Leichtathletik

Neele Eckhardt fährt nach Torun

Die Hoffnungen waren trotz verpasster Norm groß - und tatsächlich hat Neele Eckhardt ihr Ticket für die EM in Polen erhalten.
28.02.2021, 13:13
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Von Thorin Mentrup

Ihr deutscher Hallenmeistertitel liegt erst rund eine Woche zurück, da hat Neele Eckhardt eine weitere tolle Nachricht erhalten. Die 28-Jährige wird den Deutschen Leichtathletikverband (DLV) bei den Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun vom 4. bis 7. März im Dreisprung vertreten. Die aus Asendorf stammende Athletin der LG Göttingen, die bei Ute Schröder den Weg in die deutsche Spitze begann, wurde wie erwartet ins Aufgebot berufen.

Insgesamt hat der Deutsche Leichtathletik-Verband 50 Sportlerinnen und Sportler nominiert. Im Dreisprung der Frauen ist Eckhardt eine von nur zwei Athletinnen. Zusätzlich zu ihr wurde außerdem Jessie Maduka nominiert. Die Dreispringerin des TV Wattenscheid 01 wurde bei den deutschen Hallenmeisterschaften in der Helmut-Körnig-Halle in Dortmund Zweite. Sie konnte Eckhardts Start-Ziel-Sieg allerdings nicht gefährden: Maduka sprang 13,67 Meter weit, Eckhardt hatte bereits im ersten Versuch die Meister-Weite von 13,85 Metern hingelegt. In Abwesenheit ihrer Dauerrivalin Kristin Gierisch (TSV Bayer 04 Leverkusen), die auf einen Start verzichtete, verpasste die 28-Jährige zwar die angepeilten 14 Meter und damit sowohl die Norm für die Hallen-EM (14,30 Meter) als auch die für die Olympischen Spiele in Tokio (14,32 Meter). Als deutsche Nummer eins durfte sie sich aber mehr als berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an den kontinentalen Titelkämpfen machen.

Die Hoffnung bestätigt sich

Direkt nach dem Wettkampf und einem Gespräch mit Dreisprung-Bundestrainer Charles Friedek hatte sich die dreifache deutsche Hallenmeisterin bereits zuversichtlich geäußert – und sollte Recht behalten. Sie profitiert auch von einer Top-Leistung des Vorjahres: Ihre 14,17 Meter vom PSD Bank Meeting in Düsseldorf – persönliche Bestleistung in der Halle und zum damaligen Zeitpunkt Weltjahresbestleistung – aus dem Februar 2020 flossen in die Nominierung mit ein. Ein Ticket für Torun, eine Partnerstadt Göttingens, erhielten nicht nur Athletinnen und Athleten, die die Norm erfüllten, sondern auch jene, die aufgrund ihrer Platzierung in der europäischen Bestenliste über ein Nachrück-Verfahren vom Europaverband European Athletics eine Einladung erhielten, wie der Deutsche Leichtathletikverband erklärt. „Wir reisen mit einer weitaus größeren Mannschaft nach Torun als erwartet. 50 Athletinnen und Athleten erhalten die Möglichkeit, um Medaillen und Ranking-Punkte zu kämpfen, und können wichtige internationale Erfahrungen sammeln. Ich freue mich auf diese Europameisterschaft“, sagte DLV-Chefbundestrainerin Annett Stein.

Um Zähler für die Weltrangliste geht es bei den Europameisterschaften auch für Eckhardt. Die werden wichtig, falls sie die Norm für Tokio nicht knacken sollte. In den Beinen hat sie diese Weite: Die Bestleistung der Universiade-Goldmedaillengewinnerin von 2017 liegt bei 14,35 Metern. Auch jüngst in Dortmund wären mindestens 14 Meter drin gewesen. Allein bei ihrem besten Versuch verschenkte Eckhardt rund 20 Zentimeter, weil sie deutlich vor dem Brett absprang. Auch bei ihren ungültigen Versuchen flog sie über diese Marke hinaus. Ihren bislang besten Sprung in diesem Jahr zeigte die Top-Athletin beim Indoor-Meeting in Karlsruhe, als sie in einem internationalen Teilnehmerfeld mit 13,94 Metern Vierte wurde.

Qualifikation am Sonnabend

In Polen wird an diesem Donnerstag um 18.30 Uhr die Eröffnungszeremonie stattfinden. Für Eckhardt, die in ihrem Durchbruch-Jahr 2017 bereits an den Hallentitelkämpfen in Belgrad teilnahm, wird es im Wettkampf am Sonnabend ernst: Um 12 Uhr startet die Qualifikation im Dreisprung. Insgesamt sind 16 Athletinnen aus elf Nationen am Start. Geht es nur nach der aktuellen Saisonbestleistung, ist Paraskevi Papachristou die klare Favoritin: Sie sprang in diesem Jahr bereits 14,60 Meter weit – ausgerechnet am Austragungsort Torun. Die stärkste persönliche Bestleistung bringt dagegen die Spanierin Ana Peleteiro in den Wettkampf mit: Sie sprang bereits 14,73 Meter weit. Eckhardt wird mit ihren 13,94 Metern als Saisonbestleistung auf dem geteilten achten Rang geführt. Mit Blick auf ihre persönliche Hallenbestleistung ist sie Siebte. Wenn sie es bei der Qualifikation unter die besten Athletinnen schafft, ist sie am Sonntag erneut gefordert: Für 17.20 Uhr ist das Finale angesetzt.

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