sowohl ein Kontingent des Desinfektionsmittels als auch einige der digitalen Geräte wurden bereits gekauft. Bedeutet: Sie wurden vom Verein vorfinanziert. Die Entstehung eines neuen Arbeitsraums planen die Handlungsträger von Land und Kunst hingegen aktuell noch. „Wir werden lokale Handwerker engagieren. Darauf legen wir viel Wert“, stellt der Geschäftsführer klar.

„Es freut mich, dass schon der zweite Kulturverein bei uns im ländlichen Raum über diese Sonderförderung unterstützt wird“, betont hingegen Knoerig. Denn bereits die K-Scheune in Sudwalde erhält die entsprechende Bezuschussung. In einer Pressemitteilung des Politikers heißt es, der CDU-Bundestagsabgeordnete habe in den vergangenen Monaten auf diverse Förderaufrufe für Kultureinrichtungen aufmerksam gemacht. Schließlich sei es Knoerig wichtig, dass kleinere Kulturzentren in ländlichen Regionen gestärkt werden. Henze erklärt, er stehe mit dem Politiker in Kontakt. „Knoerig hat zugesagt, zu uns auf den Hof zu kommen. Überhaupt ist es enorm, wie oft zurzeit über Kultur gesprochen wird – deutschlandweit und auch bei uns im Ort.“

Im Asendorfer Umland wird nicht nur geredet, sondern aktiv geholfen. „In der Corona-Zeit sind wir bisher nicht zuletzt durch finanzielle Zuwendungen von Freunden über die Runden gekommen“, hebt Peter Henze hervor. Das sei eine „tolle Anerkennung“ der Arbeit. Tatsächlich lebt der Verein wesentlich von Spendengeldern – und zwar losgelöst von der Pandemie. Auch mithilfe von Förderungen auf Landesebene und vom Landschaftsverband Weser-Hunte finanziert sich die Einrichtung. „Gewinne aus den sonst üblichen Veranstaltungen werden für die soziokulturelle Arbeit verwendet“, ergänzt Henze.

„Es braucht kulturelle Antworten“

Mit Blick auf das ablaufende Jahr, spricht der Leiter davon, dass sich „die Arbeit verschoben“ habe. „Wir haben versucht, andere Formate als sonst zu finden. Denn auf Corona bedarf es nicht nur medizinische, sondern auch kulturelle Antworten“, führt er aus. Zum Beispiel kommt das von Peter Henze und seiner Frau Vera organisierte Tafeltheater für gewöhnlich wöchentlich zusammen. In Zeiten der Pandemie wurden die Treffen nun in den digitalen Raum verlegt. Am 25. September hatte das Tafeltheater zudem zu einem Klima-Spaziergang in Bruchhausen-Vilsen eingeladen. „Wir haben Fridays for Future mit rund 100 Personen beim globalen Klimastreik unterstützt“, blickt Henze zurück. Und Mitte des Jahres bot der Verein auf seinem Hof (Arbste 7) Einzelgespräche mit Abstand an der frischen Luft an – auf extra dafür im Garten platzierten Bänken. „Vor allem ältere Menschen haben von dem Angebot Gebrauch gemacht. Denn gerade sie sind während der Pandemie einsam“, weiß der Geschäftsführer.

Events und Seminare waren in diesem Jahr allerdings nicht möglich. Und Henze glaubt, dass dies zumindest im ersten Quartal des nächsten Jahres auch so bleibt. „Für den Zeitraum danach planen wir wieder Veranstaltungen„, sagt er und ergänzt: “Absagen kann man sie immer noch.“

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