Leichtathletik Neele Eckhardt hat Olympia weiter fest im Blick

Neele Eckhardt hat das Training nach ihrer Verletzung wieder aufgenommen und ihr großes Ziel Olympia weiter im Blick.
23.11.2020, 15:09
Lesedauer: 3 Min
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Neele Eckhardt hat Olympia weiter fest im Blick
Von Jannis Klimburg

Neele Eckhardt war total im Stress. Und das zu Corona-Zeiten. Die Dreispringerin, die beim TSV Asendorf groß wurde und mittlerweile für die LG Göttingen aktiv ist, zog ihren Umzug von Göttingen nach Hannover binnen zwei Tagen durch. Also kann sich die 28-Jährige nun voll und ganz wieder auf ihr Training konzentrieren, das nun eben hauptsächlich am Olympiastützpunkt stattfinden wird. Sie hat zwar in ihrer Karriere schon unglaublich viel erreicht, zahlreiche Medaillen bei großen Wettkämpfen abgesahnt, doch ein Lebensziel fehlt noch: Die Qualifikation und die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Diese sollten eigentlich vor wenigen Monaten in Tokio ausgetragen werden, wurden aber aufgrund der Corona-Pandemie auf Ende Juli 2021 verschoben.

Und Eckhardt ist weiterhin guter Dinge und sehr optimistisch, dass sie im neuen Jahr dann bei Olympia mitwirken kann. Es ist noch nicht lange her, dass sie sich bei den Deutschen Meisterschaften Anfang August in Braunschweig beim Einspringen verletzte und somit nicht mitwirken konnte. Sie zog sich einen Muskelfaserriss zu, musste daraufhin mehr als einen Monat pausieren. „Die freie Zeit habe ich genutzt, um ein paar Tage nach Hamburg zu fahren und meine Eltern zu besuchen. Zudem habe ich meine beiden ausstehenden Hausarbeiten für mein Jurastudium zu Ende gebracht, sodass ich jetzt nur noch das Examen schreiben muss“, erzählt Eckhardt.

Seit Mitte September befindet sich die 28-Jährige also wieder im Training und ist komplett schmerzfrei. „Ich fühle mich sehr gut, alles ist wunderbar verheilt“, berichtet sie. Größtenteils hat sie in Göttingen im Jahnstadion ihre Einheiten absolviert, weil sie dort uneingeschränkt trainieren konnte. „Es geht alles schon in die richtige Richtung, auch wenn das Feintuning erst im Dezember beginnt.“ Der Feinschliff erfolgt in der Halle am Olympiastützpunkt.

Eckhardt arbeitet an ihrer Fitness

In Göttingen wurde erst mal viel im läuferischen Bereich gearbeitet. So standen unter anderem einige Tempoläufe sowie Widerstandsläufe mit Gewichten im zu ziehenden Schlitten an der Tagesordnung. „Außerdem habe ich viel im Kraftbereich gemacht und nach der Verletzung eben an meiner allgemeinen Fitness gearbeitet“, berichtet Eckhardt, die zumindest schon kleine Sprungserien eingebaut hat. Aber am Dreisprung selbst würde dann erst im Dezember in Hannover gefeilt.

Nur wenige Wettkämpfe konnte Eckhardt aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr bestreiten. Im Januar bei den Bremer und niedersächsischen Landesmeisterschaften in Hannover in der Halle erreichte sie im Dreisprung 13,85 Meter und lief über die 60 Meter eine Zeit von 7,41 Sekunden. Bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften in der niedersächsischen Landeshauptstadt bestätigte sie einen Monat später ihre Form mit einem Siegsprung von 14,01 Metern. Ende Februar wurde sie in Leipzig mit 14,09 Metern deutsche Hallenmeisterin.

Weiterhin selbstbewusst

An der frischen Luft nahm Eckhardt sogar nur an vier Wettkämpfen teil, darunter die Deutschen Meisterschaften, wo sie sich – wie eingangs erwähnt – verletzte. Doch die Norm von 14,32 Metern für Olympia hatte sie bislang noch nicht geknackt. „Ich bin mir aber sicher, dass ich das noch packen werde. Das Potenzial dafür ist vorhanden. Es wäre die sicherste Variante, um sich für Olympia zu qualifizieren“, weiß Eckhardt. Doch es gibt auch noch eine andere Option. Und zwar kann die 28-Jährige noch über die Weltbestenliste den Weg nach Tokio finden. Dafür müsste sie Ende Juni unter den besten 32 notiert sein. „Aber natürlich will ich es von alleine schaffen und die Weite von 14,32 Metern packen“, betont sie.

Die Routine muss wiederkommen

Doch jetzt will sich Eckhardt erst einmal weiter auf ihr Training konzentrieren, um wieder Routine in ihre Sprünge zu bekommen. „Es muss einfach alles passen. Der Anlauf, der Absprung. Ich muss jetzt viele Sprünge machen. Sonst wird es schwierig, die erforderliche Weite zu erreichen“, meint sie. Denn die höchste Priorität genießt für sie weiterhin, die Qualifikation für Olympia zu erreichen.

Eckhardt hat noch einige Wettkämpfe vor sich, in denen sie die Norm packen kann. So zum Beispiel Anfang März 2021. Dann soll die Hallen-EM im polnischen Torun ausgetragen werden. Wenn es die Corona-Situation zu diesem Zeitpunkt denn zulässt. „Das ist natürlich immer ein guter Wettkampf, um die Quali zu schaffen“, so Eckhardt, die die Zuschauer beim Dreisprung vermisst. „Es ist schon eine ganz andere Situation, vor allem mental“, unterstreicht sie. „Denn es fühlt sich einfach an wie bei einer normalen Trainingseinheit. Und dadurch fehlen eben die letzten zehn Prozent.“

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