Sommertour Auf ein Wort mit der Ministerin

Hoher Besuch aus Niedersachsens Landwirtschaftsministerium kam am Mittwoch nach Asendorf-Graue. Auf ihrer Sommertour besuchte Barbara Otte-Kinast die Firma Schlesselmann und den Hof Bockhop.
10.08.2022, 18:07
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Auf ein Wort mit der Ministerin
Von Ivonne Wolfgramm

Asendorf-Graue. Dass Asendorf nicht nur ein Ort entlang der Bundesstraße 6 ist, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht einiges zu bieten hat, davon wollte sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast selbst ein Bild machen. Am Mittwoch startete ihre zweitägige Sommertour. Auf dem Weg zu ihrem Endziel in Oldenburg, führte sie ihre Reise auch in den Asendorfer Ortsteil Graue. Dort nahm sich die Ministerin Zeit für zwei Betriebsbesichtigungen.

Der Auftakt der Sommertour fand beim Sägewerk und Palettenhersteller Schlesselmann statt. Ralf Schlesselmann, Inhaber des Familienunternehmens, war sehr erfreut über den hohen Besuch aus der Landeshauptstadt. "Es gibt nichts Schöneres, als mit Holz zu arbeiten", sagte der gelernte Zimmermann zu Beginn des Gespräches mit Barbara Otte-Kinast. Dabei erzählte er ein wenig über den Wandel der einstigen Zimmerei zum heutigen Palettenhersteller, der im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Sonderpaletten gefertigt hat und derzeit 75 Mitarbeiter beschäftigt.

"Eine große Stärke unseres Betriebs ist es, dass wir ein eigenes Sägewerk haben und unser Holz aus den Niedersächsischen Landesforsten kommt. Die Wege sind somit kurz", erklärte er der Ministerin. Ralf Schlesselmann berichtete aber auch über die Schwierigkeiten, denen sich der Holzverarbeitungsbetrieb in den vergangenen Wochen und Monaten stellen musste. So hatte das Unternehmen kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine Schwierigkeiten, an Nägel zu kommen. "Der Draht für Nägel kommt zu über 90 Prozent aus Russland", berichtete Schlesselmann.

Ministerin packt mit an

Ein weiteres Thema, das er ansprach, war die Energiewende: "Unser Ziel ist, dass wir möglichst schnell klimapositiv werden." Die erhebliche Wärme, die für die Trocknung des Holzes notwendig ist, produziert das Familienunternehmen komplett selbst – natürlich aus Holzhackschnitzel. 14 umliegende Haushalte sollen an ein Wärmenetz angeschlossen werden und mittels einer Fotovoltaikanlage produziert Schlesselmann einen Teil des genutzten Stroms ebenfalls selbst. "Wir arbeiten zurzeit daran, unseren kompletten Strombedarf auf Basis von Holz zu decken und planen die Erzeugung von Wasserstoff", berichtete Ralf Schlesselmann weiter. Damit soll künftig die Lkw-Flotte angetrieben werden.

Barbara Otte-Kinast zeigte sich nach den Ausführungen beeindruckt durch so viel Engagement für Natur, Umwelt und die Mitarbeiter. Den Rundgang über das Firmengelände nutzte die Ministerin nicht nur, um ein Gefühl für den Werkstoff Holz zu bekommen, sondern auch für einen kurzen Wortwechsel mit den Angestellten. Diese zeigten der Politikerin auch, wie eine Palette per Hand vernagelt wird und Otte-Kinast legte ebenfalls Hand an die Nagelpistole an. Am Ende blieben ihr nur lobende Worte. "Man merkt, dass Sie ihre Leitsätze auch wirklich leben. Die Mitarbeiter kommen hierher, fühlen sich hier wohl und bleiben."

Holunderprodukte als Souvenir

Nur 2,5 Kilometer entfernt lag der zweite Stopp der Sommertour, der Hof Bockhop. Für die Brotzeit zum Mittag servierte Melanie Bockhop zahlreiche regionale Produkte. Natürlich durften auch die eigenen Holunder-Produkte nicht fehlen. Dabei "outete" sich die Ministerin als Fan der schwarzen Beeren: "Ich glaube an die Kraft und die gesundheitsfördernde Wirkung des Holunders. Außerdem schmeckt er gut." So ließ sie sich erzählen, wie die Bockhops dazu gekommen sind, Holunder überhaupt anzubauen ("Wir wollten etwas ganz Neues, das es zwischen den ganzen Erdbeer- und Heidelbeerplantagen hier noch nicht gibt."), aber auch über die Schwierigkeiten, die das Paar als Direktvermarkter seiner Produkte aufgrund der Preissteigerungen erfährt.

Bei einem Spaziergang zu den Holunderfeldern berichtete Melanie Bockhop mehr über die Pflege und Verarbeitung der Sträucher und ihrer Früchte. "Derzeit kultivieren wir den Holunder auf einer Fläche von einem halben Hektar." Im Frühjahr werde der Holler geschnitten, "damit die Kraft der Pflanze nicht ins Holz, sondern in die Früchte geht." Besonders im Hochsommer werde die Trockenheit zu einem Problem, erklärten die Bockhops. Das Bewässerungssystem sei daher zurzeit unverzichtbar. "Beim Anbau des Holunders wollen wir Tier und Mensch in Einklang  bringen", berichtete Melanie Bockhop der Landwirtschaftsministerin. Abschließend machten die Bockhops mit ihrem Besuch aus Hannover noch einen Abstecher in den eigenen Hofladen, wo sich die Ministerin noch das ein oder andere Holunder-Produkt als Souvenir mitnahm, bevor schließlich die Weiterreise nach Drentwede anstand.

"Asendorf ist ein schönes Fleckchen", sagte Barbara Otte-Kinast abschließend über ihren Besuch. "Ich bin froh, dass ich hier soviel Zeit heute verbringen durfte. Ich habe Familienbetriebe gesehen, die mit Herzblut und Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Ich werde sicherlich noch einmal privat hierherkommen."

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