Leichtathletik

Neele Eckhardt: Saisonaus statt Meistertitel

Sie hatte die besten Chancen auf den Titel, doch beim Einspringen zog sich Neele Eckhardt wohl einen Muskelfaserriss zu. Damit ist die Saison für sie beendet.
09.08.2020, 16:05
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Von Niklas Golitschek
Neele Eckhardt: Saisonaus statt Meistertitel
Thorin Mentrup

Braunschweig. Bitteres Saisonende für Neele Eckhardt: Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig hat sich die Dreispringerin aus Asendorf am Sonnabend beim Einspringen verletzt und musste aufgeben.

Dabei lief alles zunächst wie erhofft. „Ich habe mich warmgemacht wie immer“, schilderte Eckhardt. Weil die Dreispringerinnen einen eigenen Steg statt der gewohnten Bahn – die war nicht rechtzeitig fertig geworden – hatten, sprang sie noch ein paar Mal häufiger als gewohnt. „Ich bin mit dem Steg gut klargekommen“, betonte Eckhardt, die für die LG Göttingen startet. Im letzten Versuch erwischte es sie dann beim Hop, dem ersten der insgesamt drei Sprünge. Da habe es im Oberschenkel gezogen. Weil auch das Gehen danach schwer gefallen sei, habe sie sich für den Abbruch entschieden.

Purtsa holt den Titel

So musste Eckhardt den Titel kampflos Maria Purtsa (LAC Chemnitz) überlassen, die mit einer Weite von 13,65 Metern das restliche Teilnehmerfeld dominierte. In Normalform hätte Eckhardt diese Weite mit einer Meldeleistung von 14,16 Metern wohl deutlich überboten. Doch darum ging es der Sportsoldatin gar nicht mehr vorrangig. „Es hat erstmals in der Sommersaison richtig Spaß gemacht“, sagte sie über ihre ersten Eindrücke in der Löwenstadt.

Zuletzt hatte Eckhardt Problemen damit gehabt, sich auf die leeren Zuschauerränge einzustellen und in den Wettkampfmodus zu kommen. Nach starken Auftritten in der Hallensaison erklärte sie damit den Leistungsabfall zum Auftakt der Freiluft-Saison unter Hygieneauflagen. Die 14-Meter-Marke hatte sie seit dem Neustart der Saison unter Ausschluss der Zuschauer nicht mehr geknackt. In Braunschweig aber habe sich das gute Gefühl wieder eingestellt gehabt – und dann funkte der 28-Jährigen die Verletzung dazwischen: „Ich bin natürlich enttäuscht und traurig. Ich hatte mich schon auf die Deutsche Meisterschaft als kleines Highlight gefreut“, sagte sie etwas zerknirscht.

Diagnose: Muskelfaserriss

Bei einer Untersuchung durch die Ärzte des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wurde anschließend eine kleine Einblutung im Oberschenkel festgestellt. Die Diagnose: ein Muskelfaserriss. „Die Saison ist zu Ende“, bilanzierte Eckhardt. Bis Ende September wolle sie sich nun auskurieren und dann wieder mit dem Aufbautraining beginnen.

Spätestens mit der Verletzung wäre für Eckhardt auch ein Start bei der Diamond League in Monaco kommende Woche vom Tisch gewesen. Doch den internationalen Wettkampf hatte sie bereits vorher abgesagt. „Meinem Trainer war das Infektionsrisiko zu hoch“, schilderte Eckhardt. Damit kann sie sich nun immerhin auf ihre Hausarbeit für ihr Studium konzentrieren – und sportlich bereits das Jahr 2021 in den Blick nehmen. Dann finden unter anderem die Olympischen Spiele im japanischen Tokio statt.

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